Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Tarif abgeschafft: Klewenbahn verärgert Senioren

Die Bergbahnen Beckenried-Emmetten haben ihre Tarifstruktur gestrafft. Vergünstigungen für Senioren und Einheimischen-Einzelbillette wurden abgeschafft, während Familien billiger fahren. Engelberg und Melchsee-Frutt tasten die Vergünstigungen nicht an.
Philipp Unterschütz
Die Klewenbahn in Beckenried. (Archivbild: Boris Bürgisser)

Die Klewenbahn in Beckenried. (Archivbild: Boris Bürgisser)

An der Generalversammlung Ende September kündigten die Bergbahnen Beckenried-Emmetten an, dass man die Tarifstruktur anpassen werde. Gestrichen wurde dann unter anderem die Senioren-Jahreskarte, die jeweils von Montag bis Freitag galt. Zudem erhalten Einheimische an der Tageskasse keine Vergünstigung für Einzelfahrten oder Tageskarten mehr. Es gibt aber auch Preisreduktionen – insbesondere bei Familienjahreskarten für Einheimische.

Der 72-jährige Fritz Gabathuler aus Buochs stört sich am Wegfall des Seniorenabos und meldete sich deswegen auch beim Bahnunternehmen. «Ich sehe den Sinn nicht ein. Damit schiessen sie ein Eigengoal. Unter der Woche sah man vor allem Senioren auf den Pisten und in den Restaurants der Klewenalp.» Senioren seien kaufkräftig und würden Geld ausgeben. In den vergangenen beiden Jahren sei er mit seinem Seniorenabo oft mit den Enkeln auf die Klewenalp zum Skifahren gegangen, das werde sich nun ändern. «Auch andere Senioren haben mir gesagt, dass sie künftig Einzeltickets statt einer Saisonkarte kaufen und deshalb weniger auf die Klewenalp, dafür vermehrt an andere Orte gehen würden.»

Gewisse Einwohner von Beckenried und Emmetten, die keine Vergünstigungen für Einzelfahrten mehr an der Tageskasse erhalten, sollen sich daran stören, weil das Bahnunternehmen erst im vergangenen Jahr Darlehen von insgesamt 2 Millionen Franken von den beiden Einwohnergemeinden und den Korporationen benötigte, um ihre Mastensanierung zu finanzieren und die Liquidität sicherzustellen.

Es war ein Entscheid für die Familien

Roger Joss, Geschäftsführer der Bergbahnen Beckenried-Emmetten AG, betont, dass sich der Verwaltungsrat und die Geschäftsleitung den Entscheid gut überlegt hätten. «Wir haben eine Analyse gemacht, wie unsere über 1500 verschiedenen Tarife genutzt werden.» Man habe eine Vereinfachung angestrebt, wobei das Hauptaugenmerk auf Familien lag. «Die Jahreskarten für alle Beckenrieder und Emmetter Familien sind jetzt 200 Franken billiger. Im Gegenzug gibt es neu eine einzige Kategorie für Erwachsene, die auch für Senioren gilt.»

Man sei sich bewusst, dass die Senioren damit wohl nicht glücklich seien. «Es war nicht ein Entscheid gegen sie, wir schätzen sie auf der Klewenalp sehr und werden weiterhin spezielle Aktionen für sie anbieten», betont Roger Joss. Man befürchte nicht, dass nun viele Senioren ausbleiben. «Unser Vergleich mit anderen Bahnen zeigt, dass wir nach wie vor sehr attraktive Preise anbieten», so Roger Joss weiter. Zudem werde das Generalabonnement seit drei Jahren zu 100 Prozent akzeptiert, was unter der Woche viele Senioren anziehe. Und schliesslich seien die Parkplätze in Beckenried und Emmetten gratis.

Die Einheimischen-Billette an der Tageskasse habe man abgeschafft, weil es dem Personal schlicht nicht möglich sei, den Wohnort zu kontrollieren. «Kaum jemand hat eine Wohnsitzbestätigung dabei.» Und für die Saison- und Jahreskarten gelte ja nach wie vor eine Reduktion von 20 Prozent für Einwohner von Beckenried und Emmetten, respektive 10 Prozent für Seelisberger und Nidwaldner. Zusätzlich gebe es 10 Prozent Rabatt im Vorverkauf.

Beim Geld, das man von den Gemeinden und Korporationen erhalten habe, handle es sich um ein Darlehen, das die Bahn fristgerecht mit Zins zurückzahle.

Engelberg und Frutt tasten Vergünstigungen nicht an

Sowohl in Engelberg wie auch auf Melchsee-Frutt gibt es Vergünstigungen für Senioren und für Einheimische auf Saison- und Jahreskarten sowie auch auf Einzelbillette an der Tageskasse. Ein Abschaffen der Seniorenvergünstigungen ist bei beiden Destinationen kein Thema.

«Billette für Einheimische haben seit langer Zeit Tradition, das ist für uns eine Selbstverständlichkeit», sagt Peter Reinle, Marketingchef der Titlis-Bahnen. Das Argument, dass der Aufwand zur Wohnsitzkontrolle gross sei, sei zwar berechtigt. «Aber wenn man das abschafft, ist der Imageschaden grösser als der finanzielle Nutzen», ist Peter Reinle überzeugt. Allerdings gibt es in Engelberg und Wolfenschiessen spezielle Gemeindeausweise für die Bahn.

«Es ist ein diffiziles Thema, wenn man jemandem etwas wegnimmt», bringt es Daniel Dommann, Geschäftsführer der Sportbahnen Melchsee-Frutt auf den Punkt. Der Aufwand zur Kontrolle der Einheimischen an der Tageskasse verlängere tatsächlich die Wartezeit, wenn der spezielle Gemeindeausweis fehle. Aber wegen der Imagefrage werde man auch auf der Frutt die Vergünstigungen für Senioren und Einheimische nicht antasten, so Daniel Dommann.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.