STANSSTAD/KEHRSITEN: Kehrsiten: Die versunkene Welt der Pfahlbauer

Die steinzeitliche Pfahlbausiedlung vor Kehrsiten wurde vor sechs Jahren zufällig entdeckt. Nun werden die Funde in einer Ausstellung gezeigt.

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Tauchausgrabung von Pfahlbauten im See bei Kehrsiten. (Bild pd)

Tauchausgrabung von Pfahlbauten im See bei Kehrsiten. (Bild pd)

Im Jahr 2003 entdeckte ein Sporttaucher vor Kehrsiten zufällig eine steinzeitliche Pfahlbausiedlung. Da es der erste bekannte Siedlungsplatz am Vierwaldstättersee ist, gilt der Fund als wissenschaftlich bedeutend.

2008 wurden die im See liegenden Überreste mit Geldern des Kantons Nidwalden und des Schweizerischen Nationalfonds teilweise ausgegraben, wie die Staatskanzlei Nidwalden in einer Mitteilung schreibt. Rund sechs Meter unter dem Seespiegel sind zwar Holzpfähle sichtbar, erst mit dem Abtragen der Fundschichten wurde jedoch deutlich, dass vor Kehrsiten mehrere steinzeitliche Dörfer im See verborgen sind.

Seltenes Fundstück: Ein steinzeitlicher Hut
Nun organisiert die Fachstelle für Archäologie Nidwalden gemeinsam mit der Fachstelle für Unterwasserarchäologie der Stadt Zürich und der Gemeinde Stansstad eine Ausstellung über die Pfahlbauer von Kehrsiten. Die Ausstellung findet vom 6. Dezember 2009 bis am 17. Januar 2010 in der Sust, Stansstad, statt.

Besucherinnen und Besucher der Ausstellung «Versunkene Welt. Die Pfahlbauer von Kehrsiten» können beim Betrachten der Funde in die Vergangenheit eintauchen. Als besonders seltenes Fundstück ist ein steinzeitlicher Hut zusammen mit einer Nachbildung zu sehen, wie es in der Mitteilung weiter heisst.

Keramikteile, die in die Zeit um 3600 v.Chr. datiert wurden, Werkzeuge und organische Überreste wie Knochen und Samen geben Aufschluss über einen längst vergangenen Alltag. Daneben erhalten die Besucherinnen und Besucher Einblick in die Arbeit der Unterwasserarchäologinnen und -archäologen und erfahren, wie sich der Siedlungsplatz im Verlauf der letzten 6000 Jahre verändert hat.

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