STANSSTAD: Ein Paar bereitet mit Kunst Freude

Doris und Robi Odermatt beleben die Sust mit Skulpturen und Aquarellen. Der Titel «auf unsere art» verrät viel über ihr Schaffen.

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Doris und Robi Odermatt zeigen ihre Werke in der Sust Stansstad. (Bild Romano Cuonz)

Doris und Robi Odermatt zeigen ihre Werke in der Sust Stansstad. (Bild Romano Cuonz)

«Kunst ist, was Freude macht», hat der Kunsthistoriker Hermann Friedrich Grimm einmal gesagt. Wenn dies zutrifft, so ganz bestimmt auf die Arbeiten des Stansstader Ehepaars Robi Odermatt und Doris Odermatt-Christen. Die beiden zeigen zurzeit in der Sust 120 Aquarellbilder (Robi Odermatt), dazu 50 Figuren und Objekte (Doris Odermatt). Allein die Tatsache, dass zur Vernissage fast doppelt so viele Besucherinnen und Besucher wie üblich kamen, spricht für sich.

«Kunst kommt von Können»

Die Vorfreude darauf, in der Galerie für einmal auch bekannten, nahen Landschaften und witzigen Figuren mitten aus dem örtlichen Alltag zu begegnen, war offensichtlich gross. «Wir sind, wie wir sind, und arbeiten nach unserer Art, die wir uns selber autodidaktisch angeeignet haben», erklärt Robi Odermatt. Und Doris Odermatt fügt bei: «Das Wort Kunst vermeiden wir bei unserer Arbeit, wir möchten als Kunsthandwerker bezeichnet werden.»

Diese Bescheidenheit mag die beiden ehren. Jedoch ist ihr ein weiteres Bonmot entgegenzusetzen: «Kunst kommt von Können.» Trifft auch dieses zu, verdienen die Arbeiten, die derzeit in der Sust zu sehen sind, den Gütebegriff «Kunst» in hohem Masse. Robi Odermatt – promovierter Maschineningenieur und langjähriger Kadermitarbeiter der Suva im Bereich Arbeitssicherheit – beherrscht die Aquarell-Technik beinahe akribisch mit all ihren handwerklichen Möglichkeiten.

Aber in seinen Bildern kommen darüber hinaus noch zwei künstlerische Eigenschaften dazu: Lebendigkeit und Virtuosität. Zu den impressionistisch gesetzten Farbtönen kommen in seinen Bildern auch beinahe musikalische Zwischentöne und überraschende Farb­effekte dazu. Die Exaktheit, die er sich als Maschineningenieur gewohnt ist, verleugnet er keinen Moment. Mit dem Experiment, Aquarell-Collagen hinter Hergiswiler Glas zu bringen, zeigt Robi Odermatt, wie er immer wieder bereit ist, neue Möglichkeiten auszuloten. Der Effekt ist verblüffend. Die Bilder im Erdgeschoss zeigen vor allem Stansstad, im Dachgeschoss weitet der Maler das Spektrum, schaut auf Nidwalden, Obwalden und Luzern. Ein besonderes Erlebnis bietet sich dem Besucher im mittleren Stock, wo sich die Kunstschaffenden – beide auf ihre Weise – mit einem Wald auf der Krienseregg auseinandersetzen.

Humor, Schalk und pure Freude

Auch Doris Odermatt-Christen – eine gelernte Pflegefachfrau – beherrscht das Kunst-Handwerk aus dem Effeff. Ihre Objekte und Skulpturen aus selbsthärtendem Ton sind auf einem Drahtgerüst angefertigt. Derart realistisch und plastisch sind sie, dass man beim Betrachten glaubt, die Kleider wären aus Stoff, die Falten echt. In Wirklichkeit ist der Ton bemalt. Was ihre Figuren aber ganz besonders auszeichnet, ist der Humor, den sie ausstrahlen. Mit schöpferischem Schalk inszeniert sie beispielsweise den Begriff «Spektakal» als Dackel mit Speckstreifen um den Leib. Oder, schon ironisch und um mehrere Ecken gedacht, «Stosszeit» als Frau, die einen Kinderwagen vor sich her schiebt. Eine überraschender als die andere, bunt, witzig und gekonnt sind Doris Odermatts Skulpturen und Objekte. Und sie machen denen, die sie bei sich zu Hause auf- oder ausstellen – und damit ihre Gäste überraschen –, viel Freude. Ganz und gar nach der eingangs zitierten Maxime, die Heinrich Friedrich Grimm für das, was Kunst ist, gesetzt hat.

Romano Cuonz

Hinweis

Galerie Sust, Stansstad: Doris und Robi Odermatt-Christen, Skulpturen, Objekte und Aquarelle. 31. Oktober bis 22. November. Öffnungszeiten: Samstag 14–17 Uhr. Sonntag 11–17 Uhr.