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Statt Zügen dominieren Baumaschinen zwischen Luzern und Alpnachstad

Die vierwöchige Streckensperre der Zentralbahn wird für die Bauarbeiten intensiv genutzt. Mit dem Einbau der Hilfsbrücke wurde gestern ein weiteres Puzzleteil für das Grossprojekt gesetzt. Eine weitere Sperrung ist bereits geplant.
Matthias Piazza
Die Hilfsbrücke über dem Schluchenbach wird eingebaut. (Bild: Matthias Piazza, Hergiswil, 9. April 2019)

Die Hilfsbrücke über dem Schluchenbach wird eingebaut. (Bild: Matthias Piazza, Hergiswil, 9. April 2019)

Was passiert genau auf der gesperrten Zentralbahn-Strecke zwischen Luzern und Hergiswil? Diese Frage dürfte sich wohl schon mancher Zentralbahn-Kunde gestellt haben, der zurzeit mit dem Bahnersatz-Bus vorlieb nehmen muss und damit länger als üblich unterwegs ist. Am Dienstag gab die Zentralbahn (ZB) den Medien einen Einblick in die Bauarbeiten, die sich nun in einer intensiven Phase befinden, wofür vier Wochen lang der Zugbetrieb zwischen Luzern und Alpnachstad unterbrochen ist.

Schauplatz Portal Süd des Haltiwaldtunnels in Hergiswil: Ein riesiger Kran hievt eine Hilfsbrücke zentimetergenau auf die vorbereiteten Widerlager an den Ufern des Schluchenbachs, nachdem das Bachbett in den Wochen zuvor erneuert worden ist. Nach ein paar Minuten ist die Hilfsbrücke an Ort und Stelle. In den wenigen Tagen, die noch bleiben, bis der Zugbetrieb am kommenden Montag hier wieder aufgenommen wird, wird das Gleis wieder durchgehend verlegt, die Fahrleitung an die leicht geänderte Streckenführung angepasst, Sicherungsanlagen, Signale und Weichen werden angeschlossen.

Nur eine provisorische Brücke

Die 25 Tonnen schwere Hilfsbrücke ist nur als Provisorium gedacht. Mit der definitiven Brücke ist die Zentralbahn in Verzug, allerdings nicht selbst verschuldet. «Wir wollten mit der Bestellung der 1,5 Millionen Franken teuren Brücke zuwarten, bis wir grünes Licht für das Projekt erhielten», sagt dazu ZB-Projektleiter Florian Homma. Wegen einer Beschwerde vor dem Bundesverwaltungsgericht, welcher die aufschiebende Wirkung im vergangenen November entzogen worden war, wurde der Baustart um fünf Monate verzögert. So fuhren erst diesen Februar die Baumaschinen auf.

In den kommenden Wochen wird neben der Hilfsbrücke eine definitive Brücke eingebaut und die Doppelspur, die jetzt beim Hergiswiler Tunnelportal endet, um 830 Meter bis zur Haltestelle Hergiswil Matt verlängert. In einer weiteren, allerdings «nur» zweiwöchigen Streckensperrung Anfang November wird dann die Hilfsbrücke durch eine «richtige» Brücke ersetzt und das verlängerte zweite Gleis ans bestehende angeschlossen.

Ab März 2020 halten die Züge in Hergiswil Matt

Zum Fahrplanwechsel vom 15. Dezember wird dann die verlängerte Doppelspur in Betrieb genommen. Dank der Doppelspur können die S-Bahn-Züge in Hergiswil Matt wieder halten, was seit der Inbetriebnahme des konsequenten Viertelstundentaktes zwischen Hergiswil und Luzern im Dezember 2013 nicht mehr möglich war. Bis man allerdings in Hergiswil Matt wieder einsteigen kann, muss man sich noch bis 1. März 2020 gedulden. Die Bauarbeiten verzögerten sich wegen der Einsprache. Das Warten dürfte sich allerdings lohnen. Die Haltestelle wird kaum wiederzuerkennen sein. Sie erhält längere Perrons und eine neue behindertengerechte Personenunterführung. Die Streckensperrung, die noch bis Sonntag dauert, wird auch für weitere Bauarbeiten genutzt. So werden die Bahnhöfe Kriens Mattenhof und Horw modernisiert und ausgebaut und der Loppertunnel zwischen Hergiswil und Alpnachstad saniert. Kriens sollte im September 2020, Horw (bahnseitig) diesen Dezember fertig sein.

Rund 60 Millionen Franken investiert die Zentralbahn in die Grossprojekte, rund 300 Bauarbeiter sind in dieser vierwöchigen heissen Phase im Einsatz – in zwei Schichten von 6 bis 22 Uhr.

«Wir sind uns bewusst, dass eine einmonatige Totalsperre für die Kunden unangenehm ist», sagt dazu Gunthard Orglmeister, Leiter Infrastruktur ZB. «Sie ist aber für diese aufwendigen Arbeiten unumgänglich. Der Beton braucht mehrere Tage, bis wieder Züge darüber fahren können. Dafür haben wir für die nächsten 50 Jahre wieder einen stabilen Gleisunterbau.»

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