Tausendfüsser in Stans bleibt eine Option

Weil Grundeigentümer nicht mitmachen, ist die Idee einer Arbeitsgruppe für das Bahnhofareal in Stans gestorben.

Philipp Unterschütz
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So sahen die Pläne für eine Bebauungsvariante für das Bahnhofareal Stans aus.(Bild: PD)

So sahen die Pläne für eine Bebauungsvariante für das Bahnhofareal Stans aus.(Bild: PD)

Mit ihrer Idee «Tausendfüsser» brachten der Stanser Steff Hürlimann und der Architekt Georg Vranek aus Emmenbrücke eine Überbauung des Stanser Bahnhofareals wieder aufs Tapet (siehe Ausgaben vom 13. und 15. Juli). In einem mit auffälligen vertikalen Gärten begrünten Gebäude sollen unter anderem Teile der kantonalen Verwaltung untergebracht werden, ebenso wie der ZB- und Bus-Bahnhof. Was bisher nicht bekannt war: Eine Arbeitsgruppe hat sich ebenfalls bereits intensiv mit der Nutzung des Bahnhofareals befasst.

Im Bewusstsein, dass das Gebiet sicher besser genutzt werden könnte, hat diese Arbeitsgruppe unter Federführung des Kantons und der Leitung von Regierungsrat Alfred Bossard Möglichkeiten ausgelotet. «Die Idee war, das Bahnhofareal mit dem Postgebäude, dem Kusterareal und dem Stall der Erben Diego Würsch in eine Vision einer neuen Überbauung einzubeziehen», erklärt Alfred Bossard auf Anfrage. Dabei lag schliesslich sogar eine Projektidee des Luzerner Architekten und Hochschul-Dozenten Dieter Geissbühler vor, der neben Kanton, Gemeinde, Zentralbahn und den privaten Grundeigentümern ebenfalls zur Arbeitsgruppe gehörte. «Weil aber private Grundstückbesitzer nicht mitmachen, ist diese Vision gestorben», so Alfred Bossard weiter. Es sei gegenwärtig noch offen, ob nun auf einem Teil des Bahnhofareals weiter geplant werden solle.

Für Alfred Bossard, der zugleich auch Präsident der Pensionskasse ist, die im Postgebäude untergebracht ist, hat nun die Sanierung «nur» dieses Gebäudes erste Priorität. «Wir diskutieren derzeit mit der Post, wie das Postgebäude saniert werden soll.» Dabei gehe es auch darum, allenfalls einen Stock höher zu bauen.

Zentralbahn hat zurzeit keinen Handlungsbedarf

Alfred Bossard glaubt nicht, dass wegen einer Sanierung des Postgebäudes ein anderes Projekt auf dem Bahnhofareal deshalb nicht mehr realisiert werden könnte. Und damit bleibt eben auch eine Idee wie die des Tausendfüssers, respektive das Gelände, welche die Idee betrifft, im Spiel. Umso mehr, weil dabei nur Grundstücke von Kanton, Gemeinde und Zentralbahn (ZB) betroffen wären. Der ZB gehört neben den Gleisanlagen und Perrons der Perimeter rund um das Bahnhofsgebäude bis und mit Busbahnhof.

Auch bei der ZB wurde der Tausendfüsser deshalb mit Interesse zur Kenntnis genommen. So meint Geschäftsführer Michael Schürch auf Anfrage: «Das Konzept ist eine sehr interessante und visionäre Idee. Auch wenn es sich vielleicht nicht in dieser Ausdehnung und Form realisieren lässt, so bringt es doch spannende Gestaltungsansätze für zukünftige Bauten in diesem Perimeter.» Weil die Entwicklung des Stanser Zentrums von grossem öffentlichem Interesse sei, seien neue Gestaltungsansätze auf jeden Fall legitim. Für die ZB selber besteht zwar kein unmittelbarer Handlungsbedarf, weil erst im Februar 2018 das neue Reisezentrum im Bahnhof eröffnet wurde. Aber Michael Schürch erwähnt auch, dass die Umbauten am Bahnhofsgebäude alle auf eine Nutzungsdauer bis etwa 2030 ausgelegt wurden. «Vor diesem Hintergrund ist eine Beteiligung an einem künftigen Projekt durchaus denkbar.»

Neues Verwaltungsgebäude im Zentrum von Stans?

Falls ein solches Projekt kommen würde, stellt sich für Alfred Bossard auch die Frage, wie es genutzt werden soll. «Es müsste ja nicht unbedingt nur mit der kantonalen Verwaltung gefüllt werden.» Ebenso müsse es nicht heissen, dass nur die öffentliche Hand solche Projekte realisieren könne und müsse. Insofern solle man Visionen wie den Tausendfüsser prüfen und gesprächsbereit und offen für neue Ideen sein.

Der Regierungsrat ist laut Alfred Bossard nach wie vor der Ansicht, dass die kantonale Verwaltung kein zentrales Verwaltungsgebäude braucht. «Hingegen war und ist der Regierungsrat offen für ein zusätzliches Verwaltungsgebäude. Ich bin der Ansicht, dass dieses im Zentrum von Stans realisiert werden sollte.» Ob der Masterplan Kreuzstrasse neue Erkenntnisse geben werde, müsse sich zeigen.

Drei Architekturbüros erarbeiten im Auftrag des Landrats Lösungsvorschläge für die künftige Nutzung des Areals an der Kreuzstrasse. Der Regierungsrat beabsichtigt, auf dem 33000 Quadratmeter grossen, kantonseigenen Areal ein Sicherheitskompetenzzentrum zu realisieren und prüft auch, ob weitere Teile der kantonalen Verwaltung dort angesiedelt werden könnten.