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TOURISMUS: Wolfenschiessen will Bannalp aufwerten

Wie soll sich das Tourismusgebiet Bannalp entwickeln? Ein Feinkonzept gibt nun die Leitplanken und die längerfristige Stossrichtung vor.
Matthias Piazza
Die Bannalp mit dem Bannalpsee im Vordergrund, vom Walenpfad aus gesehen. Bild: Markus von Rotz (17. September 2014)

Die Bannalp mit dem Bannalpsee im Vordergrund, vom Walenpfad aus gesehen. Bild: Markus von Rotz (17. September 2014)

Die Region Bannalp mit ihren Seilbahnen und Wanderwegen gilt als beliebtes Naherholungsgebiet – zum Wandern, Schneeschuhlaufen oder auch Klettern. Gleichzeitig ist das Gebiet auch Lebensraum für Tiere und Pflanzen, auch seltene oder solche, die vom Aussterben bedroht sind. Sie finden hier einen geschützten Lebensraum. Denn das Gebiet Bann­alp-Walenstöcke ist seit Anfang 2014 ein Jagdbanngebiet. Das heisst auch, dass das Skifahren ausserhalb von markierten Pisten, Routen und Loipen strikt verboten ist.

Der Wolfenschiesser Gemeinderat hat nun ein touristisches Feinkonzept erarbeitet, um die verschiedenen touristischen Interessen wie auch jene der Tier- und Pflanzenwelt unter einen Hut zu bringen. «Damit haben alle Interessengruppen wie Landbesitzer, Landwirte, Betreiber von Gaststätten oder Bergbahnen einen Leitfaden in der Hand, der ihnen aufzeigt, was im Gebiet möglich ist und was nicht», erklärt der für Tourismus zuständige Wolfenschiesser Gemeinderat Thomas Vetterli. Damit sollen mögliche Konflikte zwischen Schutz-, Erholungs- und Nutzungsanliegen möglichst ausgeschlossen werden. Damit sei auch das Ziel verbunden, die Bannalp als touristisches Gebiet gezielt weiterzuentwickeln und die Destination besser zu vernetzen und zu vermarkten.

Einfacher mit dem Konzept

«Bisher schaute jeder Betrieb für sich. Eine Bewilligung für einen Neu- oder Umbau zu erlangen, war ein schwieriges Prozedere. Mit dem touristischen Feinkonzept wird das nun einfacher», macht er ein konkretes Beispiel. Das Konzept hat auch konkrete Massnahmen aufgelistet. So ist die Rede davon, dass aus Kosten- und Unterhaltsgründen nur noch eine Luftseilbahn auf die Bannalp führt. Die bestehenden Anlagen, deren Konzession 2034 ausläuft (Fell–Chrüzhütte und Fellboden–Bannalpsee) sollen entsprechend zurückgebaut werden. Stattdessen soll eine neue Luftseilbahn Fell–Bannalp (Bergstation Gebiet Kapelle) gebaut werden.

Grossgeschrieben werden im Konzept auch die Wanderwege, die als wichtiger Teil des regionalen Tourismusangebotes zu erhalten und erneuern seien. Auch Themenwege und Lehrpfade sind vorgesehen. Bei der Bergstation Chrüzhütte soll zudem ein Kinderspielplatz mit diversen Beschäftigungsmöglichkeiten eingerichtet und zum Verweilen eine Feuerstelle bei der Alp Räckholteren errichtet werden. Auch schlägt das Konzept entlang der Linie der alten Druckleitung vom Kraftwerk Bannalpsee einen Klettersteig vor. Zusätzlich sind rund um den Bietstock Klettersteige vorgesehen. Auch soll der Bannalpsee künftig für Gästefischer freigegeben werden.

Damit das Gebiet auch im Winter attraktiv bleibt, schreibt das Konzept vor, die Skilifte auf der Bannalp wenn möglich zu erhalten oder zu ersetzen. «Daneben kann mit dem Angebot von Lawinenausbildungskursen eine optimale Voraussetzung für Skitourengänger geschaffen werden, um sich in Berggebieten zu bewegen», heisst es weiter. Auch will die Gemeinde, dass das Gebiet rund um die Bannalp mit zusätzlichen Übernachtungs- und Verpflegungsmöglichkeiten aufgewertet wird, schreibt sie im Konzept. Kleinräumige Elemente der Kulturlandschaft (zum Beispiel Trockenmauern) seien nach Möglichkeit auszubessern und in Stand zu stellen. Neue Trockenmauern seien, wo sinnvoll, entlang der Wanderwege zu erstellen. Bei der Urnerstaffel ist zudem ein Zeltplatz als Übernachtungsmöglichkeit vorgesehen.

Bessere Busverbindungen gefordert

Im Bereich öffentlicher Verkehr fordert das Konzept die Optimierung des Busbetriebes Wolfenschiessen–Oberrickenbach. Die Busse sollen insbesondere morgens, mittags und abends häufiger fahren und auch länger (werktags bis 19 Uhr). Und zudem bis zur Talstation Fell.

Dieses für die Bannalp neue Instrument stellte der Gemeinderat am Dienstagabend den rund zehn anwesenden betroffenen Landwirten und übrigen Interessengruppen vor. «Das Konzept wurde gut aufgenommen, kritische Stimmen dazu waren keine zu vernehmen», sagt Thomas Vetterli.

Hinweis

Bis am 1. Dezember liegt das Regelwerk bei der Gemeinde Wolfenschiessen öffentlich aufwww.wolfenschiessen.ch

Engelberg und Wolfenschiessen spannen zusammen

Parallel zum Tourismuskonzept haben die Tourismusorganisationen von Wolfenschiessen und Engelberg eine gemeinsame Vermarktung aufgegleist. Seit 2014 ist Wolfenschiessen voll in die Werbeaktivitäten von Engelberg/Titlis integriert. Frédéric Füssenich, Direktor von Engelberg-Titlis-Tourismus AG (ETT) spricht von einer sehr erfolgreichen Zusammenarbeit und erwähnt als
Beispiel die Buiräbähnli-Safari. «Das Angebot stiess auf grosses Interesse und löste ein entsprechendes Medienecho aus.» Von dieser gemeinsamen Vermarktung würden alle Anbieter profitieren. Und das touristische Konzept Bannalp diene dabei als Planungsgrundlage.

Auch Thomas Vetterli erwähnt die Buiräbähnli-Safari als Paradebeispiel für die erfolgreiche Zusammenarbeit, wo grossflächig ein Paket von Seilbahnbetreibern und Gastrobetrieben geschnürt wurde. Auch generell zieht er eine positive Zwischenbilanz zur Zusammenarbeit, auch wenn der Annäherungsprozess noch nicht abgeschlossen sei.

«Mit dem touristischen Feinkonzept konnten wir die bestmögliche Lösung erreichen», meint Hubert Annen, Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahnen Bannalp, der am Konzept mitgearbeitet hat. Er bedauert, dass nun wegen des Jagdbanngebietes die Walenstock-Tour nicht mehr erlaubt sei, aber darauf habe das Konzept keinen Einfluss, weil der Bund Jagdbanngebiete zuordne. Bis jetzt arbeite man nicht mit der gemeinsamen Tourismusregion Engelberg/Wolfenschiessen zusammen, hingegen mit den Brunni-Bahnen und Nidwalden Tourismus, da die Bannalp mit 95 Prozent Schweizer Tagestouristen ein anderes Gästesegment als Engelberg/Titlis habe.

Matthias Piazza

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