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Trotz Hitze sind die Nidwaldner Älpler zufrieden mit dem Alpsommer

Die meisten Nidwaldner Älpler erlebten einen wüchsigen Alpsommer. Im Kernalpgebiet riss ein Wolf zwölf Schafe. Der bemängelte Viehtriebweg im Bannalpgebiet wurde zurückgebaut.
Richard Greuter
Sepp Odermatt (Mitte) trat als 1. Bannwart der Alp Trübsee zurück. Sein Nachfolger ist Norbert Fischer (rechts). Der neue 2. Bannwart ist Hans z’ Rotz (links). (Bild: Richard Greuter (Wolfenschiessen, 9. Februar 2019))

Sepp Odermatt (Mitte) trat als 1. Bannwart der Alp Trübsee zurück. Sein Nachfolger ist Norbert Fischer (rechts). Der neue 2. Bannwart ist Hans z’ Rotz (links). (Bild: Richard Greuter (Wolfenschiessen, 9. Februar 2019))

«Wir leben da, wo andere Ferien machen.» Mit diesem Zitat eröffnete Alpgenossenpräsident Paul Odermatt die Alpgenossengemeinde der acht Nidwaldner Gemeinalpen. Trotz Hitzesommer berichteten sämtliche 1. Bannwarte in ihren Rechenschaftsberichten von einem wüchsigen Alpsommer. Die Maisonne räumte den Schnee weg und sorgte für kräftige und bunte Alpweiden. Die Älplerfamilien konnten ihre Alpen früh bestossen, und die Tiere erlebten einen langen Alpsommer mit gutem Milchertrag.

Es gab aber auch Schattenseiten. Wie bereits im Vorjahr erkrankten auf den Alpen Sinsgäu und Steinalp einige Tiere an Weidekeratitis (Gämsblindheit). Zur Bekämpfung sind Vorsorgeimpfungen vorgesehen. Für negative Schlagzeilen sorgte ein Wolf, der im Kernalpgebiet zwölf Schafe riss. Wolfsrisse hinterliessen nach dem Blutrausch oft ein Schlachtfeld, sagte Präsident Paul Odermatt. «Das darf nicht sein!»

Probleme mit Bikern auf Maria Rickenbach

Die schlechten Holzpreise machen den Alpgenossen schon seit Jahren zu schaffen. Für grosse Schäden sorgten Anfang Jahr die Stürme «Burglind» und «Evi» und ein weiterer Sturm in Oktober. In den Nidwaldner Alpwaldungen wurden 850 Kubikmeter Holz geworfen. Am schlimmsten traf es die Alpen Dürrenboden, Arni, Steinalp und Bannalp.

Erledigt ist inzwischen die Korrektur des 2,4 Kilometer langen Viehtriebweges von der Alp Schindelboden zur Bannalp. Die Nidwaldner Justiz verlangte den Rückbau des beidseitig des Weges angelegten Bankettes. «Ich glaube, man hat auf der Bannalp gehört, wie die Steine von unseren Herzen fielen», sagte der 1. Bannwart Viktor Lussi in seinem Rechenschaftsbericht. Um die Rückbaukosten von insgesamt 12000 Franken zu amortisieren, senkten die Bannalper Alpgenossen die Alptitelzinse von 19 auf 9 Franken.

Fünf Alpgenossen verzeichneten eine Vermögenszunahme zwischen 1400 und 6800 Franken. Eine leichte Vermögensabnahme verbuchten die Gemeinalpen Bannalp, Dürrenboden und Kernalp. Einige Alpen stehen vor baulichen Herausforderungen. Mit einem Kostenaufwand von rund 470000 Franken wird die vor zwei Jahren heruntergespülte Schwändeli-Brücke ersetzt und mit starken Bohrpfählen fundiert. Geplant ist eine Spannweite von 13,5 Meter und eine Breite von 4,1 Meter.

Mit einem Aufwand von 39500 Franken wird im Sinsgäu das Dach der Alphütte Widderen saniert. Rund 250000 Franken kostet die Gesamtsanierung der Oberen-Hüett-Hütte der Alpgenossen Luthersee. Bruno Lussi, 1. Bannwart der Alpgenossen Steinalp, berichtete von Problemen mit Bikern. Alpgenossenpräsident Paul Odermatt sprach von einem Zielkonflikt: «Maria Rickenbach ist ein Ort der Stille.» Der Wolfenschiesser Gemeindepräsident Wendel Odermatt versprach, das Problem anzugehen.

Digitalisierung der Alpweiden ersetzt Zäune

Baudirektor Josef Niederberger, ging in seiner Grussbotschaft auf die Schönheit der Nidwaldner Landschaft ein, zu der auch die Alpgenossen ihren Beitrag leisteten. «Es gibt aber auch eine Kehrseite», so der CVP-Politiker. «Wenn viele Leute gerne hier wohnen, reden sie gerne mit und sehen Bedürfnisse wie Zufahrtstrassen, Geländekorrekturen und Gebäudeveränderungen nicht immer gleich.»

Laut Andreas Egli, dem Vorsteher des Amts für Landwirtschaft, mache die Digitalisierung auch vor Alpweiden nicht Halt. Wie Egli berichtete, werden derzeit Versuche mit digitalen Weidezäunen gemacht, sodass Holzzäune bald einmal zur Rarität werden könnten.

Nach 19 Jahren, davon 13 als 1. Bannwart der Alpgenossen Trübsee, trat Sepp Odermatt zurück. An seiner Stelle wählten die Alpgenossen Norbert Fischer zum 1. Bannwart. Aus zwei Kandidaten wurde Hans z’Rotz zum 2. Bannwart gewählt. In der Zeit von Sepp Odermatt wurde die gesamte Wasserversorgung Obertrübsee erneuert, die Wasserversorgung Untertrübsee saniert und das Berghaus Jochpass zum Teil neu erstellt.

Rekordumsatz beim Berghaus Jochpass

Sepp Odermatt, der abtretende 1. Bannwart der Alpgenossen Trübsee, sprach von einem Rekordumsatz. Im vergangenen Rechnungsjahr verzeichnete das Berghaus Jochpass einen Umsatz von knapp 4 Millionen und einen Gewinn von 6800 Franken. Mit einer Lohnsumme von 1,3 Millionen Franken beschäftigt das Berghaus insgesamt 50 Mitarbeiter. «Derzeit herrschen traumhafte Schneeverhältnisse», schwärmte Sepp Odermatt. (RG)

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