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STANSSTAD: Ernst und Philippe von Wyl lassen «Figuren im Stein» aufleben

In der Sust begegnet das Publikum Werken von Ernst von Wyl und dessen Sohn Philippe. Beiden Künstlern eigen ist die geradezu akribische Suche nach Steinen, in denen sie Frauenkörper entdecken.
Romano Cuonz
Philippe von Wyl präsentiert von ihm bearbeitete Figuren, derweil im Hintergrund die «Tre Grazie» seines verstorbenen Vaters Ernst von Wyl zu sehen sind. (Bild: Romano Cuonz (Stansstad, 24. März 2018))

Philippe von Wyl präsentiert von ihm bearbeitete Figuren, derweil im Hintergrund die «Tre Grazie» seines verstorbenen Vaters Ernst von Wyl zu sehen sind. (Bild: Romano Cuonz (Stansstad, 24. März 2018))

Romano Cuonz

redaktion@nidwaldnerzeitung.ch

Am Anfang vieler Werke des 2011 verstorbenen Hergiswiler Bildhauers und Künstlers Ernst von Wyl steht eine ausgedehnte und sorgsame Suche nach verschiedenen besonderen Steinen: Marmor etwa. Quarzit, Travertin, Glimmerschiefer, roter Lava oder auch glasartigem Bimsstein. Mit seinem Sohn Philippe – auch er hat das Bildhauerhandwerk erlernt – trat Ernst von Wyl viele Reisen an. Reisen zu Plätzen im In- und Ausland, wo aus Sicht der beiden ganze Schätze verborgen liegen. Soviel die beiden tragen konnten, brachten sie in ihr Atelier in Hergiswil. Und dort bearbeiteten beide die Steine nach ihrer Manier, aber eben doch mit einer gleichen Erfahrung als Hintergrund: «Jede mögliche Figur befindet sich bereits im Stein!» Und so warten denn Steine bloss darauf, diese preiszugeben und aufleben zu lassen. Anders gesagt: Ein Künstler muss seine Geschöpfe – bei Ernst und Philippe von Wyl sind dies sehr oft Frauenfiguren – unter möglichst sparsamem Einsatz von Hammer und Meissel hervorholen. Sobald so eine Figur erkennbar wird, gilt es innezuhalten. Diese Reduktion, diese aussagekräftige Kargheit ist es, die den Arbeiten von Vater und Sohn gemeinsam ist.

Auf eben diese Stärke kam Creative-Director Albi Christen, der den beiden Künstlern sehr nahe stand und steht, in seiner Vernissagenrede zu sprechen. «Versteht man, wie Ernst von Wyls Figuren entstanden sind, findet man in ihnen stets die Konsequenz ‹so viel wie nötig, so wenig wie möglich›» – genau so wie in vielen in Stansstad gezeigten Skizzen und Aquarellen, in denen es ihm gelinge, mit wenigen Strichen Körpern und Landschaften Ausdruck zu verleihen. Auch an Neuentdeckungen fehlt es in der gegenwärtigen Ausstellung nicht. Ein schönes Beispiel ist das grossformatige Acrylbild «Tre Grazie», in dem alle künstlerischen Qualitäten von Ernst von Wyl sehr gut zu erkennen sind. Wie vollkommen der Überblick über sein Schaffen auf drei Stockwerken und auch vor der Sust ist, beweist die Tatsache, dass sogar die bekannte Marmorskulptur «Der Kuss» die Reise nach Stansstad mitgemacht hat.

In aller Besucher Augen sticht eine Installation von Philippe von Wyl mitten im Parterreraum. Von der Decke hängen 70 Fäden, an denen Zellophansäckchen befestigt sind. In jedem befindet sich eine einzige Figur, die ohne weiteres auch in die Hosentasche passen würde. «Les femmes de poche» nennt der Künstler denn auch seine Kreationen. Frauenkörper sind es, von der Natur geformt und vom Künstler perfektioniert.

Jedes Stück hat seine eigene Geschichte

Auf die Frage von Albi Christen, welchen Sinn diese Figürchen hätten, meinte Philippe von Wyl: «Nicht nur als Ausstellungsstücke sehe ich sie, sondern auch als bedeutungsstarke Accessoires, Fruchtbarkeitssymbole oder einfach Glücksbringer!» Auf jeden Fall dürfe Mann und Frau sie in die Hand nehmen, im Licht drehen und von allen Seiten bewundern. Dass jeder dieser Steine seine eigene Geschichte habe, so Albi Christen, erfahre man spätestens, wenn man mit dem Künstler darüber rede.

Hinweis
Ausstellung in der Sust: «Ernst und Philippe von Wyl, Skulpturen und Bilder von Zwei Generationen.» Bis 15. April. Öffnungszeiten: Samstag 14 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertage 11 bis 17 Uhr.

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