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SVP-Mann Peter Keller verteidigt Nidwaldner Nationalratssitz

Die Nidwaldner Delegation in Bern ist wieder vollständig: Nach der stillen Wahl von Ständerat Hans Wicki (FDP) hat das Volk am Sonntag Peter Keller in den Nationalrat gewählt. Herausforderer Alois Bissig holte gut ein Drittel der Stimmen.
Martin Uebelhart
Alois Bissig (links) gratuliert Peter Keller zur Wiederwahl in den Nationalrat. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 20. Oktober 2019)Alois Bissig (links) gratuliert Peter Keller zur Wiederwahl in den Nationalrat. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 20. Oktober 2019)
Der Kanton Nidwalden wird weiterhin durch Nationalrat Peter Keller (SVP) sowie Ständerat Hans Wicki (FDP) in Bern vertreten. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 20. Oktober 2019)Der Kanton Nidwalden wird weiterhin durch Nationalrat Peter Keller (SVP) sowie Ständerat Hans Wicki (FDP) in Bern vertreten. (Bild: André A. Niederberger, Stans, 20. Oktober 2019)
Aufgeräumte Stimmung bei Alois Bissig, der die Wahl in den Nationalrat verpasst hat. (Bild:André A. Niederberger, Stans, 20. Oktober 2019)Aufgeräumte Stimmung bei Alois Bissig, der die Wahl in den Nationalrat verpasst hat. (Bild:André A. Niederberger, Stans, 20. Oktober 2019)
Austausch unter langjährigen Bekannten: Ständerat Hans Wicki (links) mit dem überparteilichen Nationalratskandidaten und früheren Regierungsratskollegen Alois Bissig. (Bild:André A. Niederberger, Stans 20. Oktober 2019)Austausch unter langjährigen Bekannten: Ständerat Hans Wicki (links) mit dem überparteilichen Nationalratskandidaten und früheren Regierungsratskollegen Alois Bissig. (Bild:André A. Niederberger, Stans 20. Oktober 2019)
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Impressionen vom Wahlsonntag im Kanton Nidwalden

Als das Wahlergebnis am Sonntag um kurz vor halb eins feststand, warteten Herausforderer Alois Bissig und Vertreter von Kanton und Parteien noch auf die Hauptperson. Der wiedergewählte SVP-Nationalrat Peter Keller war mit den Stanser Jodlerbuebe auch an der Stanser Älperchilbi unterwegs. Der 48-jährige Hergiswiler holte 9655 Stimmen, Alois Bissig (62) deren 5383 (35,8 Prozent). Bissig erreichte in seiner Wohngemeinde Ennetbürgen fast 42 Prozent, im Kantonshauptort Stans hatten gut 45 Prozent der Stimmenden ihr Kreuz bei Bissig gemacht. Keller auf der anderen Seite machte in Hergiswil, Dallenwil, Wolfenschiessen und Oberdorf seine besten Resultate mit jeweils über 70 Prozent. Die Stimmbeteiligung betrug 50,4 Prozent. 618 Personen hatten einen leeren Stimmzettel eingelegt – deutlich weniger als vor vier Jahren. Damals war der Zürcher Journalist Andreas Fagetti gegen Peter Keller angetreten im Bestreben, stille Wahlen zu verhindern. Fast 1600 leere Stimmzettel wurden seinerzeit registriert.

Kanton Nidwalden: Nationalratswahlen 20. Oktober 2019

Endresultat von 12.25 Uhr, 11 von 11 Gemeinden
*
bisher im Amt.
gewählt
Peter Keller
Peter Keller *
SVP
9 655
Verfügbare Sitze: 1
Alois Bissig
Alois Bissig
CVP, ohne offizielles Mandat
5 383

«Ich freue mich sehr über das klare Ergebnis», sagte Peter Keller am Sonntag im Bannersaal des Stanser Rathauses. Zusammen mit Ständerat Hans Wicki nehme er die Aufgabe wahr, die Interessen des Kantons Nidwalden einzubringen. Dazu pflegten sie einen guten Kontakt mit dem Regierungsrat. «Wir haben kurze Wege», hielt er fest. Und es sei sicher auch eine Stärke von Nidwalden, dass die Bürger und die Politik die Nähe pflegen könnten. «Heute ist ein Tag der Freude», meinte Keller, doch schon am Montag gehe es wieder an die Arbeit in der nationalrätlichen Finanzkommission.

