Strasse auf den Bürgenstock wird teurer

Die Regierung beantragt dem Landrat zusätzliche 300'000 Franken für den Ausbau der Strasse zum Resort. Mehrkosten gibt es unter anderem bei der Bauleitung und dem Landerwerb.

Martin Uebelhart
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Baustelle auf der Bürgenstockstrasse in Obbürgen. (Bild: Corinne Glanzmann (19. Juli 2017))

Baustelle auf der Bürgenstockstrasse in Obbürgen. (Bild: Corinne Glanzmann (19. Juli 2017))

4,15 Millionen Franken hat der Landrat Mitte 2016 für den Ausbau der Bürgenstockstrasse mit zusätzlichen Ausweichstellen bewilligt. Nun zeigt sich: Das Geld reicht nicht. Gemäss heutigem Wissensstand müsse davon ausgegangen werden, dass der vom Landrat gewährte Objektkredit nicht eingehalten werden könne, schreibt der Regierungsrat in seinem Bericht an den Landrat.

Weil der ursprüngliche Kredit um mehr als 5 Prozent überschritten wird, muss laut Gesetz der Landrat über den Zusatzkredit von 300'000 Franken befinden. Die Kreditüberschreitung begründet die Regierung in mehreren Punkten:

- Diverse Zusatzabklärungen bei der Ausführungsplanung führten bei der Bauleitung zu Mehraufwendungen (+120'000 Franken).

- Beim Kostenvoranschlag wurden die Landpreise unterschätzt. Dazu sind auch die Eingriffe bei den privaten Liegenschaften umfangreicher ausgefallen als ursprünglich angenommen. Dadurch erhöhten sich unter anderem die Preise für den Landerwerb. Ebenfalls folgten wesentlich aufwendigere Grundbuchvermessungen als geplant (+70'000 Franken).

- Die Belagsrinnen entlang der Felspartien mussten für einen einfacheren Unterhalt aufwendiger ausgeführt werden (+25'000 Franken).

- Die Walderde musste zwischengelagert werden, damit bei einem allfälligen Bedarf kein Material zugeführt werden muss. Leider war der Bedarf wesentlich geringer als erwartet, und die Walderde musste aufwendig abgeführt und entsorgt werden (+25'000 Franken).

- Damit auf dem Abschnitt zwischen Sommerweid und Abzweiger Fürigen keine Sicherheitsmängel wegen Felsausbrüche entstehen, wurde in Absprache mit dem Geologen eine grössere Felssicherung erstellt als ursprünglich geplant. Im Kostenvoranschlag waren Felssicherungen nur an zwei Stellen berücksichtigt worden (+300'000 Franken).

Kommission ortet Mangel bei Begründungen

Auf der anderen Seite sollen aufgrund der günstigeren Vergabe bei der Baumeistersubmission 240'000 Franken eingespart werden können. Weitere 80'000 Franken bringt der Verzicht auf eine der Kreuzungsmöglichkeiten zwischen Fürigen und Obbürgen.

Die Kommission für Bau, Planung, Landwirtschaft und Umwelt (BUL) unterstützt den Nachtragskredit mit acht zu null Stimmen bei drei Enthaltungen. Es sei nachvollziehbar, dass sich bei einem Projekt mit über 30 Massnahmen nicht alle Kosten exakt voraussehen liessen, schreibt die BUL in ihrem Bericht.

Aufgrund des Berichts der Regierung falle es der Kommission aber schwer, den Zusatzkredit von 300'000 nachvollziehen zu können. «Es mangelt an Erläuterungen, insbesondere was die Mehrkosten beim Landerwerb, die Entsorgung der Walderde sowie die Mehraufwendungen der Bauleitung betreffen», so der Bericht. Die BUL stellt weiter fest, dass dank Einsparungen und durch den Verzicht auf eine Massnahme nicht ein noch höherer Zusatzkredit beantragt werden musste.

Die Finanzkommission (Fiko) anerkennt, dass bei einem Projekt mit 33 Massnahmen über eine Strecke von 3,7 Kilometern verschiedene Abweichungen entstünden und unvorhergesehene Massnahmen zu bewältigen seien. Die Finanzkommission erachtet allerdings die Mehraufwendungen der Bauleitung als sehr hoch. Mit zehn zu eins Stimmen befürwortet die Fiko den Zusatzkredit.

Der Landrat befasst sich an seiner Sitzung vom 13. Februar mit der Vorlage.