STANSSTAD/ENNETMOOS: Steinag eröffnet den neuen Steinbruch Rüti

Mit dem neu erschlossenen Steinbruch Rüti der Steinag Rozloch AG kann der Abbau von Kieselkalk für die nächsten Jahrzehnte gesichert werden. Das Schacht-Kavernensystem der Anlage ist ein Novum.

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Blick in den Tunnel Rüti. (Bild pd)

Blick in den Tunnel Rüti. (Bild pd)

In den letzten zwei Jahren wurde als Ersatz für den Steinbruch Rotzloch in Stansstad der neue Steinbruch Rüti in Ennetmoos erschlossen, wo für die nächsten 30 Jahre ein Abbau von 3,3 Millionen Kubikmetern bewilligt wurde. Damit kann die Versorgung der Steinag Rozloch AG mit Hartgesteinmaterial gesichert werden, wie es in einer Medienmitteilung heist.

110 Meter tiefer Schacht
Im neuen Steinbruch Rüti wird in Zukunft Kieselkalk-Gestein abgebaut. Dazu wird der Felsen lokal gesprengt und mittels einer mobilen Vorbrechanlage zerkleinert. Darauf wird dieses Material in einen 110 Meter senkrecht abfallenden Vertikalschacht geschuttert. Dieser wird immerzu gefüllt, damit das Gestein nicht fällt und durch die Wucht des Aufpralls zerstört wird. Am unteren Ende des Schachts gelangt das Material in die Kaverne, von wo es automatisch aufs Förderband umgeleitet wird.

Auf diesem 1000 Meter lange Förderband im eigens dafür gebauten Tunnel gelangt der Rohstoff in die bestehenden Verarbeitungsanlagen im Rotzloch. Es durchläuft zuerst den Tunnel Rüti, quert darauf den Mehlbach und wird durch den Tunnel Rotzloch auf die neue Übergabestation im bestehenden Steinbruch Rotzloch geleitet. Von dort gelangt es durch ein weiteres Förderband ins Schotterwerk, wo es wie heute zu Schotter, Hartsplitt und Sand weiterverarbeitet wird. Diese Erschliessungsart hat den grossen Vorteil, dass das Gestein nicht mit Lastwagen transportiert werden muss. Die Emissionen können so auf ein Minimum begrenzt werden.

50% wird renaturiert
Im Steinbruch Rotzloch wird zur Zeit noch Gestein abgebaut, bis das bewilligte Volumen erschöpft ist. Mit dem Ziel, rund 50% des alten Steinbruchs aufzufüllen und zu renaturieren, wurde im Rotzloch eine Inertstoffdeponie aufgebaut. Der andere Teil des bisherigen Steinbruchs dient als Umschlagplatz für das Gesteinsmaterial, das künftig unterirdisch ins Rotzloch transportiert wird.

Der Erschliessung des Steinbruchs Rüti gingen lange Verhandlungen voraus mit Umweltverbänden, Vertretern der Gemeinden, des Kantons und des Bundes, bis die Bewilligung für den neuen Steinbruch erteilt wurde. In der Bewilligung wird als Auflage die Bildung einer Begleitkommission gefordert, welcher Vertreter des Kantons, der Gemeinden Ennetmoos und Stansstad, von Umweltschutzverbänden und der Steinag Rozloch AG angehören. Dieses Kontrollorgan hat die bisherigen Bauarbeiten begleitet und wird auch den Betrieb des Steinbruchs Rüti überwachen, der diverse Auflagen erfüllen muss.

scd

HINWEIS
Am kommenden Samstag findet zur Eröffnung von 10-22 Uhr im Rotzloch das «Felsen-Fest» für die Bevölkerung mit vielen Attraktionen statt. Mehr Informationen »