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Stromhunger fordert das Elektrizitätswerk Nidwalden

Jährlich investiert das Elektrizitätswerk Nidwalden fast acht Millionen Franken – auch, weil Gewerbe und Industrie immer mehr Strom verbrauchen. Das wirkt sich auf die Preise aus.
Matthias Piazza

Energiesparen ist in aller Munde: Kühlschränke, Computer und andere Geräte verbrauchen denn auch beträchtlich weniger Strom als ihre Vorgänger. Wer nun glaubt, dass der Stromverbrauch generell abnimmt, irrt. Das Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN) liefert jährlich rund ein Prozent mehr Strom an seine Privat- und Firmenkunden als im Jahr zuvor. Laut EWN-Direktor Remo Infanger sind die Gründe für den zunehmenden Stromhunger vielfältig: «Neue Firmen siedelten sich in Nidwalden an, bestehende bauten aus, neue Wohnquartiere entstanden.» Für einen überdurchschnittlichen Anstieg des Stromverbrauchs (knapp über einem Prozent) sorgte im vergangenen Jahr beispielsweise das neue Bürgenstock-Resort, das 2017 eröffnet wurde.

Das EWN reagiert auf die höhere Nachfrage, um sicherzustellen, dass das Netz nach wie vor zuverlässig funktioniert. Jüngstes Beispiel: Fast vier Millionen Franken investierte das Unternehmen in die Erneuerung und den Ausbau des Unterwerks Fadenbrücke in Buochs. Als einer von zwei zentralen Knoten des Nidwaldner Stromnetzes versorgt das Werk das ganze Industriegebiet Fadenbrücke und die umliegenden Gemeinden mit Strom. Im Schnitt investiert das EWN jährlich bis zu acht Millionen Franken in die Erneuerung und den Kapazitätsausbau von Stromleitungen, Unterwerken und Kraftwerken.

Dies schlägt sich diesmal auch in der Stromrechnung von Gewerbebetrieben wie Hotels, Restaurants, Schreinereien und grossen Industriebetrieben nieder. Diese Kundengruppe zahlt ab nächstem Jahr 50 Rappen mehr pro kilowattbezogene Leistung.

Da dies nur eine von mehreren Komponenten des Stromtarifs sei, würden sich die Stromkosten jedoch um maximal 0,8 Prozent erhöhen, erklärt Remo Infanger und gibt weiter zu bedenken, dass Nidwalden zu den Kantonen mit den tiefsten Netzkosten beim Segment der Gewerbe- und Industriebetriebe gehört.

Das Netz muss auf das Maximum ausgelegt sein

Privatkunden zahlen im nächsten Jahr gar ein Prozent weniger, «dank Optimierungen der Betriebskosten und vorausschauender Beschaffung von Energie», hiess es in der Medienmitteilung vom vergangenen Freitag.

Von einem Widerspruch oder einer inkonsequenten oder willkürlichen Tarifpolitik will EWN-Direktor Remo Infanger nicht sprechen. Denn die Überlegung, dass das EWN bei höherem Stromverbrauch ja mehr einnimmt und so locker den notwendigen Ausbau finanzieren kann, sei eben nicht ganz korrekt.

«Wir müssen unser Netz auf den Spitzenverbrauch auslegen, der nur an wenigen Stunden im Tag erreicht wird. Während der übrigen Zeit ist der Stromverbrauch viel geringer. Darum können mit diesen Einnahmen auch nicht die Investitionen gedeckt werden.» In den vergangenen Jahren sei beim Gewerbe- und Industriesegment eben die Diskrepanz entstanden, welche nun eine Tariferhöhung nach sich gezogen habe.

In den vergangenen Jahren sei beim Gewerbe- und Industriesegment eben die Diskrepanz entstanden, welche nun eine Tariferhöhung nach sich gezogen habe.

Stromhunger nimmt wohl weiter zu

Der EWN-Direktor geht davon aus, dass der Stromhunger auch künftig zunimmt, beispielsweise wegen des geplanten Industrieparks Fadenbrücke beim Flugplatz Buochs oder im privaten Bereich, wenn sich die Elektromobilität durchsetzen würde.

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