Stansstader entscheiden über Umzonung in Obbürgen

Die drei Personalhäuser reichen nicht mehr. Im Bürgenstock Resort soll’s darum ein viertes Haus geben.

Matthias Piazza
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Die bestehenden Personalhäuser genügen nicht mehr. Nun ist ein viertes geplant. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 17. Mai 2017))

Die bestehenden Personalhäuser genügen nicht mehr. Nun ist ein viertes geplant. (Bild: Corinne Glanzmann (Bürgenstock, 17. Mai 2017))

An der Gemeindeversammlung vom 28. Mai befinden die Stansstader über diverse Geschäfte. In einem Traktandum entscheiden die Bürger über eine Teilrevision der Nutzungsplanung. Rund 1500 Quadratmeter im Gebiet Schöntal in Obbürgen sollen von der übrigen Zone zur Wohnzone umgezont werden. Dies ist Voraussetzung dafür, dass die Bürgenstock Hotels AG weitere Wohnungen für ihre Mitarbeiter bauen kann.

Gemeindepräsident Beat Plüss spricht von einem wichtigen Geschäft: «Wir gewinnen so zusätzliche Steuerzahler und die Mitarbeiter können sich einen langen Arbeitsweg ersparen.»

«Es braucht ein viertes Personalhaus, da die 150 Zimmer in den bestehenden drei Personalhäusern bereits vollständig belegt sind, teilweise sogar doppelt», sagt Jonas Reif, Mediensprecher der Bürgenstock Hotels AG, auf Anfrage. In wenigen Minuten am Arbeitsplatz zu sein, sei attraktiv, die Lebensqualität in Obbürgen hoch und die Anbindung an den öffentlichen Verkehr nach Luzern gut, begründet er die hohe Nachfrage nach den Wohnungen in unmittelbarer Nähe zum Resort. Mit dem neuen Personalhaus sollen insbesondere Kadermitarbeiter mit Kindern angesprochen werden. «Die Kinder können in Obbürgen zur Schule gehen und das Dorf positiv beleben», erklärt Reif. Zudem würden der Strassenverkehr auf den Bürgenstock verringert und zusätzliche Steuereinnahmen generiert.

Aktuell wohnt rund ein Viertel der etwa 800 Mitarbeiter im Resort. Die Pendler wohnen grösstenteils in der Zentralschweiz, andere sind in den Kantonen Aargau, Zürich und Basel zu Hause.

Lücke im Versorgungsnetz soll geschlossen werden

Ein anderes Thema an der Versammlung ist die Wasserversorgung. Stansstad bezieht sein ganzes Trink-, Brauch- und Löschwasser von Stans. Ein Teil der Stansstader wird vom Grundwasserpumpwerk Zug versorgt. Dieses gemeinsam mit Stans betriebene Pumpwerk stellte als zusätzliches Standbein die Wasserversorgung bei Reparaturarbeiten oder Störungen bei den Fassungen oder Entkeimungsanlagen der Quellen sicher. Sie kam auch zum Einsatz, wenn die Erträge der Quellen etwa wegen Trockenheit zurückgingen.

Die 1972 gebaute Anlage wird im nächsten Jahr stillgelegt, da die Konzession im Jahre 2020 abläuft. Die Stanser haben im vergangenen Jahr einem Kredit für 2,6 Millionen Franken zugestimmt, um dafür das Grundwasserpumpwerk Ober Milchbrunnen auszubauen.

Das im nächsten Jahr stillgelegte Pumpwerk hinterlässt eine Lücke im Versorgungsnetz. Diese soll durch zwei neue Leitungen geschlossen werden. Ein neuer Leitungsabschnitt will die Gemeinde entlang des Galgenriedkanals bis an die Rotzlochstrasse bauen. Ein Verbundschacht soll bei der Abwasser-Reinigungs-Anlage (ARA) Rotzwinkel den Wasserdurchfluss regulieren und die Wassermenge zählen. Die zweite Leitung wird entlang der Stansstaderstrasse in Stans im Bereich Fronhofen erstellt. Sagen die Stansstader an der Gemeindeversammlung Ja zum Projekt, sollen die Leitungen bis Ende Jahr in Betrieb genommen werden.

Besserer Abschluss als budgetiert

Gegenüber dem Budget schliesst die Rechnung der politischen Gemeinde rund 400000 Franken besser ab als erwartet. Das Defizit beträgt damit «nur» rund 81000 Franken – dies bei einem Aufwand von rund 11,6 Millionen Franken. Die Pro-Kopf-Verschuldung hat sich gegenüber 2017 auf 403 Franken halbiert.

Investiert wurde im vergangenen Jahr für «nur» 817000 Franken, obwohl knapp 3 Millionen vorgesehen gewesen wären. Einige Projekte werden erst später ausgeführt, begründet der Gemeinderat in der Botschaft diese Differenz.

Schlechter als erwartet präsentiert sich die Rechnung der Schulgemeinde. Das Defizit ist mit 346000 Franken 113000 Franken höher als budgetiert. Dies wegen höherer Aufwendungen und tieferer Steuererträge, wie der Schulrat schreibt. Für die Umnutzung der Zivilschutzanlage im Untergeschoss des Orientierungsschulhauses wurden 676000 Franken investiert.

Ein Defizit von 19400 Franken bei einem Aufwand von 987100 Franken weist die Rechnung der Kirchgemeinde aus (Budget 136800 Franken). Um rund 70000 Franken höhere Steuereinnahmen haben unter anderem zu diesem besseren Resultat beigetragen, schreibt der Kirchenrat.

Abgestimmt wird bei der politischen Gemeinde auch über das Baurecht für den neuen Standort des Werkhofes und der Feuerwehr im «Seepark» (siehe Ausgabe vom 2. Mai).

Gemeindeversammlungen: Dienstag, 28. Mai, ab 20 Uhr, Gemeindesaal, Kehrsitenstrasse 24, Stansstad. Kirchgemeindeversammlung: 2. Juni, 11.30 Uhr. Ökumenisches Kirchgemeindehaus