Leserbrief

Statt Dialog ist Abriss der Problemlöser

«Natursteinmauer muss wieder weg», Ausgabe vom 21. April

Albert E. Frank, Buochs
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Laut dem Zeitungsbericht hat ein eifriger Beamter die Grundeigentümerin angezeigt und will sie in die Knie zwingen. Er fordert den Rückbau der Natursteinmauer im Weingärtli in Ennetbürgen. Abriss als Problemlöser statt Dialog. Es ist, wie bei vielen solcher Steinaufschichtungen in der Natur – und Landwirtschaftszone, üblich, die Steine aus der Wiese zu einem Haufen zusammen zu tragen. Viele Landwirte nutzen die Steine, um ihr steiles Terrain mit einer Mauer zu sichern. Die Landwirte erhalten vom Bund eine bescheidene Entschädigung für die Mauer.

Nur..., nicht jeder ist vor dem Gesetz gleich. Viele Bürger sind in alle den Jahren über das Vorgehen des eifrigen Mitarbeiters aus der Baudirektion verärgert. Bei den Ausflügen mit dem Fahrrad wird fotografiert und dokumentiert und in der Direktion das weiter Vorgehen ausgeheckt. Die Leute kommen sich, zu Recht, ausspioniert vor. Der Beamte muss von Amtes wegen eine Anzeige und Meldung bei den Gemeinden machen. Das Bauamt in der Gemeinde muss der Sache nachgehen. Ennetbürgen fördert beispielhaft die Natursteinmauern mit viel Steuergeldern. Das ist auch richtig so.

Auch ich musste die kleine «Mauer des Anstosses» besichtigen und entdeckte ein «Eidechsli», das sich in der Sonne wärmte. Eine Natursteinmauer bietet vielen Insekten, Reptilien, Amphibien und auch kleinen Säugetieren wertvollen Lebensraum. In den Ritzen und Spalten finden sie reichlich Nahrung und können sich verstecken, Eier ablegen und überwintern. Forscher sagen, dass bis 2050 sechs Prozent aller Eidechsenarten ausgestorben sind.

Wenn sich nun Beamte selbstständig machen, ist unsere Baudirektion gefordert. Augenmass walten lassen und den Bauherren Hilfestellung anbieten. Probleme lösen, nicht bekämpfen – auch wenn die Normen, Gesetze, Verordnungen etwas ganz anderes aufzeigen. Wir zahlen den Beamten ihren Lohn, also darf man von ihnen erwarten, dass sie innovative Menschen auf das «Corpus Delicti» aufmerksam machen und gemeinsam Lösungen suchen.

Die heruntergekommene Liegenschaft Weingärtli mit den vielen neuen Rebstöcken wurde zu einem schönen Ausflugsziel für Wanderer und Spaziergänger hergerichtet. Die Aufwertung des Weingärtlis ist gelungen und eine Augenweide. Wie viele Bauernhöfe sind zum Teil heruntergekommen und horten Sträucher, Schnittholz und Steinhaufen aber auch Auto-, Eisen- und Metallteile. Ist das schöner als das hergerichtete Weingärtli? Ein Ausflug Richtung Buochli lohnt sich, überzeugen Sie sich selbst.