STANSSTAD/BECKENRIED: Der Erlös wandert in die kantonale Fischzucht

Istvan Kupi und Jan Bachmann organisieren eine Börse für Fischereiartikel. Für die Zentralschweiz ist es der erste derartige Anlass.

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Istvan Kupi (links), Inhaber von Isufisch, und Jan Bachmann in ihrem Laden. Bild: Marion Wannemacher. (Stansstad, 11. November 2016)

Istvan Kupi (links), Inhaber von Isufisch, und Jan Bachmann in ihrem Laden. Bild: Marion Wannemacher. (Stansstad, 11. November 2016)

Fischen ist als Hobby beliebt im Kanton Nidwalden. Das merken Jan Bachmann und Inhaber Istvan Kupi vom Geschäft Isufisch Fischereiartikel in Stansstad. Die Kunden schätzten die Beratung, die sie erhielten, sagt Jan Bachmann, und beliebt seien auch die diversen Kurse, die gebucht werden können. Beispielsweise, um sich grundsätzliches Wissen über die Fischerei anzueignen oder auch, um das gezielte Fischen einer Art zu erlernen.

Am 18. Dezember wollen die beiden in der Marina Rütenen Bootswerft AG in Beckenried ein weiteres Angebot für die Hobbyfischer nicht nur in Nidwalden, sondern in der ganzen Zentralschweiz bieten. «Wir organisieren eine Fischereiartikelbörse», beschreiben sie die Pläne. «Private sollen dort ihre nicht gebrauchten Fischereiartikel wie Köder und Ähnliches verkaufen können», sagt Jan Bachmann. Aber auch Händlern soll der Anlass offenstehen. «Es gibt in der Zentralschweiz noch keinen vergleichbaren Anlass», hält er weiter fest. Und die beiden sind überzeugt, damit ein Bedürfnis abzudecken. Sie hoffen, dass 300 bis 500 Personen an jenem Sonntag den Weg nach Beckenried finden.

Organisatoren arbeiten nicht auf Gewinn hin

«Rund zehn Händler werden in der Marina-Lagerhalle ihre Produkte anbieten. Daneben wird es Platz haben für bis zu 50 private Verkäufer», erklärt Jan Bachmann. Isufisch tritt selber nicht als Verkäufer in Erscheinung. «Wir konzentrieren uns auf die Organisation und die Durchführung des Anlasses. Auch Aussteller aus dem Wassersportbereich werden in der Marina sein, Boote und Bootszubehör und auch die Seepolizei werden zu sehen sein.»

Während die Verkäufer auf eigene Rechnung arbeiten, wollen Kupi und Bachmann mit dem Anlass keinen Gewinn erwirtschaften. Die Mieten für die Tische sowie die übrigen Einnahmen etwa aus der Gastronomie wollen sie der kantonalen Fischbrutanlage in Beckenried spenden. «Wir möchten etwas beisteuern, denn die Fischbrutanlage ist wichtig für unsere Passion und die Zukunft», betont Bachmann, der selber ein begeisterter Fischer ist.

«Diesen Zustupf nehmen wir natürlich gerne», sagt Fabian Bieri, Leiter der Abteilung Jagd und Fischerei beim Kanton Nidwalden. Der Beitrag ist umso willkommener, als eine rund 15 Jahre alte Kälteanlage ausgefallen ist und ersetzt werden muss. «Die Anlage benötigen wir für die Felchenzucht», erläutert Bieri. Der Kanton Nidwalden ist gemäss interkantonaler Vereinbarung über die Fischerei im Vierwaldstättersee verpflichtet, zur Vermehrung und Veredelung des Fischbestandes eine Brutanstalt zu betreiben und pro Jahr zur Unterstützung der Naturverlaichung Felchen und Forellen auszubrüten. Darin wird ein Teil der Fischeier – pro Saison bis zu 20 Millionen – in speziellen Gläsern von gekühltem Wasser umspült und in Bewegung gehalten. «Das erlaubt uns, den Schlüpfzeitpunkt der Fische um mehrere Monate bis Ende April oder Anfang Mai hinauszuzögern.» Die geschlüpften Felchen würden nicht angefüttert, sondern direkt im See ausgesetzt, mit Vorteil an sonnenbeschienen Stellen, wo sich das Plankton als Nahrung der Fische gut entwickle, so Bieri. «Dank des späten Schlüpfzeitpunkts finden die Fische dann im See mehr Nährstoffe, was ihre Überlebenschancen erhöht.»

Vertrag mit dem Kanton Obwalden

«Als die Anlage 2001 erstellt worden ist, haben sich der Berufsfischerverband Vierwaldstättersee und die Geschäftsstelle der Fischereikommission sowie diverse kleine Spender grosszügig daran beteiligt», hält Bieri weiter fest. Die neue Anlage werde auf dem neusten Stand und energieeffizienter sein. Das gekühlte Wasser werde mehrmals gebraucht. «Die Anlage wird auch etwas grösser sein, sodass wir rund zwei Drittel der von den Berufsfischern angelieferten Fischeier herunterkühlen können.» Finanziert wird die Anlage vom Kanton. Ab diesem Jahr besteht zudem ein Vertrag mit dem Kanton Obwalden zur Mitbenutzung der Fischbrutanlage in Beckenried. In ihr werden rund um den Vierwaldstättersee am meisten Felchen ausgebrütet. «Darum haben wir eine gewisse Wichtigkeit», sagt Bieri, «neben der Naturverlaichung, die sicher auch funktioniert.»

Über welche Summe sich Fabian Bieri und die Fischzuchtanlage letztlich freuen dürfen, lasse sich nur schwer prognostizieren, sagt Jan Bachmann. «Wir hoffen, dass es mehr als 5000 Franken sein werden.»

Hinweis

Wer an der Messe Waren anbieten möchte, kann sich bis am 10. Dezember unter events@isufisch-fischereiartikel.ch melden.

Martin Uebelhart