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«Tourismus ist zum Fliegen gekommen»

Geschäftsführerin Erna Blättler-Galliker (54) verlässt Ende Monat nach sechs Jahren Nidwalden Tourismus. Das tut sie mit Wehmut und Genugtuung. Und einem Wunsch für die Zukunft.
Interview: Matthias Piazza
Erna Blättler-Galliker hört bei Nidwalden Tourismus auf. (Bild: Matthias Piazza (Emmetten, 19. Oktober 2017))

Erna Blättler-Galliker hört bei Nidwalden Tourismus auf. (Bild: Matthias Piazza (Emmetten, 19. Oktober 2017))

Erna Blättler, in Nidwalden steigen die Übernachtungszahlen seit drei Jahren in Folge, Nidwalden Tourismus ist seit Neuestem beim Bahnhof Stans präsent. Das neue Tourismusgesetz ist seit vergangenem Jahr in Kraft. Warum verlassen Sie die Organisation jetzt, wo alles rund läuft?

Genau aus diesem Grund. Nidwalden Tourismus ist zum Fliegen gekommen. Ich wurde vor sechs Jahren angefragt, eine Nachfolgeorganisation für Vierwaldstättersee-Tourismus aufzubauen. Diese Aufbauphase ist nun abgeschlossen, auch wenn diese viel länger dauerte als ursprünglich angenommen. Dies unter anderem, weil das neue Tourismusgesetz nach langem Hin und Her ja erst 2017 in Kraft trat. Nun will ich mich wieder den Projekten meiner eigenen Marketing- und Kommunikationsagentur widmen.

Mit welchem Gefühl verlassen Sie Nidwalden Tourismus?

Ganz sicher mit viel Wehmut. Diese sechs Jahre waren enorm geprägt von vielen tollen Begegnungen, zum Beispiel mit Betreibern von Kleinseilbahnen, Hoteliers und Ferienwohnungsbesitzern. Wir konnten viele Ideen umsetzen, zum Beispiel eine Karte mit Feuerstellen oder mit sämtlichen Sehenswürdigkeiten in der Region Bürgenberg. Grosse Freude bereiteten mir die über 100 Nidwaldner Restaurants, die spontan bei der Power-Bank-Aktion mitmachten. In welchem anderen Kanton kann der Gast schon flächendeckend und gratis sein Handy aufladen? Auch das Seilbahn-Quartett mit 40 Seilbahnen wurde ein Erfolg.

Sie haben 2012 ein schwieriges Erbe angetreten. Die Vorgängerorganisation Vierwaldstättersee-Tourismus war am Zerfallen. Es harzte mit der Entwicklung des neuen Tourismusgesetzes. Man könnte sich wohl einen leichteren Amtsantritt vorstellen.

Es war wirklich ein schwieriger Start. Wir fingen ohne finanzielle Unterstützung des Kantons an, da das neue Tourismusgesetz erst im Entstehen war, waren auf freiwillige Beiträge von Mitgliedern angewiesen. Wir mussten auf dieser Basis coole Ideen entwickeln. Doch es gelang.

«Für mich stand immer die Frage im Fokus: Was bringt’s unseren Mitgliedern?»

Was war Ihr Erfolgsrezept?

Für mich stand immer die Frage im Fokus: Was bringt’s unseren Mitgliedern? Der Partner muss von einem Nutzen überzeugt werden, dann macht er auch mit. Das zog. Mit 40 Bergbahn-Betreibern lancierten wir eine gemeinsame Marketing-Kampagne – mit verblüffendem Erfolg. Manche wurden von Touristen so überrannt, dass sie fast nicht mehr zum Heuen kamen, wie sie uns zurückmeldeten.

Gab es auch Kritik an Nidwalden Tourismus?

Selbstverständlich. Wir waren oft mit der Frage konfrontiert, ob es eine kantonale Tourismusorganisation überhaupt braucht, nebst den grossen Marken Luzern und Engelberg-Titlis sowie den regionalen und örtlichen Tourismusvereinen.

Was sind die Herausforderungen in der Zukunft?

Die elf Gemeinden, die Tourismusorganisationen und die vielen Tourismusanbieter sollten regional und thematisch noch stärker zusammenarbeiten. Auch die Digitalisierung wird der Tourismusbranche noch weitere, grosse Veränderungen bringen.

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