Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

TOURISMUS: Bürgenstock-Hotels: Mehrere am Bau beteiligte Firmen warten auf ihr Geld

Nach der Eröffnung des 550 Millionen Franken teuren Resorts sind gewisse Bauunternehmen auf ihren Rechnungen sitzen geblieben. Die Folge: Betreibungen in Millionenhöhe, Verhandlungen bei der Schlichtungsbehörde und drohende Prozesse.
Thomas Heer
Baustelle Bürgenstock fotografiert am 30. August 2016. Im Bild Pool, Wellnessanlage.Hotel, Hotelanlage, (Archivbild: Corinne Glanzmann (30. August 2016))

Baustelle Bürgenstock fotografiert am 30. August 2016. Im Bild Pool, Wellnessanlage.Hotel, Hotelanlage, (Archivbild: Corinne Glanzmann (30. August 2016))

Thomas Heer

thomas.heer@luzernerzeitung.ch

«Sie haben uns mit der wahren Kunst des soliden Handwerks überzeugt, und für die tolle Zusammenarbeit über die Jahre möchten wir Ihnen hiermit herzlich danken.» Diese Zeilen finden sich auf der Homepage eines Luzerner Unternehmens. Der Verfasser dieses Textes heisst: «Bruno H. Schöpfer, Managing Director The Bürgenstock Selection» (siehe Kasten).

Es ist erfreulich, so etwas zu lesen, und das ist die eine Seite der Medaille. Die andere zeigt ein weniger erbauliches Bild. Das erkennt, wer mit Unternehmern redet, die mit ihren Teams auf dem Bürgenstock tätig waren – und die gegenüber der Bauherrschaft immer noch offene Rechnungen haben. In den Gesprächen fallen Aussagen wie «das war die blanke Katastrophe» oder «so macht das Arbeiten keine Freude», aber auch Kraftausdrücke, die an dieser Stelle nicht abgedruckt werden können.

Geheimhaltungsklausel im Vertrag

Bisher wurden diese Probleme unter Verschluss gehalten. Denn vertraglich wurde unter Artikel 22 «Geheimhaltung» vereinbart. «Insbesondere ist es ihm (dem Unternehmer, Anm. d. Red.) nicht erlaubt, Informationen (...) der Öffentlichkeit, namentlich den Medien, zugänglich zu machen.» Warum dieser Passus? Jonas Reif, Communications Manager der Bürgenstock Hotels AG, schreibt dazu: «Bei so grossen Bauprojekten sind solche Vertragsklauseln üblich.» Und weiter schreibt Reif: «Bei so grossen Bauprojekten lässt es sich in der Regel nicht vermeiden, dass es Zulieferer oder Berater gibt, mit welchen man sich nicht einig wird.» Zudem würde sich die Bürgenstock Hotels AG nicht zu laufenden Verhandlungen äussern.

Ein Unternehmer erinnert sich an die Zeit auf dem Bürgenstock und sagt: «Am Anfang lief es gut. Dann kam es zu Problemen aufgrund dauernder Änderungswünsche und der Koordination.» Und der Mann sagt weiter: «Traten Fehler auf, war nie die Bauherrschaft schuld, sondern immer wir.» So kam es auch, dass Rechnungen nicht beglichen wurden mit der Begründung, die Arbeit sei nicht ordnungsgemäss ausgeführt worden.

Diese Konstellation bildet die Grundlage für Betreibungen. Gemäss dem aktuellen Betreibungsregisterauszug der Bürgenstock Hotels AG, der unserer Zeitung vorliegt, haben sich diese auf 4'698'957.55 Franken aufgetürmt. Es kam schon zu Verhandlungen bei der Schlichtungsbehörde. Mehrere Unternehmer erklärten gegenüber unserer Zeitung, falls es zu keiner gütlichen Einigung komme, werde der Gerichtsweg beschritten.

Das wäre nicht das erste Mal, dass ein Unternehmen der Katara Hospitality Switzerland AG in einen Rechtsstreit verwickelt würde. In Erinnerung bleibt der Fall des Hotels Schweizerhof in Bern. Das Berner Handelsgericht verurteilte jüngst die Bauherrin, die Schweizerhof Bern AG, zur Zahlung eines ausstehenden Architektenhonorars von 460'000 Franken.

Anwalt Michael Bader, der die Architekten vertrat, sagte in der «Berner Zeitung» zum Verhalten der Bauherrin: «Das habe ich in dieser Rücksichtslosigkeit in 28 Jahren Praxis noch nie erlebt.» Gemeint war das «Power Game», wie es Bader beschrieb. Also die prozessuale Auseinandersetzung zwischen der wirtschaftlich potenten Bauherrin und dem finanziell schwächeren Architekten. Das Urteil des Handelsgerichts ist noch nicht rechtskräftig und kann ans Bundesgericht weitergezogen werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.