STANSSTAD / ENNETBÜRGEN: Reiter aus Wildwest und aus dem Mittelalter

Cowboys, Kakteen und Indianer. Die Bewohner des Wilden Westens kamen am Samstag für den Kinderball nach Stansstad.

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Eine Indianerfamilie an der Kinderfasnacht. (Bild André A. Niederberger/Neue NZ)

Eine Indianerfamilie an der Kinderfasnacht. (Bild André A. Niederberger/Neue NZ)

Eine junge Frau mit einem Cowboyhut, Stiefeln und einem karierten Hemd steht vor der Bühne in der Mehrzweckhalle. Im Takt der Guuggenmusig klatscht die Oberguuggerin der Hüdä Hädä in die Hände und hüpft dabei auf und ab. Eine Horde von verkleideten Kindern macht es ihr nach. «Die Musik gefällt mir», sagt Simon aus Stansstad. Er hat einen prächtigen Federschmuck auf dem Kopf. In der Hand hält er ein Beil und eine Indianertrommel. Er ist heute Winnetou. Auch den kleinen Sheriffs Noa aus Stans und Noël aus Oberdorf gefällt der Kinderball. «Das Büchsenwerfen war super», sind sie sich einig. Und Ronja aus Dallenwil, die als Kaktus verkleidet ist, findet es lustig, mit den Konfetti um sich zu werfen.

Kinderball hat Tradition
Zuerst der Kinderumzug, danach Spiele und Unterhaltung in der Mehrzweckhalle – der Kinderball ist älter als die Guugge Hüdä Hädä. Bei ihrer Gründung vor 15 Jahren hat die Guugge den Ball von den Schnitzturmfägern übernommen. «Für uns ist der Kinderball aber kein Pflichtprogramm. Wir machen gerne etwas für die Kinder und haben selber Spass daran», sagt Christoph Imfeld, der Präsident der Hüdä Hädä.

Wenig Zuschauer am Umzug
Die Mehrzweckhalle ist gut gefüllt. Eltern und Grosseltern aus ganz Nidwalden sind mit ihren Kindern für den Ball nach Stansstad gekommen. Über hundert Kinder machen am Postenlauf mit. Sie lassen sich schminken, hören Geschichten, werfen Büchsen, toben sich im Gumpischloss aus und machen einen kleinen Parcours. Die Hüdä Hädä sind zufrieden. Etwas bedauert Christoph Imfeld allerdings: «Schade, dass am Umzug so wenig Leute zuschauten.»

Fest in Kinderhand
Ennetbürgen war gestern fest in Kinderhand. Die kleinen Fasnächtlerinnen und Fasnächtler kommen alle zwei Jahre zum Zug, wenn der grosse Umzug zu Ehren des jeweils neu gewählten Zunftmeisters nicht stattfindet. Doch für Franz I. (Franz Gabriel) und seine Gemahlin Gaby gabs am Sonntag kein Ausruhen. Das Paar führte den farbenfrohen Tross mit den vielen Kindern, Familienfasnächtlern und zahlreichen Guuggen an.
Ritter so weit das Auge reicht.

Am grossen Ritterwagen der Zunft war denn auch zu lesen: «D Ritter vom Burgenland chemid im neye Gwand, sie griessid alli Fasnächtler im ganze Land.» So gaben sich unter anderen die Ritter aus Wolfenschiessen, die Sodalis von Buochs oder die neu nach Nidwalden zugezogene Familie Arjan und Jasmin Martens die Ehre an der Ritterzeit in Ennetbürgen.

Mirjam Mathis/Rosmarie Berlinger