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Super-Puma ist der Star beim Nidwaldner Ferienpass

Der Nidwaldner Ferienpass führte am Mittwoch zur Helibasis in Alpnach. Die Schüler kamen in den Genuss spezieller Privilegien.
Matthias Piazza
Ferienpass-Teilnehmer dürfen auf dem Flugplatz Alpnach einen Super-Puma aus nächster Nähe bestaunen. (Bild: Boris Bürgisser, 10. Juli 2019)

Ferienpass-Teilnehmer dürfen auf dem Flugplatz Alpnach einen Super-Puma aus nächster Nähe bestaunen. (Bild: Boris Bürgisser, 10. Juli 2019)

An diesem Mittwoch herrscht Ausnahmezustand bei der Helibasis in Alpnach. Zwar werden hier wie jeden Tag Super-Pumas und andere Helis gewartet. In den Hallen herrscht emsiger Betrieb. Avioniker sind mit dem Innenleben der Helis beschäftigt. Von draussen ertönt das Rattern der Rotoren. Es stammt von einem Heli, der gerade für einen Testflug abhebt. Heli-Piloten in ihren typischen grünen Overalls laufen vorbei.

Doch inmitten der Mechaniker, Militär-Heli-Piloten und übrigen rund 300 Mitarbeitern fällt eine Traube gut gelaunter und neugieriger Schulkinder auf. Sie haben das Privileg, einen Nachmittag lang in eine Welt einzutauchen, die sonst für Zivilisten nicht ohne Bewilligung zugänglich ist. Die 16 Kinder im Alter zwischen 10 und 14 Jahren vom Nidwaldner Ferienpass haben die seltene Gelegenheit genutzt, eine der drei Schweizer Helibasen aus nächster Nähe zu bestaunen – wobei die militärischen Regeln auch an diesem Tag nicht ausser Kraft gesetzt wurden. So darf nichts angefasst werden. Und – im Zeitalter von Smartphones vielleicht besonders gewöhnungsbedürftig – fotografieren ist in den Hallen verboten. Auch die Kamera unserer Zeitung darf erst draussen zum Einsatz kommen.

25 Super-Pumas 
in Alpnach

Die Schüler kommen auf ihre Kosten, fragen Heli-Pilot Fabian van der Meer und Avioniker Yves Richard Löcher in den Bauch. Lastentransporte, Einsätze fürs Grenzwachtkorps, Suchflüge, Katastrophenhilfe gehören zum umfangreichen Tätigkeitsgebiet der Alpnacher Heli-Piloten, wie die Kinder in einem Theorieteil erfahren. Auch gelöscht wird, wenn es sein muss. Dafür kann der Heli bis 2500 Liter, also eine Last von 2,5 Tonnen mitführen. Diese Leistungsfähigkeit hat aber auch ihren Preis – in vielerlei Hinsicht. Um die 25 Super-Pumas in Alpnach in Schuss zu halten, braucht es sehr viel Zeit, wie Yves Richard veranschaulicht:

«Für eine Stunde Flug ist ein Helikopter zwei Stunden am Boden. Bei einer zweijährlichen Kontrolle ist ein Helikopter ganze drei Monate in der Halle. Darum ist Helifliegen auch so teuer.»

Was die Kinder und wohl auch erwachsene Laien beeindruckt, sind die Dimensionen, die dahinterstecken, damit ein Super-Puma bis 2,5 Tonnen Last, zwei Personen im Cockpit und in der Regel 15 Passagiere befördern kann. Neun Tonnen wiegt der Heli, eine Tonne allein das Getriebe. Auch die übrigen Eckwerte sind beeindruckend. Rund 540 Liter Treibstoff verbraucht der Helikopter pro Stunde. «Dort hinten seht ihr den riesigen Ölkühler. Er ist grösser als der Kühler eines Autos», erklärt Yves Richard. Es bleibt aber nicht beim blossen Bestaunen von Helis, die dank der entfernten Abdeckungen Einblick in das Innenleben geben.

Heli-Pilot Fabian van der Meer besteigt das Cockpit eines Super-Pumas und schaltet die Instrumente ein. Die Ventilatoren zum Kühlen der Geräte heulen auf. Die Schüler dürfen Platz im Cockpit nehmen, lassen sich von Fabian van der Meer die verschiedenen farbigen Anzeigen und Instrumente erklären und erfahren, wie wichtig der schwarze Hebel links neben dem Pilotensitz ist. Kollektiv nennt sich das Wunderding, mit dem sich die Rotorblätter und die Heckrotoren gleichzeitig steuern lassen.

Gefederte Sitze für 
eine harte Landung

Auch die Kabine ist heiss begehrt. Die Kinder dürfen auf den speziellen Sitzen Platz nehmen, die bei einer harten Landung nachgeben, um den Rücken der Passagiere zu schonen, erfahren, dass die Stecker an der Decke für die Kopfhörer sind, weil man sich sonst wegen des ohrenbetäubenden Fluges nicht unterhalten könnte.

Die zwei Stunden vergehen wie im Fluge. «Der Besuch des Cockpits hat mir am meisten gefallen», bilanziert am Schluss Emilian Bunge (12) aus Emmetten, der am Montag mit dem Ferienpass auch schon die Rega-Basis in Erstfeld besuchte. Auch Evan Zanni (10) aus Wolfenschiessen schwärmt von diesem «super Anlass» in Alpnach, an dem er ganz viel Neues erfahren habe.

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