Tödlicher Sprengunfall: Zwei Personen angeklagt

Die Bundesanwaltschaft hat im Zusammenhang mit dem tödlichen Sprengunfall in Oberdorf bei Stans Anklage beim Bundesstrafgericht erhoben. Sie wirft zwei Personen fahrlässige Tötung und fahrlässige schwere Körperverletzung vor.

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Die Zündkapsel sprengte Teile des Asphalts weg. (Bild: Archiv Kapo Nidwalden)

Die Zündkapsel sprengte Teile des Asphalts weg. (Bild: Archiv Kapo Nidwalden)

Am 25. April 2009 hatte sich auf dem Kasernenareal Wil in Oberdorf bei einer Prüfung im Rahmen eines polizeilichen Ausbildungskurses eine Explosion ereignet. An einem Posten zum richtigen Umgang mit Sprengkapseln detonierten in einem Behälter mehrere der Zünder.

Ein Toter und zwei Verletzte

Der 33-jährige Prüfungskandidat von der Kantonspolizei Basel- Stadt wurde dabei schwer verletzt und starb am folgenden Tag im Universitätsspital Zürich. Der 46-jährige Instruktor von der Kantonspolizei Luzern wurde verletzt, ebenso wie ein Genfer Polizist, der gegen die Türe der Kaserne geschleudert wurde.

Wie die Bundesanwaltschaft (BA) am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda mitteilte, hat sie nun beim Bundesstrafgericht Anklage gegen zwei Personen erhoben, die für die Durchführung des Sprengkurses, die Ausbildung der Teilnehmenden sowie die Bereitstellung der Sprengmittel für den Kurs verantwortlich waren.

Altes Material und fehlende Kontrolle

Die BA wirft ihnen fahrlässige Tötung, fahrlässige schwere Körperverletzung sowie fahrlässige Gefährdung durch Sprengstoffe ohne verbrecherische Absicht vor. Der Anklage liegen laut BA im Wesentlichen der unsachgemässe Umgang mit Sprengmitteln und damit verbundene Verletzungen der Sorgfaltspflicht zugrunde.

Dabei gehe es um die Verwendung von zum Teil altem, nicht mehr handelsüblichem Material im Sprengkurs und in den betreffenden Kursen der Vorjahre, um das unsachgemässe Aufbewahren von Sprengmitteln zwischen den Kursen sowie um die fehlende Kontrolle bei deren Einsatz während der gesamten Kursdauer.

Die Explosion hatte im Asphalt eine geschwärzte Delle von rund einem Meter Durchmesser hinterlassen. Die Prüfung bildete den Abschluss eines einwöchigen polizeilichen Ausbildungskurses mit rund 30 Teilnehmern. Organisiert hatte ihn das Schweizerische Polizeiinstitut (SPI) in Neuenburg.

sda/ks