Tötungsdelikt in Stansstad: Staatsanwaltschaft fordert 12 Jahre Gefängnis für 80-Jährigen

Die Staatsanwaltschaft Nidwalden hat gegen einen Mann, der im Jahr 2018 seine Ehefrau erschossen hatte, Anklage erhoben. Sie beschuldigt ihn, vorsätzlich gehandelt zu haben.

Florian Pfister
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Die Staatsanwaltschaft Nidwalden hat gegen einen 80-jährigen Mann Anklage wegen vorsätzlicher Tötung erhoben. Dabei handelt es sich um einen Schweizer, der vor zweieinhalb Jahren seine Ehefrau erschossen hatte. Dies schreibt die Staatsanwaltschaft Nidwalden in einer Medienmitteilung.

Dem zum Tatzeitpunkt 77-jährigen Rentner wird vorgeworfen, seine 73-jährige Ehefrau nach einer Auseinandersetzung mit einer Waffe vorsätzlich getötet zu haben. Am Abend des 19. Januar 2018 hatte der Mann seine Frau in der gemeinsamen Wohnung in Stansstad erschossen. Die Staatsanwaltschaft hat nun nach Abschluss der umfangreichen Untersuchungen Anklage beim Kantonsgericht Nidwalden erhoben. Sie fordert eine Freiheitsstrafe von zwölf Jahren sowie eine Geldstrafe.

Mann ist zwei Monate in Untersuchungshaft gewesen

Der heute 80-jährige Mann bestreitet, seine Frau vorsätzlich getötet zu haben. Er gibt die Tat zwar zu, er habe seine Ehepartnerin aber versehentlich erschossen. Es gilt die Unschuldsvermutung. Nach der Tat hatte der Rentner die Polizei informiert und sich festnehmen lassen. Die Beamten stiessen in der Wohnung in Stansstad auf den leblosen Körper der Ehefrau. Der Rentner war darauf knapp zwei Monate in Untersuchungshaft gewesen. Das Nidwaldner Zwangsmassnahmengericht hatte das Entlassungsgesuch des Mannes gutgeheissen – entgegen der Meinung der Staatsanwaltschaft.

Seither befindet er sich auf freiem Fuss. Ihm wurden keine Auflagen gemacht. Bis vor kurzem wurde ermittelt. Neben der Kantonspolizei und der Staatsanwaltschaft waren auch das Institut für Rechtsmedizin Zürich und das Forensische Institut Zürich an den Ermittlungen beteiligt.

Noch keine Details zum Fall öffentlich

Die Staatsanwaltschaft kann auf Anfrage keine Auskunft erteilen, warum die Tat aufgrund der Untersuchungen als vorsätzlich eingestuft wurde. Auch das Kantonsgericht Nidwalden kann noch keine Aussagen tätigen. Ob Alkohol im Spiel war, ob der Mann die Waffe legal besessen hat und ob ein psychiatrisches Gutachten in Auftrag gegeben wurde, bleibt für die Öffentlichkeit bis jetzt also unklar. Die Details zum Fall werden in der Anklageschrift verlautet, die am Gerichtstermin verlesen wird. Wann sich der 80-Jährige vor Gericht verantworten muss, ist noch unklar. Das Kantonsgericht habe noch keinen Termin für den Prozess festgelegt, wie der zuständige Richter auf Anfrage sagt.

Ob der Stansstader seine Ehefrau an jenem Abend im Jahr 2018 vorsätzlich erschossen hat, muss sich nun also klären. Eine Tötung auf Verlangen schliesst die Staatsanwaltschaft aus. Ehemalige Weggefährten des Rentners hatten gegenüber unserer Zeitung die Vermutung geäussert, die Tat könnte in Zusammenhang mit gesundheitlichen Problemen gestanden haben. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass ein Ehestreit vorausgegangen war.

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