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«Tellsprung» löst viele Probleme für Kehrsiten

Die Wogen haben sich geglättet. Die Bevölkerung von Kehrsiten hat das neue Verkehrskonzept für die Sanierung der Kehrsitenstrasse, das die Baudirektion am Dienstag präsentierte, gut aufgenommen.
Philipp Unterschütz
Die Fähre auf dem Weg von Beckenried nach Gersau. (Archivbild: Geri Wyss)

Die Fähre auf dem Weg von Beckenried nach Gersau. (Archivbild: Geri Wyss)

«Der Kanton verhängt uns faktisch ein Ausgangsverbot während 15 Monaten. Das ist kein Konzept», so und ähnlich klang es im September 2018, als besorgte Einwohner von Kehrsiten ihrem Unmut Luft machten. Das Verkehrskonzept, das der Kanton während der Zeit der Sanierung der Kehrsitenstrasse vorgeschlagen hatte, löste eine hitzige Debatte aus. Aufgrund der Einwände sah sich die Baudirektion gezwungen, nochmals über die Bücher zu gehen.

«Seither ist einiges gegangen», verkündete Baudirektor Josef Niederberger nun am Dienstagabend im Stansstader Gemeindesaal. Und tatsächlich konnte er ein neues Verkehrskonzept präsentieren lassen, das ganz offensichtlich die meisten der rund 120 Anwesenden akzeptieren können – im Bewusstsein der Sachzwänge, die eine solche Strassensanierung bringen.

Noch keine Einsprache gegen Bauprojekt

Das ursprüngliche Konzept hatte vor allem für Unzufriedenheit gesorgt, weil es auf Personentransporte per Schiff setzte und die Einwohner von Kehrsiten ihre Autos hätten in Stansstad parkieren müssen. Davon ist die Baudirektion längst abgewichen – sie will nun die Fähre Tellsprung einsetzen, die im Sommer zwischen Beckenried und Gersau verkehrt. Die Bauarbeiten mit Vollsperrung der Strasse werden deshalb in den beiden kommenden Winterhalbjahren ausgeführt. Richard Blättler, Abteilungsleiter Realisierung, und Kantonsingenieurin Stefanie von Samson sowie Urs Indergand von der Bauherrenunterstützung stellten sowohl das Bau- als auch das Verkehrskonzept vor.

Zum bereits aufliegenden Bauprojekt merkte Blättler an, dass bisher noch keine Einsprachen eingegangen seien. «Erfahrungsgemäss kommen solche aber erst gegen Schluss des Auflageverfahrens.» Er appellierte, sich bei Bedenken an die Baudirektion zu wenden und vor einer Einsprache zuerst das Gespräch zu suchen.

Auf die Frage nach dem Wetterrisiko bei Bauarbeiten in den Winterhalbjahren bestätigte Blättler, dass dieses natürlich grösser sei, man aber versucht habe, eine realistisch mögliche Leistung anzunehmen. Gearbeitet werde bei der Strassensanierung im 2-Schicht-Betrieb von Montag bis Samstag. Gewisse Arbeiten werde man zudem auch ausserhalb der Zeiten des Fährbetriebs machen müssen, so würden gewisse Belagsarbeiten im Sommer ausgeführt.

Echtzeit-Informationssystem wird geprüft

Das von Urs Indergand vorgestellte Verkehrskonzept entsprach dem in unserer Ausgabe vom 10. Mai erklärten Vorgehen und dem Fahrplan zum Betrieb der Autofähre tagsüber und den Schiff-Shuttles während der Nacht. Die Kapazität von 30 Autos berge ein gewisses Risiko, dass in Spitzenzeiten die Fähre voll sei. Stephanie von Samson versprach, dass man ein Informationssystem prüfen wolle, welches in Echtzeit Auskunft über die Autos im Warteraum und auch über die Bauarbeiten gebe.

Um das Informationsbedürfnis zu befriedigen, wird der Kanton die Anwohner zudem regelmässig mit Newsletters informieren. Der erste wurde am Infoabend abgegeben.

Gemeinderat Andy Christen, der die Begleitgruppe vertrat, erklärte, man hoffe, dass die Kehrsiter das nun vorliegende Konzept mittragen würden. Die Begleitgruppe sei damit einverstanden – auch im Bewusstsein, dass man es nie jedem Einzelnen Recht machen könne.

Für Zufriedenheit sorgte auch die Auskunft, dass die Post wie normal verteilt würde, eine Postfachlösung in Stansstad ist kein Thema mehr. Bezüglich medizinischer Notfälle oder Brandfälle sei man daran, entsprechende Einsatzpläne mit den Blaulichtorganisationen zu erarbeiten.

Auch die Gemeinde ist zufrieden mit Konzept

«Dass die Autofähre zum Einsatz kommt, hat viele Emotionen rausgenommen», war sich Kantonsingenieurin Stephanie von Samson am Ende der Veranstaltung mit dem Stansstader Gemeindepräsidenten Beat Plüss einig, der meinte: «Auch von Gemeindeseite her sind wir zufrieden. Die Einwohner können nun wie gewünscht mit dem Auto heimfahren. Der Einsatz der Fähre löst aber auch etliche andere Probleme wie Postzustellung, Grosslieferungen, Futtermitteltransporte oder Handwerkereinsätze.»

Momentan laufe nun die Vorbereitung für die Ausschreibung der Transportaufträge. «Diese wird im Juni oder Juli erfolgen», erklärte Stephanie von Samson auf Anfrage.

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