STANSSTAD: Unfall im Hafen: Mann ist an Infarkt gestorben

Am Sonntag meldete die Polizei, dass ein Mann in Stansstad von einem Boot gestürzt und ertrunken sei. Dem widerspricht nun der Bootsführer.

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«Beim Verlassen eines Motorbootes stürzt ein 74-jähriger Mann ins Wasser und ertrinkt. Während der Bootsführer das Schiff am Standplatz vertäute, versuchte offenbar einer der Passagiere das Boot bereits zu verlassen.» So steht es wörtlich in der Mitteilung der Nidwaldner Kantonspolizei vom vergangenen Sonntag.

«Stimmt nicht», sagt G. V.*, Bootsbesitzer und -führer. «Ich, meine Lebenspartnerin und die Frau des Verstorbenen haben der Polizei in jener Nacht unabhängig voneinander anders ausgesagt. Unser Kollege ist nicht ins Wasser gestürzt. Meine Lebenspartnerin sah plötzlich, wie er auf dem Steg zusammensackte und lautlos ins Wasser glitt.» Sofort hätten sie ihn gesucht. «Wir haben nach ihm gerufen, aber er gab keine Antwort. Um diese Zeit am Morgen früh ist es ruhig am Bootshafen, da hätten wir es hören müssen, wenn er wirklich ins Wasser gestürzt wäre oder wenn er um Hilfe gerufen hätte.»

Jubiläum in Luzern gefeiert
Der Verstorbene, der 74-jährige R. S.*, aus Stansstad, war viel auf dem See. Er war Mitglied des Wassersportclubs Vierwaldstättersee. Die beiden befreundeten Paare hatten jedes Jahr am Treffen dieses Vereins teilgenommen. Am Samstagabend waren sie in diesem Rahmen am 50-Jahr-Jubiläum des Vereins in der Seeburg in Luzern und fuhren dann mit dem Schiff «bei sternenklarem Himmel» zurück nach Stansstad. Hier wohnte R. S. nur einen Katzensprung vom Bootshafen entfernt.

Inzwischen ist bekannt, dass der 74-jährige verstorbene Mann am Steg einen Herzinfarkt erlitten hatte. Das hat das Institut für Rechtsmedizin der Uni Zürich seiner Ehefrau mitgeteilt. Verhörrichter Alois Bissig bestätigt die Information.

Markus von Rotz

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* Namen der Redaktion bekannt