Talkrunde
«Mister Corona» ist Gast in Stans

In einem persönlichen Gespräch trafen sich Daniel Koch und Iren Odermatt, Ürtevögtin Dallenwil, in Stans. SRF-Moderatorin Sonja Hasler führte die Gesprächsrunde.

Richard Greuter
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Rund 230 Besucher erlebten am Freitag eine unterhaltende Gesprächsrunde mit Daniel Koch, vielen bekannt als «Mister Corona», und der Dallenwiler Ürtevögtin Iren Odermatt. Für Brigitta Stocker, Geschäftsführerin der Pro Senectute, die den Anlass durchführte, war Koch schon länger ein Wunschgast.

Iren Odermatt, Daniel Koch und Sonja Hasler ind der Gesprächsrunde.

Iren Odermatt, Daniel Koch und Sonja Hasler ind der Gesprächsrunde.

Bild: Richard Greuter (15. Oktober 2021)

Stiftungspräsident Niklaus Reinhard, der die Gäste begrüsste, versprach: «Iren Odermatt und Daniel Koch lassen in sich schauen.» Neben Ürtevögtin ist Odermatt Landrätin und Präsidentin der Vereinigung der Nidwaldner Korporationen. Damit die Gesprächsrunde mit der richtigen Stimmung starten konnte, sang Debbie Frank, die von Beat Wurmet begleitet wurde, unter anderem den Song: «Make me Happy».

Koch möchte noch Weltmeister werden

Danach stand der Talkrunde, die von der bekannten SRF-Moderatorin Sonja Hasler geführt wurde, nichts mehr im Wege. Für Hasler, die zum Moderatoren-Team gehört, welches jeden Sonntagmorgen die Sendung persönlich gestaltet, war es ein leichtes gleich am Anfang einen Volltreffer zu landen. Wie sich herausstellte hatte Iren Odermatt eine sportliche Vergangenheit, während Daniel Koch seine Freizeit heute noch dem Hundesport Canicross widmet. Das ist ein gemeinsames Rennen mit Hunden. Iren Odermatt war in ihrer sportlichen Kariere zweimal Schweizer Meisterin im Seilziehen der Damen. Koch war Europa- und Vize-Weltmeister, würde aber gerne den Weltmeister-Titel holen. Er bleibt aber skeptisch: «Die Jungen kommen, und die sind schneller.» Aber für Koch ist klar: «Wir brauchen den Spitzensport, damit die Jungen Sport treiben.» Nur die Tierliebe können sich Odermatt und Koch nicht teilen. Als Bauerntochter strichen ihr immer Katzen um ihr Beine. «Das reichte mir», so Odermatt.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht.

Bild: Richard Greuter (15. Oktober 2021)

Betagte einzusperren war falsch

Das Thema Corona war natürlich nicht zu vermeiden. Hasler verstand es aber, dieses Thema in geleitete Bahnen zu lenken. Daniel Koch erlebte die Pandemie als leitender Beamter im BAG und Iren Odermatt als Bürgerin. «Es war am Anfang unwirklich, was da passierte», sagt die Landrätin, und meinte klar, dass es für die älteren Leute schwierig war. Koch räumte ein, dass es unglücklich war, die Betagten in den Altersheimen einzusperren. «Diesen Aspekt hätte man besser anschauen sollen», meint Mister Corona im Nachhinein. Wie sich herausstellte, machen sich beide Gesprächspartner sorgen über die derzeitige Spaltung der Gesellschaft. Als Antwort auf eine Frage aus dem Publikum meinte Koch, dass der Lock-Down in diesem Ausmass ein Fehler war. «Es war eine sehr undemokratische Art, dies zu bewältigen», meinte Daniel Koch. Er rechne noch bis zum nächsten Sommer mit der Pandemie. «Aber», so Koch weiter, «das Virus wird bleiben.»

«Für Nidwaldner ist Welschland Ausland»

Koch arbeitete lange Jahre für das IKRK in verschiedenen Krisengebieten. Dabei erlebte er auch gefährliche Momente, und geriet sogar einmal zwischen die Fronten. Im Gegenzug erzählte Iren Odermatt von ihrem «schlimmen Welschlandjahr», das ihr jegliche Freude am Putzen nahm. Auf Intervention von Moderatorin Hasler, dass dies nicht Ausland sei, entgegnete die Dallenwiler Ürtevögtin: «Für Nidwaldner ist das Ausland!» Später weilte sie doch noch einige Monate im Ausland; mit grossem Heimweh.

Von links: Brigitta Stocker, Geschäftsführerin Pro Senectute Nidwalden, Iren Odewrmatt. Ürtevögtin Korporation Dallenwil und Landrätin, Daniel Koch, ehemaliger Leiter übertragbare Krankheiten im BAG, und Radiomoderatorin Sonja Hasler.

Von links: Brigitta Stocker, Geschäftsführerin Pro Senectute Nidwalden, Iren Odewrmatt. Ürtevögtin Korporation Dallenwil und Landrätin, Daniel Koch, ehemaliger Leiter übertragbare Krankheiten im BAG, und Radiomoderatorin Sonja Hasler.

Bild: Richard Greuter (15. Oktober 2021)

Da Daniel Koch wenig Kenntnisse über Ürtekorporationen hatte, erklärte Iren Odermatt in groben Zügen deren Hintergründe. Über Jahrhunderte bewirtschafteten die in Korporationen organisierten Bauernleute die Landschaftskulturen und prägten das politische Geschehen bis sie 1848 entmachtet wurden. Es gehöre zur Tradition, dass sie Ürtevögtin und nicht Präsidentin genannt wird.

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