Stansstad zeigt, wie es sich hier feiern lässt

In Stansstad gibt es im kommenden Jahr zum 600-Jahr-Jubiläum über 20 Anlässe. Ürte, Gemeinde, Vereine, Schulen und Kirchen stellen ein grosses Programm auf die Beine.

Philipp Unterschütz
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Lichtkunstspektakel des Künstlers Gerry Hofstetter beim Schnitzturm in Stansstad. (Bild: Corinne Glanzmann, 12. Februar 2008)

Lichtkunstspektakel des Künstlers Gerry Hofstetter beim Schnitzturm in Stansstad. (Bild: Corinne Glanzmann, 12. Februar 2008)

Nirgendwo in Nidwalden wird im kommenden Jahr so viel gefestet wie in Stansstad. Mit gutem Grund: Die Gemeinde darf 2020 ihr 600-Jahr-Jubiläum feiern. Zwar gibt es keine eigentliche Gründungsurkunde oder Ähnliches. «Aber es gibt verschiedene Dokumente, unter anderem eines aus dem Jahr 1497, die belegen, dass sich irgendwann im Jahr 1420 die Ürte Stansstad von Stans trennte», weiss der Stansstader Geschäftsführer Lukas Liem. «Und weil damals die Ürten die klassischen Aufgaben einer heutigen Gemeindeverwaltung ausübten, wie Einwohnerkontrolle oder Baubewilligungen, wurde Stansstad damit eine eigene Gemeinde.»

Stansstad war zu dieser Zeit ein kleines Fischerdorf an ausgezeichneter Lage, durch das deshalb auch wichtige Handelsrouten und später auch touristische Wege vom See her führten. Dabei spielte auch das Kloster Engelberg eine wichtige Rolle, das in Stansstad viel Besitz – unter anderem die Sust – hatte. Die Fischer waren selbstständig, mussten aber für die Fischereirechte jährlich am Vorabend von Allerheiligen einen Fischzins von 300 Albeli ans Kloster liefern.

Die ganze Gemeinde macht mit

Nun feiert sich Stansstad aber nicht etwa mit einem einmaligen, gewaltigen Jubiläumsfest. «Weil wir kein genaues ‹Geburtsdatum› haben, verteilen wir die Festivitäten eben auf das ganze Jahr», erklärt Lukas Liem. Ausser im Februar finden darum jeden Monat zwei Anlässe in Verbindung mit dem Jubiläum statt, 24 insgesamt. «Wir wollen zeigen, dass wir eine aktive Gemeinde sind. Eine Gemeinde mit hoher Lebensqualität und tollen Wohnlagen in einer wunderschönen Landschaft, steuergünstig, und verkehrstechnisch bestens erschlossen.» In Stansstad dürfe man, ohne zu übertreiben, sagen, «wir leben da, wo andere Ferien machen», so Lukas Liem weiter.

Das sechsköpfige OK mit Vertretern der Gemeinde, der Kulturkommission und der Ürte hat bereits im vergangenen Jahr alle Vereine, Kirchen und Schulen angeschrieben. Nach einem Infoabend wurden schliesslich über 50 Ideen und Vorschläge eingereicht. «Wir sind wirklich beeindruckt vom grossen Interesse und wie die Stansstaderinnen und Stansstader mit Begeisterung mitziehen.»

Ein Programm mit vielen Höhepunkten

Das Programm, das nun auf die Beine gestellt wird, darf sich sehen lassen. Von sportlichen über kulturelle Anlässe ist für alle etwas dabei – eigentlich ist jeder für sich ein kleiner Höhepunkt. Es gibt eigens komponierte Musikstücke, ein spezielles Theater, eine Fotoausstellung, Teilnahme am Gemeindeduell Schweiz bewegt, Badi-Open-Air, Waldweihnacht auf dem Bürgenstock und vieles mehr. Aus Sicht der Gemeinde speziell erwähnenswert sind der Neujahrsapéro, die Frühlingsgemeindeversammlung oder der ökumenische Gottesdienst mit Abt Christian vom Kloster Engelberg (siehe Kasten).

Zum Jubiläumsjahr gehört aber auch Nachhaltiges wie ein historischer Pfad, der an den Franzosenüberfall von 1798 erinnert. Er verbindet alle Ortsteile auf den Wegen, den die Franzosen damals gegangen sind und wird in Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule Luzern beschildert. Von bleibendem Wert sind auch eine grosszügige Feuerstelle mit Picknickplatz, welche die Ürte in einem ihrer Wälder schafft oder ein spezielles Jubiläumsbuch. «Wir sind überzeugt, dass alle diese verschiedenen Aktivitäten viel Freude bereiten und die positiven Emotionen lange nachwirken», sagt Lukas Liem, und ergänzt, dass man natürlich auch hoffe, dass möglichst viele auswärtige Besucher in Stansstad mitfeiern. «Mit dem Jubiläum können und wollen wir auch Werbung für unsere schöne Gemeinde machen.»

Drei Beispiele aus dem Jubiläums-Programm

Am Neujahrsapéro am 2. Januar projiziert der weltweit tätige, renommierte Lichtkünstler Gerry Hofstetter Bilder auf den Schnitzturm. Die Frühlingsgemeindeversammlung findet am 29. Mai in Landsgemeindemanier auf dem Dorfplatz statt, inklusive Rahmenprogramm mit Musik aus dem Mittelalter und Freinacht. Am 16. Juni gibt es einen ökumenischen Festgottesdienst mit Abt Christian vom Kloster Engelberg mit anschliessender Eröffnung der Ausstellung mit noch nie gesehenen Bildern von Pater Emanuel Wagner in der Sust. Besonders passend auch, weil das Kloster Engelberg nächstes Jahr sein 900-Jahr-Jubiläum feiert. (unp)

Bis Jahresende werden alle Stansstader Haushalte mit dem Programm bedient. Informationen gibt es zudem auch über eine eigene Jubiläumsseite unter: www.stansstad.ch