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Traumnacht in Beckenried begeistert mit Ausdruckskraft

Am vergangenen Sonntagabend lockte die Sehnsucht zu Träumen in die Ridlikapelle in Beckenried. Caroline Vitale und Peter Baur erzählten mit Stimme und Klavier von Liebe, Natur und Träumen in der Nacht.
Flavia Niederberger
Caroline Vitale und Peter Baur am Konzert zur Traumnacht in der Ridlikapelle Beckenried. (Bild Flavia Niederberger (Beckenried, 10. Juni 2018))

Caroline Vitale und Peter Baur am Konzert zur Traumnacht in der Ridlikapelle Beckenried. (Bild Flavia Niederberger (Beckenried, 10. Juni 2018))

Vor der barocken Kulisse der Ridlikapelle in Beckenried entführten die freischaffende Konzert- und Opernsängerin Caroline Vitale und der Pianist Peter Baur am vergangenen Sonntag das Publikum in eine «Traumnacht». Mit «Ich stand in dunkeln Träumen», einer Gedichtvertonung von Clara Schumann, beschworen die einheimischen Künstler eine ergreifende Geschichte der deutschen Romantik hervor. Clara Schumann hatte die Vertonung als Zeichen der Zuneigung und Bewunderung Robert Schumann geschenkt. Obwohl ihr Vater dagegen war, heirateten sie und gründeten eine Familie.

«Mein Innerstes flüstert Ihnen ewig zu», beteuert Robert Schumann in einem Brief an Clara. Doch nach mehreren Jahren der Ehe erklingen Claras Lieder anders. «Sie liebten sich beide, doch keiner wollte es dem andern gestehn.» Sie spricht von Johannes Brahms, dem Freund der Familie, der sich um ihre Kinder kümmerte. Robert Schumann stirbt in einer Irrenanstalt. Clara ist erleichtert um seine Befreiung. Sein Tod wird mit seinen Kompositionen «Mondnacht» und «Mein schöner Stern» untermalt. Caroline Vitales kräftige Stimme liess die Zuhörer sein Leid fühlen. Leichtfüssig und fröhlich erklang als Kontrast das «Ständchen» von Johannes Brahms. Die Liebenden erhielten ein Happy End.

In ein Gefühlschaos entführten die Künstler auf die Insel Kreta, wo Haydns «Arianna a Naxos» erkennt, wie ihr schöner Traum zum Albtraum wird. Ihr geliebter Theseus will sie verlassen. Erst beleidigt, dann immer wütender und verzweifelter steigt ihr klagender Tremor in die Höhe. Vitale unterstrich die Klagerufe mit ihrer ausdrucksvollen Mimik und Gestik. Ihre Ausdruckskraft und das gelungene Zusammenspiel mit Peter Baur rissen das Publikum am Konzert mit bis hin zu einem tosenden Applaus.

Geschichten fügen sich zu einem grossen Ganzen

Ruhiger und verträumter waren die französischen Lieder im letzten Teil. Debussys «Nuit d’étoiles» liess von der Liebe träumen und Vitales Pailletten auf ihrem Kleid blinkten mit den Klängen der Sterne, die unter Baurs Hand ertönten, um die Wette. Mit einem schönen Klavier-Intro ging es weiter mit «Clair de lune» von Gabriel Fauré. «Chanson triste» war trotz des traurigen Namens hoffnungsvoll und liess die Zuhörer träumend zurück, nur um mit der passenden Zugabe «Träume» von Richard Wagner abzuschliessen.

Vitale und Baur gelang es gekonnt, verschiedene Aspekte des Traumes in ihrer Vorstellung zu vereinen. Die drei Teile mit ihren eigenen Geschichten fügten sich zu einem grossen Ganzen und zeugten von der Wandlungsfähigkeit der Künstler. Sanft bis anmutig schnell trieb Baur auf seinem Klavier durch die Reise, und die Kraft und Lebhaftigkeit in Vitales Stimme liessen diesen Traum dennoch real erscheinen.

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