STUDIE: Nidwalden hat Finanzen am besten im Griff

Die Finanzver­antwortlichen des Kantons Nidwalden und der Stadt Frauenfeld haben ihre Arbeit laut einer Studie des Wirtschaftsma­gazins «Bilan» am besten gemacht.

Drucken
Teilen
Hugo Kayser, Finanzdirektor von Nidwalden. (Bild Geri Wyss/Neue NZ)

Hugo Kayser, Finanzdirektor von Nidwalden. (Bild Geri Wyss/Neue NZ)

Das Wirtschaftsmagazin «Bilan» hat am Mittwoch zum zehnten Mal seine Studie zu den Kantons- und Gemeindefinanzen veröffentlicht. In Zusammenarbeit mit dem Hochschulinstitut für Öffentliche Verwaltung (IDHEAP) an der Universität und der ETH Lausanne hat das Magazin die Jahresrechnungen 2008 des Bundes, der Schweizer Kantone und von 20 Städten und Hauptorten unter die Lupe genommen.

Insgesamt lag Nidwalden mit Note 5,77 dank einer spürbaren Verbesserung der Qualität der Haushaltführung vor Luzern (5,50) und dem Tessin (5,48). Den Podestplatz knapp verpasst haben die beiden Basel. Der erste Westschweizer Kanton, Freiburg, lag auf dem sechsten Rang. Bern (5,06) und Jura (5,01) standen im Mittelfeld der Rangliste, gerade über der Marke von fünf, welche Schaffhausen (4,96), Zürich (4,95) und Glarus (4,91) knapp verfehlten. Diese beiden Kantone, der Gewinner des letzten Jahres und sein Verfolger, würden so dafür zahlen, dass sie die Zügel bei den laufenden Ausgaben etwas locker liessen, so das Magazin. Die geringste Lockerung bringe die Finanzen sehr schnell ins Schleudern. Obwalden (4,23) und St. Gallen (4.16) näherten sich bedrohlich der Grenze von Notendurchschnitt vier. Darunter lagen die Kantone Genf und Aargau sowie die Eidgenossenschaft.

Unter den Städten holte Frauenfeld die Bestnote, knapp vor den gleichauf liegenden Biel und Schaffhausen. Thun und Bern folgten an vierter, respektive fünfter Stelle. Schlusslicht war die Stadt Zürich, deutlich hinter Delsberg und Lausanne.

Sowohl beim Mittelwert wie auch beim Meridian zeige sich, dass sich die gesunden Finanzen der Schweizer Kantone und Städte im 2008 auf einem guten Niveau halten konnten, jedoch mit merklichen Unterschieden zwischen den Körperschaften, wurde Nils Soguel vom IDHEAP zitiert. 24 Kantone erreichten beim Kriterium «finanzielle Verfassung» eine aussergewöhnliche Note von 5,3 oder mehr. Tiefer lagen einzig die Eidgenossenschaft und Genf mit Note 4,4 und der Kanton Aargau (3,1).

Bei einem glänzenden konjunkturellen Höhenflug würden die guten Grundsätze häufig auf der Strecke bleiben, so die Experten. Die Innerschweizer Kantone Nidwalden, Luzern und Zug seien hart geblieben. Sie erreichten bei der «Qualität der Haushaltführung» eine Note über fünf. Zusammen mit der Eidgenossenschaft seien aber zwei Drittel der Kantone in den ungenügenden Bereich abgerutscht, darunter Bern, Jura, Zürich, Aargau, Waadt und St. Gallen.

ap