STANSSTAD: Segler holen Jüngste ins Boot

Kinder und Jugendliche sollen sich vermehrt fürs Segeln begeistern. Für die Nachwuchsförderung hat sich der Segelklub einiges einfallen lassen.

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Jugendliche erlernen die Kunst des Segelns auf dem Vierwaldstättersee. (Bild: PD)

Jugendliche erlernen die Kunst des Segelns auf dem Vierwaldstättersee. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Es herrschen gute Windverhältnisse auf dem Vierwaldstättersee vor Stans­stad an diesem sommerlichen Mittwochabend. Die jugendlichen Klubmitglieder üben das Einmaleins des Segelns auf dem «Optimist», einem kleinen einplätzigen Segelboot, das für jugendliche Anfänger geeignet ist. Angeleitet werden sie von zwei älteren Klubmitgliedern, die in der Nachwuchsausbildung befähigt worden sind.

Noch ist dies erst ein Konzept. Doch schon in diesem Sommer soll die Vision Realität werden. «Bis jetzt war das Juniorentraining eher plauschmässig samstags organisiert. Die Kinder segelten einfach bei älteren Jugendlichen mit und eigneten sich das Segelhandwerk ‹learning by doing› an», erklärt Walter Ammann, Juniorenobmann des Segelklubs Stansstad (SKS). Das ist nun Vergangenheit – dank des Jugendförderungskonzepts, das in dieser Saison bereits in Kraft tritt.

«Miniboote» zum Üben

Als Erstes will der Klub zwei kindergerechte «Optimisten» ausleihen oder zumieten – möglicherweise vom Segelklub Ennetbürgen. Mit dem befreundeten Klub besteht jetzt schon eine Zusammenarbeit, angedacht ist auch die gegenseitige Benützung beider «Reviere». «Diese kleinen, stabilen und langsamen Segelboote sind ideal für Kinder bis 50 Kilo Körpergewicht und für die Schulung geeignet. Die Kinder können es selber steuern, womit sie das Segeln am effektivsten lernen.» Ab dem Alter von etwa 12 bis 15 Jahren dürfen die jungen Segler dann wie bis anhin auf ein sportlicheres Boot umsteigen, den «Laser». Diese samstäglichen Trainings finden je nach Windverhältnissen vor Stansstad, auf dem Alpnacher- oder auf dem Urnersee statt. Wenn die segeltechnischen Fertigkeiten genug ausgereift sind, gehts laut dem neuen Konzept auf anspruchsvollere Sportjollen mit Zweierbesatzung, um das Team-Zusammenspiel zu fördern.

Als Motivationsspritze für Lernwillige organisiert der SKS Anfang August auch ein 7-Tage-Sommer-Segelcamp auf dem windstarken Reschensee, ein Stausee im westlichen Südtirol.

Klub droht Überalterung

Laut Konzept will man zudem die Achtsamkeit und Leistungsbereitschaft fördern, die Persönlichkeit schulen und den Bezug zu Natur, Wind, Wetter und Wasser aufzeigen. Mit dem positiven Nebeneffekt, dass sportliches Engagement auch zu verbesserten Leistungen in der Schule führe, wie eine Studie gezeigt habe, so Ammann.

Es sei das erklärte Ziel, dass man damit auch den Nachwuchs fördern will. Von den rund 150 Klubmitgliedern sind zurzeit «nur» etwa 20 im Alter zwischen 8 und 25. «Mit der Jugendförderung wollen wir neue Kinder und Jugendliche für den Segelsport begeistern. Ohne Nachwuchs droht, dass wir überaltern und das Gesellschaftliche wichtiger wird als der Sport.» Dieser Entwicklung wolle der Vorstand entgegentreten. «Denn das Segeln ist ein Abenteuer vor unserer Haustür und immer wieder ein fantastisches Erlebnis, im Zusammenspiel mit der Natur, dem Wind, dem Wasser und den daraus resultierenden Kräften», erzählt Walter Ammann.

Jacht wird nicht gekauft

Keine Gnade fand bei den rund 60 Mitgliedern an der Generalversammlung am Freitag die Idee des Vorstandes, eine neue Jacht zu kaufen – als Ersatz für ihre altersschwache Vorgängerin, die wohl Ende der Saison ausgemustert wird. Die Jacht hätte nicht nur zu Ausbildungszwecken für den Nachwuchs gedient, sondern auch von Mitgliedern stundenweise gemietet werden können. Zudem hätte sie der Klub dem Sharingsystem von Sailbox (einer Art Carsharing für Boote) zur Verfügung gestellt. «Der Antrag wurde von einigen Mitgliedern so stark bekämpft, dass der Vorstand das Geschäft zurückzog», so Ammann. Details über die Kosten wollte er nicht bekannt geben. Der Vorstand werde nun über das weitere Vorgehen beraten.

Hinweis

Am 23. März informiert der Segelklub Stansstad um 17 Uhr in seinem Klubraum (SGV-Landesteg Stansstad) interessierte Eltern und Jugendliche über das Konzept und beantwortet Fragen.