Stansstader löst mit seiner Weihnachtsbeleuchtung jedes Jahr einen Wow-Effekt aus

Die Weihnachtsbeleuchtung von Kaspar Schuler wächst von Jahr zu Jahr. Und hat sogar therapeutische Wirkung. Die Attraktion spürt allerdings auch der Stromzähler. Und wenn ein Lämpchen defekt ist, beginnt eine aufwendige Suche.

Matthias Piazza
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«Würde ich das nicht machen, wären die Leute enttäuscht.» Kaspar Schuler montiert jedes Jahr etliche Lichterketten ums Haus. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 18. Dezember 2018))

«Würde ich das nicht machen, wären die Leute enttäuscht.» Kaspar Schuler montiert jedes Jahr etliche Lichterketten ums Haus. (Bild: Corinne Glanzmann (Stansstad, 18. Dezember 2018))

«Gratulation für die schöne Arbeit», loben Passanten Kaspar Schulers Werk, als sie die üppige Weihnachtsbeleuchtung beim «Forellenhof» an der Hauptstrasse in Stansstad bestaunen. Sein Wohnhaus und die Werkstatt von Elektro Schuler sind in leuchtende Sterne, Rentiere und Schlitten gehüllt, ebenso der Garten und der Vorplatz sowie die Bäume und Sträucher. Auf dem Dach erstrahlen Weihnachtspäckli.

Es ist zur schönen Tradition geworden. An drei Wochenenden baut er jeweils zusammen mit seinen Söhnen das Lichterspektakel auf. Immer am Samstag vor dem ersten Advent wird es mit gegen hundert Geschäftsleuten, Kollegen und sonstigen Gästen eingeweiht – mit Glühwein, Bratwurst und einem vorgängigen Count­down. «Punkt 17.15 Uhr gehen die Lichter an. Das löst jeweils einen richtigen Wow-Effekt aus», erzählt Kaspar Schuler. Wenn die Anlage am Dreikönigstag vom 6. Januar wieder abgebaut wird, wird sie über 340 Stunden unter Strom gewesen sein – an fast 40 Tagen zwischen 6 und 8 Uhr sowie 17 und 0.15 Uhr.

Fast vierstellige Stromrechnung

Das hinterlässt auch beim Stromzähler seine Spuren, zumal noch nicht alle Beleuchtungselemente auf stromsparende Leuchtdioden umgerüstet wurden. Auf rund 900 Franken beziffert Kaspar Schuler die Kosten für die etwa 5000 Kilowattstunden.

Die Mühe und Kosten nehme er aber gerne auf sich. «Ich mache damit den Leuten und mir eine Freude. Das positive Echo ist riesig. Die Leute kommen vorbei und fotografieren. Ich erhalte viele Dankeskärtchen mit Gratulationen», erzählt er stolz. Ein Erlebnis streicht er besonders hervor. «Eine Frau kommt jeden Tag eine Viertelstunde lang vorbei. Der Winter drücke ihr aufs Gemüt, erzählte sie. Die Weihnachtsbeleuchtung sei für sie wie eine Lichttherapie.»

Angefangen hat dieses aussergewöhnliche Hobby um die Jahrtausendwende. Für den diplomierten Elektromeister, der mit seinem Geschäft bei seinen Kunden Weihnachtsbeleuchtungen montierte, war es ein naheliegender Schritt, seine Liegenschaft weihnächtlich erstrahlen zu lassen. Jahr für Jahr investierte er zwischen 1000 und 2000 Franken, um die Anlage zu erweitern. Mit wie vielen Lämpchen beziehungsweise Leuchtdioden er die Nacht erhellt, weiss er nicht genau, aber es sind sicher Hunderte, gespiesen über eine umfangreiche Verkabelung.

Mit dem Aufrüsten ist nun Schluss

Gelegentliche Störungen sind bei dieser Anlage, die Wind und Wetter, Schnee und Kälte ausgesetzt ist, nicht ausgeschlossen. «Ist eine einzige Glühlampe defekt, erlischt die ganze Lichterreihe. Dann beginnt die aufwendige Suche nach dem defekten Lämpchen», macht er ein Beispiel. Doch dafür habe er ja nun schliesslich genügend Zeit. Das Elektrogeschäft hat der 66-jährige ehemalige Landrat im vergangenen Jahr seinem Sohn übergeben.

Trotzdem ist für ihn klar, dass nicht mehr weiter aufgerüstet wird. Die Grenze sei nun erreicht worden. Aber ebenso steht für ihn ausser Zweifel, dass er auch nächstes Jahr wieder mit der Hebebühne in die Höhe steige und sein Haus weihnächtlich zum Leuchten bringe. «Das erwarten die Leute. Würde ich es nicht machen, wären sie enttäuscht», meint Schuler lächelnd.