Trautes Heim, Ofen zu klein

Redaktorin Franziska Herger schreibt ihr «Blitzlicht »zum Weihnachtsmenü.

Franziska Herger
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Franziska Herger.

Franziska Herger.

Ich kann Fondue Chinoise nicht ausstehen. Das musste ich einfach mal loswerden, obwohl es der Mehrheit der Schweizer anscheinend ganz anders geht. Wie kommt es eigentlich, dass nasses Fleisch mit ineinander zerlaufenden Saucen zu einem der beliebtesten Weihnachtsmenus dieses Landes geworden ist? Dazu kommen die Beilagen: Weder Reis noch Pommes frites passen wirklich. Letztere kann man wenigstens einfach mit Ketchup essen, was ich jeweils auch tue.

Fondue Chinoise war bei uns zu Hause also von Anfang an keine Option fürs Weihnachtsfest. Stattdessen hat mein Mann, seinen angelsächsischen Wurzeln folgend, sechs Kilo Schinken bestellt. Für vier Personen. Ganz abgesehen von der Frage, wer das alles essen soll, ist auch noch unklar, wie wir den Schinken warm kriegen. Das zum Glück bereits gekochte Ungetüm wird nicht in unseren Ofen passen, und auch nicht in den der Nachbarn oder meiner Eltern.

Als Lösung des Problems muss das Barbecue hinhalten. Dieses ist, als Barbecue eines Neuseeländers (die viertgrösste Fleischessernation der Welt), absolut monströs. Es hat jedoch den Nachteil, dass seine Aufgabe eigentlich das Grillieren wäre. Der Schinken dürfte also statt aufgewärmt eher angeschwärzt werden.

Ich werde mich derweil dem Dessert widmen – Glace mit Schokoladensauce, schön einfach. Wenn alle Stricke reissen, essen wir einfach das mit Kartoffeln.