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TÖTUNGSDELIKT STANSSTAD: Ein Bekannter des Täters: «Der Schuss war eine Verzweiflungstat»

Warum der 77-Jährige seine Frau erschoss, ist noch immer unklar. Zwei langjährige Weggefährten sind bestürzt über die Tat und versuchen das Unfassbare zu verstehen.
Matthias Piazza
Die Nidwaldner Polizei hatte den überladenen Lieferwagen erkannt. (Symbolbild Adrian Venetz)

Die Nidwaldner Polizei hatte den überladenen Lieferwagen erkannt. (Symbolbild Adrian Venetz)

Matthias Piazza

matthias.piazza@nidwaldnerzeitung.ch

«Ich schlief nicht gut, nachdem ich von der schrecklichen Nachricht gehört und die Gewissheit hatte, um wen es sich handelt», sagt Walter Achermann, ein langjähriger Weggefährte des 77-jährigen S., der am vergangenen Freitagabend der Polizei tödliche Schüsse auf seine 73-jährige Frau gemeldet hat (wir berichteten). Ihre Wege hätten sich schon im Kindesalter gekreuzt. Später machten sie zusammen Musik und arbeiteten auch in einer Obwaldner Schule zusammen.

«Ich kenne ihn als galanten Typ, sehr aufrecht und grosszügig. Er hatte eine harte Schale und einen weichen Kern, ich habe ihn sehr geschätzt», sagt Walter Achermann. Im vergangenen Oktober habe er das letzte Mal mit ihm Kontakt gehabt. «Er weinte während eines Telefongesprächs mit einem anderen Musikerkollegen vor etwa 10 Tagen. Bis er weint, braucht es viel.» Seines Wissens sei die Ehefrau von S. krank gewesen. S. selber leide an Krebs. «Ich glaube, der Schuss war eine Verzweiflungstat, auch Leute, mit denen ich sprach, äusserten diese Vermutung», sagt Walter Achermann.

«Ich war geschockt. Es ist unbegreiflich. Nie hätte ich meinem langjährigen Musikerkollegen eine solche Tat zugetraut», gibt sich Andy L. Lütolf bestürzt, der in den 1970er-Jahren zusammen mit S. auf der Bühne stand. Von gesundheitlichen Problemen habe er nichts gewusst. «Ich wünsche ihm, dass er seinen Frieden findet.»

Ermittlungen dürften sich hinziehen

Derweil beschäftigt sich die Nidwaldner Staatsanwaltschaft mit dem Fall. Warum S. seine Frau erschossen hat, ist noch immer unklar. «Die Ermittlungen dürften sich noch über mehrere Monate hinziehen, wie bei einem Tötungsdelikt üblich», sagte auf Anfrage die zuständige Nidwaldner Staatsanwältin Petra Marti.

Nach ersten Befragungen könnten über Hintergründe und Motive noch keine Angaben gemacht werden. Auch zur Tatwaffe und zur Frage, ob Alkohol oder Ähnliches im Spiel gewesen sei, könne sie noch nichts sagen. Der Mann befindet sich nun seit Montag offiziell in Untersuchungshaft. Je nach rechtlicher Qualifikation, die sich im Verlauf der Untersuchung ergeben werde, müsse er mit einer Freiheitsstrafe von mindestens fünf Jahren rechnen.

Am vergangenen Freitagabend um 19.32 Uhr meldete der in Stansstad wohnhafte Schweizer der Polizei, seine Ehefrau am gemeinsamen Wohnort erschossen zu haben. Die Beamten stiessen auf den leblosen Körper seiner 73-jährigen Ehefrau. Der Mann, der unter dringendem Tatverdacht steht, liess sich widerstandslos festnehmen.

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