Obwalden
Nun soll präventiv getestet werden: Betroffen sind Institutionen mit hohem Übertragungsrisiko

Um besonders gefährdete Personen vor dem Coronavirus schützen zu können, ergänzt der Kanton seine Teststrategie um einen Ansatz. Unter speziellen Voraussetzungen dürfen Unternehmen ihre Mitarbeiter präventiv testen lassen.

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Das neue Corona-Testzentrum in der Militärstrasse in Sarnen.

Das neue Corona-Testzentrum in der Militärstrasse in Sarnen.

Bild: Marion Wannemacher (Sarnen, 4. November 2020)

(mah) Neu sollen Obwaldner Institutionen im Bereich der Behandlung, Pflege oder Betreuung von besonders gefährdeten Personen präventive Covidtests durchführen können: Das entscheidet der Kanton Obwalden, nachdem der Bundesrat am 27. Januar beschlossen hat, Kosten für Tests an Personen ohne Symptome zu übernehmen – dies aber nur unter speziellen Voraussetzungen.

Neu verfolgt der Kanton Obwalden deshalb drei Testansätze. Einerseits sollen Personen, die in einer Institution mit hohem Übertragungsrisiko tätig sind, bereits von einem Ausbruch getestet werden können, um besonders gefährdete Personengruppen besser schützen zu können. Darunter fallen insbesondere Pflegeheime, sozialmedizinische Institutionen oder Arzt- und Zahnarztpraxen. Weitere Unternehmen können unter bestimmten Bedingungen eine Bewilligung für das präventive Testen beim Kanton beantragen, müssen die Untersuchungen aber selber organisieren. Die Bewilligungen werden durch das Gesundheitsamt unter Vorlage eines entsprechenden Antrags erteilt. Für beide Varianten gilt, dass ein positives Schnelltestergebnis durch einen PCR-Test beim Hausarzt oder im kantonalen Testzentrum bestätigt werden muss und die betreffenden Personen sich umgehend in Isolation zu begeben haben, bis das PCR-Testergebnis vorliegt.

Zweitens werden weiterhin Tests während eines akuten Ausbruchs des Virus durchgeführt. Weiter plant der Kanton auch Tests nach einem unkontrollierten, grösseren, regionalen Ausbruch – sogenanntes «Hotspot-Management».

Asymptomatische Fälle sind geschätzt zehnmal höher als Fallzahlen

«Das präventive Testen ist grundsätzlich freiwillig, macht aber dann Sinn, wenn alle in einer Organisation mitmachen», so Patrick Csomor, Leiter des Gesundheitsamts Obwalden in der Medienmitteilung des Kantons zu diesem neuen Ansatz. Da der Test selbst nicht vor einer Übertragung schütze, bleibe die Einhaltung der bisherigen Schutzmassnahmen weiterhin wichtig.

Die Tests sollen helfen, mögliche Ausbrüche schon früh zu erkennen und eine grössere Ausbreitung zu verhindern. Auf präventive Tests an Schulen wird in Obwalden momentan verzichtet. Für Bund und Kantone ist die Identifikation von Personen, die mit dem neuen Coronavirus infiziert sind, ein wesentliches Fundament der Pandemiekontrolle. Die bisherigen Erkenntnisse aus dem Contact-Tracing lassen vermuten, dass die Dunkelziffer der asymptomatischen positiven Fälle in der Gesellschaft rund zehnmal höher sein dürfte als die bekannten Fallzahlen. Von dieser Personengruppe geht ein hohes Übertragungsrisiko aus, ohne dass die betreffenden Personen sich dessen bewusst sein können.