Alois Bissig betonte, es sei von Anfang an klar gewesen, dass es schwierig werde, einen bisherigen Nationalrat in einer Wahl herauszufordern. «Aber mir ist die Demokratie so wichtig, dass ich fand, es muss im Kanton Nidwalden Wahlen geben», sagte er. Keller wäre sonst der einzige Nationalrat in der Schweiz gewesen, der in stiller Wahl bestätigt worden wäre. Er sei auch angetreten, um der Bevölkerung die Möglichkeit zu geben, das Spektrum der Vertreter in Bern ein wenig zu erweitern. «Der klare Wahlausgang zeigt, aber, dass die Nidwaldnerinnen und Nidwaldner hinter den beiden Vertretern stehen.» Und das sei auch gut so, das legitimiert sie für die zukünftige Arbeit. Gegenüber unserer Zeitung sprach Bissig von einem Achtungserfolg, «insbesondere weil ich ohne Parteiunterstützung angetreten bin.»

Ein Drittel könnte sich auch
eine andere Politik vorstellen

«Mit einem Stimmenverhältnis von fast zwei zu eins in einer Majorzwahl darf man als Kantonalpräsident der SVP zufrieden sein», hielt Christoph Keller, Bruder des Wiedergewählten fest. Dies zeige, dass es eine Personenwahl gewesen sei. «In allen Gemeinden haben die Wähler auf den bewährten und über die Parteigrenzen hinaus vernetzten Peter Keller gesetzt.»

Die Landräte Thomas Wallimann (Grüne, Ennetmoos) und Dominik Steiner (FDP, Ennetbürgen) vertraten das überparteiliche Komitee, das Alois Bissig unterstützt hat. «Wir nehmen das Resultat zur Kenntnis», meinte Wallimann. Es sei deutlicher ausgefallen, als er es sich vorgestellt habe. «Wenn man jemanden portiert, möchte man auch gewinnen.» Doch habe sich der Mut von Alois Bissig gelohnt. «Immerhin mehr als ein Drittel der Stimmenden sagt, man könnte sich auch noch eine andere Politik vorstellen, die in Bern von einem Vertreter unseres Kantons gemacht wird, als die, die wir zurzeit haben.» In diesem Sinne sei das Ergebnis eine Aufgabe für Peter Keller, auch jenen Drittel, der ihn nicht gewählt habe, in Bern nicht zu vergessen.

«Indem ich ein offenes Ohr habe», sagte Keller auf die Nachfrage unserer Zeitung, wie er das erreichen wolle. Er habe schon in den ersten vier Jahren in Bern alle Parteien eingeladen, sich bei ihm zu melden, wenn sie ein Anliegen hätten. Er würde immer versuchen, Kanäle zu öffnen. «Aber es ist klar, dass man es als einzelner Vertreter eines Kantons nie allen recht machen kann und nicht alle Meinungen abbilden kann», sagte er. Man könne aber von der Art doch eine Person sein, die für den ganzen Kanton stehe und ihn würdig vertrete. Angesprochen auf die Themen, die ihn in den kommenden Jahren gerade auch mit Blick auf Nidwalden beschäftigen, erwähnte Keller, es müsse Rechtssicherheit geschaffen werden für die Pilatuswerke. Auch die Belastung durch den Finanzausgleich sei ein Dauerthema. In der Finanzkommission schaue er, dass mit den Steuergeldern sorgsam umgegangen werde.

Ebenfalls anwesend war am Sonntag der bereits im Vorfeld still gewählte FDP-Ständerat Hans Wicki. Mit Peter Keller pflege er eine gute Zusammenarbeit, hielt er fest, und es sei eine gute Verbindung in den Nationalrat sichergestellt.

Nidwalden: Die Resultate in den einzelnen Gemeinden

Peter Keller Alois Bissig
Beckenried 839 423
Buochs 1124 646
Dallenwil 509 209
Emmetten 298 141
Ennetbürgen 1017 727
Ennetmoos 498 232
Hergiswil 1427 523
Oberdorf 849 361
Stans 1610 1328
Stansstad 928 562
Wolfenschiessen 556 231
Total 9655 5383

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