Stansstader Fasnächtler: Von Kopf bis Fuss auf Zeitung eingestellt

Auch dieses Jahr berichtete unsere Zeitung ausführlich über die Fasnacht. Dass man den Spiess auch umdrehen kann, bewiesen am Umzug vom Schmutzigen Donnerstag in Stans Jonny Näf (68) und Othmar Mattle (70).

Matthias Piazza
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 Jonny Näf (links) und Othmar Mattle. (Bild: Markus von Rotz, 28. Februar 2019)

 Jonny Näf (links) und Othmar Mattle. (Bild: Markus von Rotz, 28. Februar 2019)

Die beiden Stansstader rückten die «Nidwaldner Zeitung» in den Fokus des Interesses. Von Kopf oder besser gesagt von Maske bis Fuss erschienen die beiden im Zeitungskostüm auf dem Dorfplatz. Jonny Näf als Frau in Rock und mit Damenfrisur, «ihr» Mann mit Hut. «Wir kauften im Brockenhaus alte Kleider und pflasterten sie mit Zeitungen voll. Als Maske dienten Schuhkartons», erzählt Jonny Näf. Und sie sind aufgefallen: «Wir wurden oft fotografiert, erhielten viel Lob, überall schossen Daumen in die Höhe.»

Die Idee sei spontan entstanden, rund eine Woche vor dem Schmutzigen Donnerstag. «Auf der Suche nach einem neuen Sujet, das hervorsticht, kamen wir auf das Zeitungskostüm. Damit wollen wir auch demonstrieren, was man aus Zeitungen alles machen kann.» Als besonderen Gag bevorzugten sie Zeitungsseiten von drei Ausgaben mit aktuellen Artikeln über Nidwalden, was auf besonderen Anklang gestossen sei.

Im Gegensatz zur Herstellung ist das Tragen des aussergewöhnlichen Kostümes nicht ganz unkompliziert. «Man muss schon aufpassen beim Anziehen. Nachdem Othmar in seine Hosen geschlüpft war, musste er schon das erste Mal eine zerrissene Zeitungsseite ersetzen», erzählt Jonny Näf amüsiert. Das grösste Problem sei aber ohnehin nicht das An- und Ausziehen, sondern das Wetter. «Zum Glück war es trocken. Regen hätte unser Zeitungskostüm natürlich überhaupt nicht ertragen.»

Bei schlechtem Wetter wäre die ganze Arbeit aber nicht für die Katz gewesen. «Wir hätten einfach nächstes Jahr unser Glück wieder versucht.» Was aber nicht heisst, dass sie aufs Verkleiden verzichtet hätten. «Wir hätten eine Alternative in der Hinterhand gehabt», beteuert Jonny Näf, der mit Othmar Mattle seit zwölf Jahren ein eingespieltes Fasnachtsduo stellt. «Mit einer originellen Verkleidung den Leuten eine Freude machen, ist das Tolle an der Fasnacht», schwärmt Jonny Näf. Das sehen, zumindest seiner Wahrnehmung nach, immer mehr Fasnächtler so. «Mich dünkt, dass man jedes Jahr mehr wilde Gruppen an der Fasnacht antrifft. Es freut mich, dass dieser schöne Brauch so auflebt.»

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