Nidwalden
Zweite Coronawelle hinterlässt Spuren bei zahlreichen Nidwaldner Unternehmen

Gut vier von zehn Nidwaldner Unternehmen stufen ihre Ertragslage als ungenügend ein. Das ist ein Viertel mehr als vor einem halben Jahr. Viele blicken auch pessimistisch in die Zukunft.

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Der Nidwaldner Tourismus spürte die Coronapandemie besonders stark. Auf dem Bild das Bürgenstock-Resort.

Der Nidwaldner Tourismus spürte die Coronapandemie besonders stark. Auf dem Bild das Bürgenstock-Resort.

Bild: PD
Othmar Filliger.

Othmar Filliger.

Bild: Urs Flüeler/Keystone

Die Coronakrise schlägt sich in der Nidwaldner Wirtschaft nieder. 38 Prozent der 208 Unternehmen, die an der halbjährlich durchgeführten Onlinebefragung der Volkswirtschaftsdirektion teilgenommen haben, stufen ihre Ertragslage als ungenügend ein. Das sind neun Prozentpunkte mehr als bei der letzten Befragung im vergangenen August, wie der Kanton mitteilt. «Die zweite Coronawelle stoppte die sich im vergangenen Sommer abzeichnende Erholung der Wirtschaft abrupt», bedauert Volkswirtschaftsdirektor Othmar Filliger.

Besonders dramatisch zeigt sich die Situation in der Tourismusbranche, die stark unter Covid-19 und den geltenden Einschränkungen leidet. Über 80 Prozent bezeichnen ihre Ertragslage als nicht ausreichend, vor einem halben Jahr waren es 50 Prozent. Beim Handel und Gewerbe hat sich die Situation etwas entspannt. Dort stieg der Anteil jener Unternehmen, die ihre Ertragslage als gut bezeichnen, von 19 Prozent im August 2020 auf 31 Prozent. Als weitgehend stabil präsentiert sich gemäss Onlinebefragung, die zwischen dem 17. Dezember und dem 22. Januar stattfand, das Baugewerbe, die Dienstleistungsbranche und die verarbeitende Produktion.

Die Aussichten waren sehr gut

Bemerkenswert ist, dass gut ein Fünftel der Unternehmen ihre Zukunftsaussichten als schlecht bezeichnet. Das ist der höchste Wert seit Einführung des Nidwaldner Wirtschaftsbarometers 2006. Vor einem halben Jahr betrug dieser Anteil nur 14 Prozent. Vor einem Jahr, also vor der Pandemie, schauten nur drei Prozent der befragten Unternehmen pessimistisch in die Zukunft, 53 Prozent beurteilten ihre Aussichten als gut. Dieser Anteil ging zuletzt auf 27 Prozent zurück. Auch hier sticht die Tourismusbranche hervor, wo 69 Prozent ihre Zukunftsaussichten als schlecht beurteilen.

Auch die Kurve der Arbeitslosenzahl zeigt nach oben. 1,8 Prozent beträgt in Nidwalden der Wert Ende Januar, damit ist er so hoch wie schon seit Jahren nicht mehr. National beträgt der Wert allerdings 3,5 Prozent.

Volkswirtschaftsdirektor hofft auf Impfung

Eine genaue Prognose zur wirtschaftlichen Entwicklung, auch in puncto Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit und Firmenkonkursen, ist gemäss Othmar Filliger sehr schwierig. Dies hänge vom weiteren Verlauf der Pandemie ab. Hoffnung setzt er auf die Impfung. «Wenn die Impfung greift und in der Folge die Einschränkungen aufgehoben werden können, rechne ich mit einer raschen Erholung der Wirtschaft. Im Idealfall werden wir diesen Sommer besser dastehen als im vergangenen Sommer.» Doch müsse man sich bewusst sein, dass sich die Verbesserung der gesundheitlichen Situation verzögert auf die Wirtschaft auswirke.

Um der Nidwaldner Wirtschaft unter die Arme zu greifen, setze man auf die bestehenden Instrumente. So stehen nebst dem Instrument der Kurzarbeit insgesamt 10,4 Millionen Franken für Härtefallmassnahmen zur Verfügung, gespiesen von Bund und Kanton Nidwalden. Zudem wurde im vergangenen April von privater Seite ein Covid-19-Fonds lanciert, mit dem Ziel, wirtschaftlich getroffene Kleinbetriebe in Nidwalden mit einem einmaligen, nicht rückzahlungspflichtigen Beitrag von 10'000 Franken zu unterstützen. Diese Hilfe sei für kleine Unternehmen sehr wertvoll, so Othmar Filliger.

Nidwaldner Wirtschaft sei grundsätzlich gesund

Was ihn auch noch zuversichtlich stimme, dass Nidwalden die Krise gut überstehe, sei die grundsätzlich gesunde wirtschaftliche Verfassung der Nidwaldner Unternehmen und die breite Abstützung auf verschiedene Branchen. «Dies erklärt auch unsere tiefe Arbeitslosenquote, die nach wie vor deutlich unter dem nationalen Schnitt liegt.»

Von den 283 angeschriebenen Nidwaldner Unternehmen aus den Branchen Baugewerbe, Handel- und Gewerbe, Dienstleistung, verarbeitende Produktion und Tourismus, haben 74 Prozent an der Onlineumfrage teilgenommen.