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Techtelmechtel mit dem Müllmaa: Die Iheimisch bietet abwechslungsreiche lokale Musik

Auch am Abend ruht die Gewerbeausstellung Iheimisch nicht: Ab 18 Uhr spielen jeweils lokale Musiker. Dabei öffnet sich ein reicher Genre-Fächer: vom lüpfigen Ländler über launigen Ska bis hin zu tiefsinnigem Folk.
Simon Mathis
Der Müllmaa erzählte an der Iheimisch mit Stampfen und Ukulele Geschichten. (Bilder: Nadia Schärli, Buochs, 30. Mai 2019)

Der Müllmaa erzählte an der Iheimisch mit Stampfen und Ukulele Geschichten. (Bilder: Nadia Schärli, Buochs, 30. Mai 2019)

Man hört das Schlagzeug schon, bevor man die Fadenbrücke in Richtung Flugplatz Buochs überquert. Die Sonne geht unter, Aussteller und Besucher spazieren zum Shuttle-Bus, zu ihren Autos und Velos. Der erste Tag der Gewerbeausstellung Iheimisch neigt sich dem Ende zu. Doch die Iheimisch schläft am Abend nicht. Ganz im Gegenteil, für viele beginnt die Ausstellung erst jetzt: Vor allem Junge pilgern auf den Flugplatz, um sich einen Imbiss und vor allem ein Getränk zu schnappen. Ausgelassen schlendern sie über das Gelände, bleiben hier und da stehen, um zu lauschen.

Gelegenheit dazu gibt es reichlich: Denn an der Iheimisch warten eine Vielzahl lokaler Musikperlen darauf, entdeckt zu werden. So etwa der Publikumsmagnet Hebdide. Der Name ist Programm: Wer im Buffet-Zelt einem Set der Band beiwohnte, konnte sich tatsächlich kaum «heben». Die sechsköpfige Truppe heizte dem Publikum ordentlich ein: Unmöglich, sich der flotten Mischung aus Pop, Rock und Ska zu entziehen. Die mitreissende Tanzmusik liefert auch die passenden Songtexte: «Ich bi am schwitze, dui bisch am schwitze, mier sind am schwitze, ich mues jetz mal absitze.»

Famous October brachten edlen Folk auf den Flugplatz Buochs.

Famous October brachten edlen Folk auf den Flugplatz Buochs.

Ein Folk-Ehepaar und ein Einzelgänger

Absitzen konnte man beim Gastrozelt Härdplättli, wo es ebenfalls was auf die Ohren gab. Hier wechselten sich am Donnerstag drei Acts ab, jeder auf seiner eigenen kleinen Bühne. Auf einer von ihnen sang und zupfte Sarah Bowman einen bluesigen Folksong – eine wunderbare Stimme, leider von zu wenigen gehört. Nach dem Solo trat Rene Burrell auf die Bühne. «Sarah Bowman, mini Frau», stellte er die Musikerin vor. Und fügte mit einem breiten Lächeln hinzu: «Ja, mä darf stolz sey.»

Rene Burrell und Sarah Bowman sind zusammen Famous October, die mit ihrem stilvollen Indie-Folk zum genüsslichen Mitwippen einladen, vor allem bei behaglichen Songs wie «Starting Today». Wenn Sarah Bowman ihren Bass zückt, wird’s dann gerne auch schwermütiger. Für diese Stimmung ist ihre Stimme wie gemacht.

Das Trio St. Jakob riss mit gehörigen Ländlern mit.

Das Trio St. Jakob riss mit gehörigen Ländlern mit.

Nach Famous October hatte der Singer-Songwriter Müllmaa seinen Auftritt: Ein waschechter Einzelgänger, der mit stampfenden Füssen und rauer Stimme fast leere Bänke leidenschaftlich besang. Schade, war das Interesse nicht grösser! Andererseits passte die Szenerie perfekt zum kantigen, ironischen «Ukulele-Stomp-Trash». Nach dem Müllmaa trat die Band Techtelmechtel auf. Die unverkennbaren Interpretationen osteuropäischer Volksmusik waren eine echte Konkurrenz für Hebdide im Partyzelt.

Besonders beeindruckend war der Einbezug eines schweren, düsteren Alphorns in die lüpfigen Klänge. Dazu gesellte sich ein lebhafter und reich texturierter Sprechgesang. «So etwas habe ich noch nie in meinem Leben gehört!», sagt eine ältere Frau begeistert. Ländler höre man jeden Tag, aber das sei etwas ganz Besonderes.

Vom Walzer in den Nachtclub

Die Seniorin kam extra für die Musik abends nochmals an die Iheimisch. Eine Kollegin habe sie auf Techtelmechtel hingewiesen. Deshalb schätze sie besonders, dass der Eintritt in die Iheimisch ab 18 Uhr gratis ist.

Während die Frau erzählt, tanzen einige Pärchen selig Walzer zu Techtelmechtel. Wem das zu beschaulich ist, der ist mit dem doppelstöckigen Bar-Zelt besser bedient. Dort kommt mit diversen DJs echtes Nachtclub-Gefühl auf.

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