Die härtesten Rennen der Welt: Stansstader Fabian Imfeld trotzt extremer kanadischer Kälte

Fabian Imfeld gewann das härteste Rennen der Welt. Er legte 300 Meilen in der kanadischen Wildnis zurück.

Matthias Piazza
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Fabian Imfeld aus Stansstad hat den «Yukon Arctic Ultra» 2020 in der Kategorie 300 Meilen (Einzel) gewonnen.

Fabian Imfeld aus Stansstad hat den «Yukon Arctic Ultra» 2020 in der Kategorie 300 Meilen (Einzel) gewonnen.

Bild: PD/Mark Kelly

Nur noch zwei der 21 Teilnehmer in der Kategorie 300 Meilen Einzel des «Montane Yukon Arctic Ultra» waren am Schluss überhaupt noch in der Lage, das Rennen zu beenden. Unter ihnen auch Fabian Imfeld (34). Aber auch sein letzter Mitkonkurrent um den Titel vermochte den souveränen Sieg des 34-jährigen Stansstaders nicht zu verhindern.

Am frühen Morgen des 6. Februar Ortszeit traf er als erstes in Pelly Farm ein, im Nordwesten Kanadas. Sechs Tage zuvor war er im 300 Meilen (482 Kilometer) entfernten Whitehorse gestartet. Aus gutem Grund gilt der «Yukon Arctic Ultra» als härtestes Rennen der Welt. Zu Fuss mussten sich die Teilnehmer durch die Wildnis Kanadas kämpfen – Proviant und Spezialausrüstung auf einem Schlitten hinter sich hergezogen. Und dies bei Temperaturen von bis zu 50 Grad unter dem Gefrierpunkt. «Es ist unglaublich, was Fabian Imfeld da geleistet hat», sagt Marcel Wüst, der das Rennen seines langjährigen Kollegen von der Schweiz aus verfolgt hatte. Die extreme Kälte sei eine der grössten Herausforderungen für die Teilnehmer. «Durch die körperliche Anstrengung beginnt man in der dicken Winterausrüstung zu schwitzen. Man will sich der Kleider entledigen.»

Bei einem 61-jährigen Sarden etwa, der 2018 teilnahm, mussten Arme und Füsse amputiert werden. Er hatte sich verirrt, war stundenlang in einem Schneesturm gefangen und ohne Kontakt zur Aussenwelt der Kälte ausgeliefert.

Beim ersten Mal musste er kapitulieren

Vor der erbarmungslosen Kälte musste auch Fabian Imfeld vor einem Jahr kapitulieren, als er das erste Mal für den «Yukon Arctic Ultra» antrat. Wegen einer Frostbeule an einem Zeh musste er das Rennen abbrechen.

Auf die Idee zu diesem Abenteuer kam Fabian Imfeld vor vier Jahren, als er bei seinem einjährigen Kanada-Aufenthalt im Yukon-Gebiet von dem «Yukon Arctic Ultra» hörte – und davon sofort begeistert war.

Dass sich der Stansstader diese Strapazen antue und sich vor solchen Rückschlägen nicht entmutigen lasse, könnte einen Aussenstehenden verwundern, zählen doch «bloss» Fussballspielen und Joggen normalerweise zu den sportlichen Betätigungen des Elektroingenieurs.

Doch Marcel Wüst, der Fabian Imfeld schon seit dem Sandkasten kennt, weiss um seinen Ehrgeiz. «Fabian ist ein Abenteurer durch und durch. Wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann setzt er es auch durch. Als er darum verkündete, das Rennen zu absolvieren, wussten wir, dass er es ernst meint.»

Weitere Informationen mit den Resultaten: www.arcticultra.de