Stansstad
Feuerwehr und Werkhof unter einem Dach: Nun fahren die Baumaschinen auf

Im Sommer des kommenden Jahres können voraussichtlich Feuerwehr und Werkhof ihren gemeinsamen Standort im Seepark beziehen.

Matthias Piazza
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Das Areal des künftigen Gebäudes von Feuerwehr und Werkhof.

Das Areal des künftigen Gebäudes von Feuerwehr und Werkhof.

Bild: Urs Hanhart (Stansstad, 14. Januar 2021)

Sie unterhalten die gemeindeeigenen Liegenschaften, die Strassen, die öffentlichen Anlagen wie das Garnhänki und schauen bei den öffentlichen WC-Anlagen zum Rechten. Brennt's, werden die Werkdienstmitarbeiter zu Feuerwehrleuten, alle vier Mitarbeiter sind bei der Feuerwehr. Sind sie nicht gerade für den Werkdienst draussen, ist der Weg zum Feuerwehrauto kurz. Denn Feuerwehr und Werkhof sind unter demselben Dach. Das Szenario ist zwar noch Zukunftsmusik, soll aber im Sommer nächsten Jahres Realität sein. Die Bauarbeiten für den gemeinsamen Stützpunkt im Seepark sind gestartet.

Gemeindepräsident Beat Plüss spricht von einem modernen, den heutigen Bedürfnissen entsprechenden Gebäude. Dank des gemeinsamen Standorts seien nicht nur die Werkhofmitarbeiter rasch für die Feuerwehr einsatzbereit. Auch könnten viele Räumlichkeiten, wie zum Beispiel der Waschplatz, die Lagerfläche, Disporäume und Duschanlagen gemeinsam genutzt werden. In die 300 Quadratmeter grosse Fahrzeughalle für den Werkhof kommen Putzmaschinen, Traktoren, Salzstreumaschine sowie weitere Fahrzeuge und Gerätschaften der Gemeindedienste. Ebenso gross ist die Einstellhalle für die fünf Feuerwehrautos und die diversen Anhänger. Damit würden laut Plüss auch die prekären Platzverhältnisse der Vergangenheit angehören. Der Mehrzweckraum im Obergeschoss kann neben Feuerwehr und Gemeinde auch von Vereinen oder für sonstige Anlässe genutzt werden.

So soll das neue Gebäude für Werkhof und Feuerwehr in Stansstad aussehen.

So soll das neue Gebäude für Werkhof und Feuerwehr in Stansstad aussehen.

Visualisierung: PD

Von den Erfahrungen aus Buochs profitiert

Bei der Projektierung musste das Rad nicht ganz neu erfunden werden. Der Stansstader Gemeinderat profitierte von den Erfahrungen aus Buochs. Dort sind Feuerwehr und Werkhof seit November 2019 Tor an Tor. «Wir haben die Entstehung des Stützpunktes mit Interesse verfolgt und hörten bei einem Besuch nach Inbetriebnahme von den positiven Erfahrungen», sagt Beat Plüss. Die Nidwaldner Sachversicherung habe aus den gesammelten Erfahrungen in Buochs Empfehlungen für die Innenausstattung des neuen Stansstader Feuerwehrdepots abgeleitet.

Bis zum Baustart war es allerdings ein langer Weg. Fast zehn Jahre dauerte die Suche nach einem geeigneten Standort. «Oft scheiterte es daran, dass die Grundstückeigentümer die Parzelle nicht zur Verfügung stellen wollten», erinnert sich Beat Plüss. Fünfzehn Standorte wurden geprüft und bewertet. Eine Testplanung bei den heutigen Standorten von Werkhof und Feuerwehr ergab, dass die Zonenbestimmungen für eine derartige Nutzung nicht gegeben und die für einen zeitgemässen Betrieb erforderlichen Flächen auch nicht vorhanden sind.

Standort sei ein Glücksfall

Am 28. Juni des vergangenen Jahres stimmten die Stansstader mit 70,3 Prozent dem Baukredit über 8,15 Millionen Franken zu, wobei sich die Nidwaldner Sachversicherung mit 782'000 Franken beteiligt. Beat Plüss spricht von einem zweckmässigen Neubau, dessen Kosten sich die Gemeinde Stansstad durchaus leisten könne. Die Investition von 7,3 Millionen Franken sei in der langfristigen Finanzplanung der Gemeinde berücksichtigt worden.

Der Seepark sei als Standort ausserhalb des Dorfes ein Glücksfall, auch wegen der Zufahrt, so Beat Plüss. Diese erfolgt nach der Feldbrücke zum Werkhof, jene zur Feuerwehr direkt ab der Feldstrasse. Eine Ampelanlage soll die Verkehrssicherheit gewährleisten.

Noch völlig unklar ist gemäss Beat Plüss, was mit den bisherigen Liegenschaften von Feuerwehr und Werkhof bei der Dorfstrasse neben dem Oberstufenschulhaus passiert.

«Aktuell stehen noch sämtliche Optionen offen.»