STANS/STANSSTAD: Ausstellung Augustin Rebetez & Laurent Güdel im Nidwaldner Museum

Zwei Kunstschaffende nehmen das Winkelriedhaus und die Festung Fürigen ein. Dabei sprechen sie alle Sinne an.

Merken
Drucken
Teilen
Patrizia Keller (rechts) und Alexandra Heini inmitten der Werke von Augustin Rebetez. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 6. Juni 2017))

Patrizia Keller (rechts) und Alexandra Heini inmitten der Werke von Augustin Rebetez. (Bild: Corinne Glanzmann (Stans, 6. Juni 2017))

Zwei Künstler, zwei Freunde – beide arbeiten mit Klängen. Für die Ausstellung «Loudspeakers Convention» hat Augustin Rebetez (31) den Musiker, Grafikdesigner und bildenden Künstler Laurent Güdel (33) eingeladen. Die beiden bespielen nicht nur das Winkelriedhaus als Museum für Kunst, sondern auch die Festung Fürigen (siehe Kasten).

Augustin Rebetez’ multimediales Werk umfasst Zeichnungen, Skulpturen, Videos, Installationen und Texte. Mit seinen poe­tischen Arbeiten überwindet er die Grenzen herkömmlicher Kunstsparten. Seine Werke behandeln Alltägliches und Banales, Themen wie das Mysteriöse der Nacht, Träume und die Grenzen zwischen Realität und Fiktion. In seiner animistischen Welt erweckt er Möbel und Gegenstände zum Leben und abstrahierte Tiere und Menschen mutieren zu Mischwesen. Dabei halten seine Arbeiten den Besuchern einen kritischen Spiegel vor Augen. So wie seine Präsentationen viel eher der Idee eines Gesamtkunstwerks nahekommen, als dass sie das einzelne Werk in den Vordergrund stellen, so ist Augustin Rebetez kein einsam für sich allein arbeitender Künstler.

Lesungen, Performances und Konzerte bereichern die Orte, an denen er seine Projekte verwirklicht. Für die Ausstellung Loudspeakers Convention hat Rebetez den Musiker, Grafikdesigner und bildenden Künstler Laurent Güdel eingeladen. Sein Interesse an der Klangkunst, die Suche nach der An- und Abwesenheit von Geräuschen, Tönen und Klängen charakterisieren seine Arbeit. Auf Einladung des Nidwaldner Museums bespielen die beiden das Winkelriedhaus als angestammtes Museum für Kunst sowie die Festung Fürigen in Stansstad. Das Festungsmuseum mit Originalausstattung aus den 1940er-Jahren dient ihnen als Ausgangspunkt für eine vor Ort entwic­kelte Arbeit. Nur für den Eröffnungsabend der Vernissage nisten sich die beiden mit Freunden auch in der Festung Fürigen ein. Die im Zweiten Weltkrieg über 200 Meter in den Berg getriebenen Stollen erfahren so für eine begrenzte Zeit eine neue Auslegung: Mit Musik und Licht-, Sound- und Videoinstallationen werden die Räume des Festungsmuseums zum Experimentierfeld. Begleitend zur Ausstellung erscheint eine Publikation als Nummer 11 in der Reihe des «Nidwaldner Kunsthefts». Die Ausstellung im Winkelriedhaus dauert bis 15. Oktober. (pd/red)