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STANSSTAD: Mutiger Beginn hat sich ausgezahlt

Vor 20 Jahren gründete Franziska Preisig ihr Reisebüro Preisig Reisen. Im Interview berichtet die sechsfache Mutter, wie sie als 21-jährige Jungunternehmerin startete und warum ihr Unternehmen überlebt hat.
Marion Wannemacher
Franziska Preisig in ihrem Reisebüro Preisig Reisen in Stansstad.Bild: Corinne Glanzmann (15. Februar 2017)

Franziska Preisig in ihrem Reisebüro Preisig Reisen in Stansstad.Bild: Corinne Glanzmann (15. Februar 2017)

Interview: Marion Wannemacher

marion.wannemacher@nidwaldnerzeitung.ch

Franziska Preisig, wie läuft es nach 20 Jahren?

Sehr gut. Wir hatten vergangenes Jahr das beste Ergebnis seit 19 Jahren.

Wie erklären Sie sich Ihren Erfolg?

Wir haben gute Mitarbeiter, die teilweise schon seit über zehn Jahren dabei sind, probieren das Beste für unsere Kunden herauszuholen und bieten gute Preise neben einer guten Leistung. Der Beruf ist gleichzeitig mein Hobby.

Wie sind Sie vor 20 Jahren gestartet?

Ursprünglich bin ich Bahnbetriebsdisponentin gewesen. Das war in der Zeit, als Kuoni Reisen die SBB Reisebüro Kuoni gründete, die es in der Zwischenzeit nicht mehr gibt. Mich hat vor allem immer der Kontakt mit Menschen am Schalter interessiert. Ich habe dann eine Ausbildung an der Schweizerischen Reisefachschule gemacht. Eigentlich wollte ich in ein Reisebüro der SBB, hätte aber an einer kleinen Station am Kaiserstuhl arbeiten müssen. Ich fand, dafür hätte ich die Ausbildung nicht gemacht, und habe dann mit Anfang 20 ­ mit dem Reisebüro angefangen. Mein Mann und ich haben im September geheiratet, im Februar 1997 habe ich das Reisebüro gegründet. Eigentlich ist das Reisebüro mein erstes Kind. Wir haben zwei Meitli und vier Buben im Alter von fünf bis 17 Jahren.

Wo haben Sie den Mut hergenommen, mit Anfang 20 ein eigenes Unternehmen zu gründen?

Das war Gottvertrauen. Ich hatte die Chance, in Stansstad den Laden aufzumachen, wo jetzt die Raiffeisenbank drin ist. Die Besitzerin hat mir das Lokal viel günstiger vermietet. Ich hatte ja als Sicherheit meinen Mann im Hintergrund. Es ist aber von Anfang an sehr gut gelaufen.

Mit wie vielen Mitarbeitern sind Sie gestartet?

Ich allein. Heute sind wir zu fünft auf dreieinhalb Stellen mit Buchhaltung.

In 20 Jahren hat sich im Reisegeschäft viel getan ...

Vor 20 Jahren hatten wir einen Katalog in der Schublade nach dem Motto: Willst du das, oder willst du das nicht? Es gab viel mehr Leute, die jedes Jahr an den gleichen Ort gereist sind und sofort fürs nächste Jahr wieder bei uns gebucht haben. Heute buchen sie beim zweiten Mal selbst oder im Internet. Das ist schade, denn die Preise sind bei uns meistens nicht teurer. Heute ist das Reisegeschäft individueller. Vielleicht geht jemand nach Sardinien, braucht ein Mietauto, wechselt zwei- bis dreimal das Hotel und macht noch einen Abstecher mit der Fähre nach Korsika. Das ist kompliziert und zeitaufwendig für den Kunden, wenn er das selbst machen will. Es braucht viel mehr Hintergrundwissen. Auch von den Preisen her ist es heute wie an der Börse. Ich kann heute eine Offerte machen, morgen kann es 200 Franken teurer sein, es kann aber auch günstiger sein. Wir haben zum Glück den Vorteil, dass wir gewisse Sachen blockieren können, was man im Internet nicht kann.

Wie gehen Sie damit um?

Natürlich versuchen wir, gut einzukaufen. Wir haben langjährige Partner, wie Tui Suisse, die uns sehr gute Module und sehr gute Preise zusammenstellen. Unser grosser Vorzug ist, dass wir unabhängig sind, ich kann da einkaufen, wo es für den Kunden am besten ist. Ein Beispiel: Wenn in Deutschland Pfingstferien sind, bekomme ich in der Schweiz beim Tour-Operator viel günstigere Preise.

Welche Vorteile haben Kunden, wenn Sie bei Ihnen buchen statt im Internet?

Wir haben das Fachwissen, wir haben die persönliche Beziehung zum Kunden. Wenn im Internet hohe Bewertungen für ein Hotel angegeben sind, heisst das noch lange nicht, dass dieses zum ­Kunden passt. Wir haben eine 24-Stunden-Hotline, falls es Probleme vor Ort gibt. Und wir sind im Garantiefonds der Schweizer Reisebranche versichert. Das ist wichtig, wenn Unternehmen in Konkurs gehen wie vergangenes Jahr die Online-Anbieter Hoteling.com, «Ab in den Urlaub» und die WTA-X Travel AG.

Wer zählt zu Ihren Stammkunden?

Vom Studenten über die Familie bis zum Arzt oder Anwalt – wir haben eine sehr gute Stammkundschaft, darunter auch sehr viele Individualtouristen, und auch Firmen, die nur die Flüge bei uns einkaufen.

Sie bieten Städtetrips, Hochzeitsreisen, Badeferien an. Was ist Ihr Hauptsegment?

Immer noch Kreuzfahrten und sehr viel Badeferien als Familienferien. Dieses Jahr haben wir wieder einige Gruppen, zum Beispiel Trachtengruppen und Maturanden. Amerika und Kanada sind Reiserenner wie auch Mallorca und die Malediven. Spannend sind auch die Azoren.

Wie feiern Sie Ihr Jubiläum?

Wir haben einen Wettbewerb mit Preisen für über 17000 Franken. Jeden Monat verlosen wir einen Preis, zum Beispiel im Februar eine Woche Korfu. Ende des Jahres verlosen wir eine Traumreise nach Mauritius, Costa Rica oder Punta Cana für zwei Personen.

Sie haben sechs Kinder, woher nehmen Sie die Energie?

Ich habe eine sehr gute Unterstützung durch mein Umfeld, meine Mutter und Geschwister, die Kinder helfen im Haushalt, das gehört einfach dazu. Unterstützung finde ich auch bei vielen Leuten aus unserer Freikirche und ganz klar durch meinen Glauben an Gott.

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