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TARIFVERBUND: Einzelne Abos neu viel teurer

Weniger Zonen, neue Preise: Der Tarifverbund Passepartout soll ab Dezember einfacher werden. In Ob- und Nidwalden steigen zudem einzelne Preise stark.
Ein Zug der Zentralbahn bei Stans. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann)

Ein Zug der Zentralbahn bei Stans. (Bild: Archiv Corinne Glanzmann)

mvr. Der Tarifverbund für Luzern, Ob- und Nidwalden bringt nicht nur Verbesserungen (siehe auch Ausgabe von gestern). Einzelne Preise steigen massiv, andere sinken deutlich. Was sich für unsere beiden Kantone warum ändert, erklärt Christoph Zurflüh, Sprecher des Tarifverbundes.

Warum wird eine neue Zoneneinteilung eingeführt?

Christoph Zurflüh: Durch die Vereinfachung des Tarifzonenplans mit identischen Abo- und Billettzonen erfüllt der Tarifverbund Passepartout einen politischen Auftrag. Weiter haben repräsentative Kundenumfragen gezeigt, dass die Reduktion der Komplexität einem grossen Kundenbedürfnis entspricht. Im Rahmen der Gesamtlösung können ausserdem diverse Begehren von Fahrgästen, Gemeinden und Quartieren berücksichtigt werden.

Welche Kriterien waren massgebend bei der Ausgestaltung des neuen Tarifzonenplans?

Zurflüh: Oberstes Ziel war es, die Komplexität zu reduzieren und ein System mit identischen Tarifzonen für alle Tickets zu schaffen. Dies erhöht die Kundenzufriedenheit und baut Verunsicherungen ab. Grundsätzlich basiert die Zoneneinteilung auf der Distanz auf den Hauptachsen. Insgesamt müssen mit dem neuen Tarifzonenplan die gleichen Einnahmen generiert werden wie beim alten System.

Wieso gibt es teilweise markante Preisverschiebungen?

Zurflüh: Insgesamt werden die gleichen Einnahmen wie bis anhin angestrebt. Wird bei einem Zonensystem die Einteilung geändert, sind grundsätzlich Preissprünge nach unten und oben unvermeidbar. Zudem verstärkt die Vereinheitlichung der heute unterschiedlich grossen Billett- und Abozonen diesen Effekt noch. Neu sind auch die Zonengrenzen für Abonnemente und Einzelbillette identisch, was bisher nicht der Fall war und oft zu Verwirrung führte. Durch die neue Zoneneinteilung werden einige Strecken günstiger, andere aber auch teurer. Es handelt sich vielmehr um eine Verschiebung der Einnahmen als um eine flächendeckende Verteuerung.

Können gültige Tickets mit alten Zonen weiterhin noch benutzt werden?

Zurflüh: Alle Fahrausweise mit erstem Geltungstag vor dem 14. Dezember 2014 können noch bis zum Verfallsdatum benutzt werden. Es gelten die alten Tarifbestimmungen und der alte Tarifzonenplan.

Gibt es weiterhin ein Kurzstreckenbillett?

Zurflüh: Innerhalb der Zone 10 kann weiterhin für eine einfache Fahrt bis zu sechs Bushaltestellen ein Kurzstreckenbillett gelöst werden. Auf Buskursen, welche über die Autobahn verkehren, und auf sämtlichen Bahnen ist das Kurzstreckenbillett wie bis anhin nicht gültig.

Warum gibt es in der Zone 10 eine eigene Preisstufe?

Zurflüh: Für Fahrten innerhalb der Zone 10 (Luzern) gibt es eine eigene Tarifstufe «Zone 10», welche preislich zwischen einer Zone und zwei Zonen liegt. Dies wurde notwendig, da bei der alten Zoneneinteilung die Stadt und Agglomeration aus vier Zonen besteht. Wird die Zone 10 mit weiteren Zonen kombiniert, zählt sie doppelt (Beispiel: Sarnen–Luzern = 4 Tarifzonen). Auch mit der alten Zoneneinteilung mussten für Fahrten von ausserhalb in die Stadt mindestens zwei Zonen bezahlt werden.

Warum zahlen die Lungerer massiv mehr für das Abo nach Luzern?

Zurflüh: Bei Systemänderungen an Zonen gibt es immer Preissprünge. Vor allem auf touristischen Verbindungen war die unterschiedliche Zoneneinteilung für Abos und Billette sehr ausgeprägt. Durch die Vereinheitlichung fährt ein Lungerer in Zukunft über eine Zone mehr als bisher nach Luzern, das verteuert den Abopreis. Gleichzeitig haben wir eher die Abo- als die Einzelbillettpreise erhöht, weil wir schweizweit in der Zentralschweiz bei den Abos teilweise markant günstiger waren und weiterhin sind als andere Regionen.

Was sind die wesentlichen anderen Veränderungen für Obwalden und Nidwalden?

Zurflüh: Neu ist der ganze Nidwaldner Talboden mit einer Zone befahrbar, einzig Beckenried, Emmetten und Wolfenschiessen sind nicht in der gleichen Zone drin. Im Übrigen muss man heute nurmehr sieben statt wie bisher acht Zonen kaufen, um im ganzen Verbundgebiet fahren zu können. Hat also ein Engelberger ein Monatsabo nach Luzern, kann er auch im ganzen Sarneraatal und im übrigen Kanton Luzern mit dem gleichen Abo fahren. Zudem wurden neu die Tourismusdestinationen Langis und Mörlialp/Panoramastrecke in den Tarifverbund Passepartout integriert.

Auffallend ist das viel günstigere Angebot für die Strecke Stans–Sarnen und umgekehrt.

Zurflüh: Das ist in der Tat eine markante Veränderung. Das Abo für diese Strecke wird 28 Franken günstiger. Bisher gab es zwei Abos beziehungsweise Billette, entweder mit der ZB über Hergiswil oder mit dem Postauto über Kerns. Wer ein Ticket via Kerns gekauft hatte, konnte mit der gleichen Tageskarte am Abend nicht via Hergiswil zurückfahren. Das ist heute möglich, mit Tageskarten und mit Abo.

Hinweis: Preisvergleiche im Detail »

Der neue Zonenplan in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden, gültig ab dem 14. Dezember 2014 (Bild: PD)

Der neue Zonenplan in den Kantonen Luzern, Ob- und Nidwalden, gültig ab dem 14. Dezember 2014 (Bild: PD)

Der Zonenplan, wie er heute gültig ist. (Bild: PD)

Der Zonenplan, wie er heute gültig ist. (Bild: PD)

Der heutige Zonenplan in der Stadt Luzern. (Bild: PD)

Der heutige Zonenplan in der Stadt Luzern. (Bild: PD)

Der neue Zonenplan in der Stadt Luzern, gültig ab 14. Dezember 2014. (Bild: PD)

Der neue Zonenplan in der Stadt Luzern, gültig ab 14. Dezember 2014. (Bild: PD)

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