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Steuerliche Belastung für Nidwaldner Bauern steigt

Der Bundesrat hat die Anleitung zur Schätzung des landwirtschaftlichen Ertragswertes revidiert, welche der Kanton nun übernommen hat. Das hat Auswirkungen.
Matthias Piazza
Hahnenfussfeld auf der unteren Turmatt in Stans. (Archivbild: Fabian Fellmann)

Hahnenfussfeld auf der unteren Turmatt in Stans. (Archivbild: Fabian Fellmann)

10 bis 25 Prozent: Umso viel steigen im Schnitt die Vermögenswerte der Nidwaldner Bauernbetriebe, wenn sie das nächste Mal geschätzt werden, zum Beispiel bei Neu- oder Umbauten oder auch bei Hofübernahmen. Der Grund, warum die Bauernhöfe jetzt plötzlich wertvoller sein sollen, liegt beim Bund. Dieser hat per 1. April des vergangenen Jahres die Schätzungsanleitung sowie die Verordnung über das bäuerliche Bodenrecht und die Bemessung des landwirtschaftlichen Pachtzinses revidiert. Der Kanton Nidwalden hat nun die neuen Regelungen übernommen, wie er am Mittwoch in einer Mitteilung schrieb. Demnach werden land- und forstwirtschaftliche Grundstücke gemäss ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit zum Ertragswert geschätzt, wobei dieser in Nidwalden dem Vermögenssteuerwert entspricht.

Die Revision dieser Schätzungsanleitung, die rund alle 10 bis 15 Jahre durchgeführt wird, berücksichtigt den technologischen Fortschritt der vergangenen Jahre und die damit erhöhte Produktivität.

«Je nach Grösse des Bauernbetriebes hat dies mehr oder weniger Auswirkungen auf die steuerliche Belastung des Landwirtes», erklärt Margrit Gander, Abteilungsleiterin Güterschatzung des Kantons Nidwalden. Im selben Atemzug ändert sich auch die Berechnung der Mietwerte der Wohnungen auf landwirtschaftlichen Grundstücken. So erhält neu ausschliesslich die Betriebsleiterwohnung eines bäuerlichen Gewerbes einen mit landwirtschaftlichen Ansätzen berechneten Mietwert. Dafür ist der landwirtschaftliche Pachtzins massgebend. Alle anderen Wohnungen werden neu auf der Basis von Marktmietwerten eingeschätzt.

Nidwaldner Bauernpräsident spricht von wirtschaftlichem Druck

Hansueli Keiser, Präsident des Nidwaldner Bauernverbandes, reagiert nicht gerade euphorisch auf die Neuigkeit des Kantons. «Damit nimmt der wirtschaftliche Druck der Bauern weiter zu, aber damit müssen wir wohl umgehen können.» Die höhere steuerliche Belastung sei aber nicht die einzige Auswirkung. Auch bei Generationenwechseln würden die Änderungen spürbar. «Wenn der Sohn vom Vater einen Bauernbetrieb übernimmt, dessen Wert gestiegen ist, hat dies auch direkte finanzielle Auswirkungen», gibt er zu bedenken. So sei der Betrag auch höher, den der Sohn seinen Geschwistern auszahlen müsse. Denn eine Liegenschaft könne man ja nicht unter dem Ertragswert übergeben.

Ganz schlecht kämen aus seiner Sicht kleinere Landwirtschaftsbetriebe weg, welche einen Nebenerwerbsbetrieb führen, da ihre Wohnung nun auf Basis des Marktmietwertes berechnet werde, welcher spürbar höher sei als der landwirtschaftliche Ansatz für Mietwerte.

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