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STANSSTAD: So wird die Kehrsitenstrasse sicherer

Die Kehrsiten­strasse soll für 17,4 Millionen Franken umfassend saniert werden. Das bringt mehr Sicherheit – und Lebensqualität für Mensch und Tier.
Kurt Liembd
Die Visualisierung zeigt geplante Massnahmen: Ausbuchtungen als Nischen für den Langsamverkehr. (Bild: PD)

Die Visualisierung zeigt geplante Massnahmen: Ausbuchtungen als Nischen für den Langsamverkehr. (Bild: PD)

Kurt Liembd

Der neue Baudirektor Josef Niederberger wird gefordert. Zu seinem Amtsantritt Anfang Juli traf er gleich mehrere grosse Brocken in Form von Bauprojekten an. Am Montag nahm er an einer Informationsveranstaltung in Hergiswil teil, wo für 43 Millionen Franken eine Doppelspur der Zentralbahn entstehen soll, am Donnerstag gings in Stansstad um das Gesamtprojekt Kehrsitenstrasse. 80 Personen haben den Weg in die Aula gefunden, darunter viele aus Kehrsiten, um sich aus erster Hand informieren zu lassen.

Historischer Verkehrsweg

«Es wurde schon viel geredet. Nun ist die Zeit gekommen, dass auch gehandelt wird», sagte Josef Niederberger einleitend. In der Tat: Damit ging die Baudirektion in die Offensive und stellte das Projekt eingehend vor. Projektleiterin Alexandra Gebhardt von der Baudirektion gab viele grundlegende Informationen und sprach über Themen wie Risikoanalyse, Verkehrskonzepte, Verkehrsqualität, Projekthistorie, Ziele aus der Sicht von Heimat-, Natur- und Landschaftsschutz, Steinschlagschutz, ja sogar über Amphibienpopulationen. Tatsächlich lebt im Bereich Hüttenort bis Baumgarten eine Erdkrötenpopulation, die im Bundesinventar der Amphibienlaichgebiete von nationaler Bedeutung eingetragen ist.

«Eines der Ziele besteht darin, diese Amphibienpopulationen zu erhalten beziehungsweise durch Massnahmen wie zum Beispiel den Bau von Amphibienleiteinrichtungen nicht zu verhindern», sagte Alexandra Gebhardt. Dies ist allerdings nur einer von vielen Aspekten. Weitere Ziele des Projektes sind: Schutz aller Strassenbenützer vor Steinschlägen, Schaffung einer Langsamverkehrsachse, Beibehaltung des Strassenquerschnitts dank zusätzlichen Ausweichstellen sowie die Wahrung der historischen Substanz und des Erscheinungsbilds. Denn die Kehrsitenstrasse ist heute im Bundesinventar für historische Verkehrswege von kantonaler Bedeutung eingetragen.

Drei Winterhalbjahre Vollsperrung

Blick zurück: Die Kehrsitenstrasse wurde vor 138 Jahren (1878/79) als Erschliessungsstrasse gebaut. Durch ihren direkten Anschluss an den Vierwaldstättersee liegt sie im Perimeter des Bundesinventars der Landschaften und Naturdenkmäler von nationaler Bedeutung. Der Ortsteil Kehrsiten ist zudem im Bundesinventar für schützenswerte Ortsbilder der Schweiz von nationaler Bedeutung erfasst. All diese verschiedenen Anforderungen unter einen Hut zu bringen, erfordert einen zeitintensiven und partizipativen Planungsprozess mit den Anwohnern, der Gemeinde und den Fachstellen des Kantons und des Bundes. Das Gesamtprojekt erstreckt sich vom General-Guisan-Quai bis zur Kapelle Kehrsiten und umfasst die Teilprojekte Steinschlagschutz, Verkehrsqualität, Amphibien und Instandstellung der Strasse. Weiter war an der Versammlung zu erfahren, dass alle vier Teilprojekte aufeinander abgestimmt sind und nicht als Insellösungen betrachtet werden können. Die Kosten des Gesamtprojektes belaufen sich auf 17,4 Millionen Franken und werden zum grössten Teil von Bund und Kanton getragen. Vorgesehen ist ein Bau in mehreren Etappen während drei Winterhalbjahren. Während der Bauzeit gibt es eine Vollsperrung mit Schiffsbetrieb sowohl für Personen wie Fahrzeuge.

Einheimische stehen dahinter

In der anschliessenden Diskussion stiess das Projekt im Grundsatz auf Zustimmung. Es wurde höchstens bemängelt und gefragt, weshalb es nicht schneller vorwärts gehe. Die Steinschläge der vergangenen Zeit (der letzte grosse war Anfang Juli 2016) sind offenbar in bester Erinnerung. Weitere kritische Voten bezogen sich auf die lange Vollsperrung während der Bauzeit und auf die Etappierung der Bauarbeiten. Zudem wurde kritisch gefragt, ob die Notfallversorgung während der Bauzeit gewährleistet sei und wie der Schiffsverkehr im Detail während der verschiedenen Bauphasen funktioniere. Nicht ernsthaft diskutiert wurde die Alternative «Tunnellösung», auch wenn dies ein Bürger wieder ins Spiel brachte. Ein Tunnel sei aus schon Kostengründen nicht möglich, sagte Baudirektor Josef Niederberger.

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