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Trotz Schicksalsschlägen zum Erfolg gelangt

Persönlichkeiten aus Sport und Wirtschaft äusserten sich über Erfolg und Misserfolg am Sportforum Nidwalden.
Ruedi Wechsler
Diskutierten am Podium (von links): Philipp Hartmann, Brigitte Breisacher, Marcel Mathis, David Mzee und Chregu Graf. (Bild: Ruedi Wechsler, Emmetten, 17. Oktober 2019)

Diskutierten am Podium (von links): Philipp Hartmann, Brigitte Breisacher, Marcel Mathis, David Mzee und Chregu Graf. (Bild: Ruedi Wechsler, Emmetten, 17. Oktober 2019)

Drei unterschiedliche Persönlichkeiten, ein Thema: der Erfolg. Dies war die Ausgangslage für das Podiumsgespräch des 14. Sportforums Nidwalden im Hotel Seeblick in Emmetten. Den rund 100 Besuchern ermöglichte Moderator «Chregu» Graf aus Stans einen Einblick in das Leben von Tetraplegiker David Mzee, Brigitte Breisacher, Unternehmensleiterin der Alpnach Norm, und von Schwinger und Landwirt Marcel Mathis.

Ein leicht überdrehter Mehrfachsalto in der Turnhalle veränderte 2010 schlagartig das Leben von David Mzee aus Wetzikon. Der ETH-Student mit kenianischen und Urner Wurzeln verschwand nach dem Salto in der Schaumstoffgrube. «Hoffentlich habe ich keine Hirnerschütterung, war mein erster Gedanke», erzählte Mzee parallel zum Unfallvideo. «Ich wollte mich bewegen, aber nichts ging mehr. Ich geriet in Panik und ein grosses schwarzes Loch öffnete sich. Es gab für mich nur eines; entweder du atmest und machst weiter, oder du stirbst.»

Er habe sich für die erste Variante entschieden. Sieben Monate später, nach der Reha, nahm der Bewegungsmensch das Studium wieder auf und schloss mit einer 5,9 ab.

Laufen ist trotz Lähmung nicht ausgeschlossen

Für grosses mediales Aufsehen sorgte David Mzee diesen Frühling am «Wings for Life World Run», als er in 30 Minuten mit dem Rollator 390 Meter auf den Beinen zurücklegte. Möglich machte dies eine implantierte Elektrode in seinem Rücken. «Freihändig zu laufen ist für mich ein sehr hochgestecktes Ziel», ergänzte der Turnlehrer. Zusammen mit der Wissenschaft Fortschritte zu erzielen, sei wichtig, sagte Mzee.

Einen schicksalhaften Moment hat auch Brigitte Breisacher von Alpnach Norm erlebt. «Als David vom Unfall erzählte, war das für mich ein Déja-vu. Ich habe am 26. Dezember 2004 den Tsunami in Thailand überlebt», sagte die Powerfrau, die schon als Mädchen von der Führung ihres Betriebes träumte. Ihr grosses Vorbild sei immer ihr Vater gewesen. «Er kam mit 100 Franken in die Schweiz und gründete die Alpnach Norm mit grossem Erfolg. Das Wichtigste war für mich immer der Wille. Das Können kann man sich erarbeiten.» Die passionierte Schwimmerin bekannte sich zudem zum Standort Schweiz. «Wir müssen besser und agiler werden, um dem Konkurrenzkampf entgegenzuwirken.»

Von Erfolg erzählen konnte auch der hochdekorierte Eidgenosse Marcel Mathis. Er trat vor kurzem im besten Alter zurück. «Es war die Lust am Erfolg, die mich antrieb. Das breite Publikum nahm mich wahr und schon bald hatte ich für die Jungen eine Vorbildfunktion.»

Auch Andrea Ellenberger hätte hervorragend in die Runde gepasst, erwähnte Moderator Chregu Graf. Via Videobotschaft aus der Diavolezza erklärte die Skirennfahrerin, dass sie wegen Prioritäten zu Gunsten des Skisports nicht in Emmetten erschienen sei. «Ich trainiere jeden Tag, um erfolgreich zu sein, und daran werden wir Sportler gemessen. Durch die vielen Rückschläge hat sich für mich das Wort Erfolg wesentlich verändert», sagte die Hergiswilerin. Noch vor einem Jahr konnte sie wegen eines Sturzes kaum Treppensteigen.

Philipp Hartmann, Leiter der kantonalen Abteilung Sport, bestätigte, dass der Kanton im Bereich Bewegungsförderung und Velosicherheit mit dem Pumptrack im vergangenen Jahr Akzente setzten konnte. Er zeigte sich beeindruckt, mit welcher Begeisterung die Podiumsteilnehmer und auch Gäste ihr Leben meistern. So etwa Pascal Christen vom Paralympics-Swiss-Team aus Dallenwil. Er kam durch einen Mountainbike-Unfall in Kanada in den Rollstuhl – und fährt bereits wieder Ski.

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