STANSSTAD: Hausbesitzer wehren sich gegen Kiesabbau

Der «hässliche Seebagger» vor Stansstad soll weg. Einige Hauseigentümer werden den Kampf dagegen vor Gericht ausfechten.

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Der Seebagger in Stansstad sorgt für rote Köpfe. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Der Seebagger in Stansstad sorgt für rote Köpfe. (Bild Corinne Glanzmann/Neue LZ)

Viele Bewohner des Seeufers bei Stansstad haben es satt: «Wie kann man nur mit einem solchen schwimmenden Bagger See und Landschaft dermassen verschandeln?», fragt sich beispielsweise Hans Roth. Wie andere Liegenschaftsbesitzer hatte er gehofft, dass die Holcim Kies und Beton AG, wie einst versprochen, nach Auslaufen ihrer 20-jährigen Abbaubewilligung den Kiesabbau einstellen werde.

Zusammen mit rund 20 Haus- und Stockwerkeigentümern hat Roth beim Verwaltungsgericht Beschwerde eingelegt, nachdem sie bereits im Oktober 2005 gegen das Abbauprojekt Einsprache erhoben haben.

Konzession wurde um 12 Jahre verlängert
Seit Herbst 2005 haben die Holcim AG und die Regierung Nidwalden nach einem Weg gesucht, wie sie die Konzession für den Kiesabbau verlängern können. In einer ersten Bewilligung erstreckte die Regierung die Konzession um weitere 20 Jahre. Zudem wollte sie erlauben, dass bis 85 Meter vor dem Ufer (früher 300 Meter) Kies abgebaut wird.

Die jetzt vorliegende Bewilligung würde der Firma ermöglichen, während 12 Jahren bis auf 200 Meter vor dem Ufer 1 bis 1,2 Millionen Kubikmeter Kies und Sand abzubauen. Der Seebagger darf sich dabei gemäss Regierung bis auf 120 Meter dem Ufer nähern.

Das Abbaugebiet liegt in einer schützenswerten Landschaft
Unterstützt werden die Beschwerdeführer vom Horwer Rechtsanwalt Franz Hess. Für ihn ist klar: «Der vorinstanzliche Entscheid der Regierung, der Holcim eine neue Konzession zu erteilen, erweist sich in krasser Weise als rechtswidrig.»

Ausserdem verweist Hess darauf, dass das Abbaugebiet in der Region Vierwaldstättersee liegt. Diese wird vom Bund durch das als wertvoll eingestuft und geschützt (Bundesinventar der Landschaften von nationaler Bedeutung). Für solche Landschaften legt der Bund fest, dass für eine «ungeschmälerte Erhaltung» gesorgt werden muss.

«Bewilligung für Kiesbau unter strengen Auflagen erteilt»
Eine Kritik am rechtlichen Verfahren lässt Regierungsrat Hugo Kayser nicht gelten: «Der Regierungsrat hat die Bewilligung für den Kiesabbau nach eingehender Prüfung und unter strengen Auflagen erteilt.» Bei ihrem Vorgehen beruft sich die Regierung auf das Wasserrechtsgesetz, den Richtplan des Kantons und die ehemals ausgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung.

Der Fall «Kiesabbau Stansstad» wird gemäss Verwaltungsgericht voraussichtlich diesen Sommer vor Gericht kommen.

Urs Rüttimann

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.