Kurzschluss führte zu Schliessung des Seelisbergtunnels – Emmetten kurze Zeit ohne Strom

Nun ist klar, weshalb im Seelisbergtunnel am Samstag ein Brandalarm ausgelöst worden ist. Eine technische Störung in der Stromversorgung führte zur Schliessung des Tunnels und damit zu einem Verkehrschaos auf der Autobahn A2.

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(zfo/fhe/pd) Ein Kurzschluss ist der Grund, weshalb der Seelisbergtunnel am Samstag für mehrere Stunden geschlossen worden ist. Dieser ereignete sich gegen 16.30 Uhr in einem Technikraum, in welchem die Hochspannungszufuhr für die Tunnelbelüftung untergebracht ist. Durch den entstandenen Rauch wurde ein Brandalarm ausgelöst, welcher automatisch die komplette Schliessung des Tunnels in beide Richtungen nach sich zog, schreibt die Nidwaldner Kantonspolizei in einer Mitteilung am Sonntag. Was genau zum Kurzschluss geführt habe, sei nicht klar, sagt Franz Landolt, Leiter Produktion beim Elektrizitätswerk Nidwalden (EWN), auf Anfrage.

Durch die Einsatzzentralen der Kantonspolizei Uri und Nidwalden wurden die jeweiligen Stützpunktfeuerwehren Altdorf und Stans aufgeboten. Im Weiteren begaben sich Spezialisten vom Elektrizitätswerk Altdorf und Elektrizitätswerk Nidwalden sowie vom Amt für Betrieb Nationalstrasse (AfBN) vor Ort, um den Schaden zu beheben.

Dorf Emmetten eine halbe Stunde ohne Strom

Durch den Zwischenfall waren auch Teile der Gemeinde Emmetten von 16.30 bis 17 Uhr ohne Strom. Dies, weil das Dorf Emmetten und der Seelisbergtunnel an die gleiche Stromleitung angeschlossen sind, wie Franz Landolt ausführt. «Durch Umschaltungen im Netz konnte das Dorf rasch wieder mit Strom versorgt werden.» Rund sieben EWN-Mitarbeiter waren im Einsatz.

Auch die Stromversorgung des Tunnels wurde auf eine zweite Anspeisung umgeschaltet. Die eigentliche Schadensstelle werde in den nächsten Tagen behoben, sagt Franz Landolt. Dies sei ohne weitere Spursperrungen möglich.

Durch die Sperrung staute sich der Verkehr in beide Richtungen rasch auf mehreren Kilometern. In Richtung Süden reichte der Stau vor dem Seelisbergtunnel bis zur Ausfahrt Buochs, auf der Urner Seite in Richtung Norden bis zur Ausfahrt Altdorf, heisst es bei der Kantonspolizei Nidwalden auf Anfrage. Zu weiteren Verkehrsbehinderungen in Nidwalden habe die Sperrung aufgrund mangelnder Umfahrungsmöglichkeiten nicht geführt.

Da die Umfahrungsroute via Axenstrasse in Folge Steinschlags ebenfalls gesperrt ist und um einen Verkehrskollaps zu verhindern, wurde der Verkehr in Richtung Norden zeitweise bereits vor dem Gotthardtunnel angehalten. Dort kam es zu einem Stau von bis zu 17 Kilometern. Um 17.50 Uhr konnte der Seelisbergtunnel in Richtung Norden wieder freigegeben werden. Kurz vor 19 Uhr war auch der Tunnel in Richtung Süden wieder einspurig befahrbar.

Bringt gesperrte Axenstrasse ein Chaos am Lopper?

Die Axenstrasse bleibt vorläufig zu. Die Nidwaldner Polizei befürchtet mehr Staus auf der A2 und mehr Ausweichverkehr. Mehr Verkehr gibts auch auf der Autofähre, die aber nur bedingt den Fahrplan ausbauen kann.
Martin Uebelhart und Zeline Odermatt