Und die Stanser Schmiedgasse lachte mit

Das Humorfestival Stans Lacht und die Schmiedgass-Chilbi machten am Freitag und am Samstag zum ersten Mal gemeinsame Sache. Sehr zum Gefallen des Publikums.

Christian Hug
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Peach Weber am Samstagabend im Hauptprogramm von Stans Lacht. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))

Peach Weber am Samstagabend im Hauptprogramm von Stans Lacht. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))

Jetzt mal im Ernst: Das Humorfestival Stans Lacht ist lustig. Und das schon seit 15 Jahren. Von Mittwoch bis Sonntag vergangener Woche kamen zum Jubiläum zwei glückliche Umstände zusammen: Einerseits wollten Albi Christen und Pirmin Loetscher, die beiden Chef-Organisatoren von Stans Lacht, den Geburtstag des Festivals gebührend feiern. Anderseits haben die Schmiedgässler beschlossen, ihre zweijährlich stattfindende Schmiedgass-Chilbi von den ungeraden auf die geraden Jahre zu verlegen. Albi Christen ging auf die Schmiedgässler zu und unterbreitete ihnen den Vorschlag, Chilbi und Festival zusammenzulegen. Im September, wenn das Festival stattfindet, statt im Juli, wenn Schmiedgass-Chilbi-Zeit ist.

Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit rührte am vergangenen Freitag und Samstag viele hundert lustige Leute in der Schmiedgasse und im Kollegi zu Lachtränen. Oder sorgte zumindest für ausgelassene Heiterkeit. Und genau genommen auch im Literaturhaus Zentralschweiz und im Chäslager.

In der Schmiedgasse sorgten Gaukler und Strassenkünstler wie Starjongleur, Otto il Bassotto und Müllmaa für fliegende Kegel und rollende Ballons. Rigassi & Gräni spielten drei Stunden am Stück lustige Lieder, während nebenan und zwischendrin all die Attraktionen bereitstanden, die die Schmiedgass-Chilbi seit jeher ausmachen: Plastikröseli-Schliessen, das Merlotfischen, natürlich die legendäre Rutschbahn und kleine Konzerte. Allerdings war die Chilbi diesmal bis zur Hausnummer 37 beschränkt, eine buchstäblich verkürzte Version.

Viel Volk an einem lauen Septemberspätnachmittag in der Schmiedgasse Stans. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
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Otto il Bassotto brachte mit seinen Ballontricks jung und alt zum Staunen. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Im Auslauf der grossen, langen Rutschbahn. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Flaschenfischen. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Glücksrad - etwas gewinnt jeder. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Rigassi & Gräni spielten vor der Melacherä auf. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Impressionen aus der Schmiedgasse. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Impressionen aus der Schmiedgasse. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Impressionen aus der Schmiedgasse. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))
Die gute alte Kegelbahn, einer wirft und hinten werden die gefallenen Kegel gezählt.(Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))

Viel Volk an einem lauen Septemberspätnachmittag in der Schmiedgasse Stans. (Bild: André A. Niederberger (Stans, 15. September 2018))

Gedrängt war’s vor allem im «Melachere»-Säli, wo Stand-up-Komödianten mit 15-minütigen Shows für fünf Stutz vor 30 Gästen die Chilbi rockten. Chares Nguela und Agota Dimén traten da auf, der Slampoet Marco Gurtner und der Abstrakt-Humorist Johannes Dullin. Eine wunderbare Idee und zudem eine, die man so noch nie sah.

Peach Weber: Witze, Gags und lustige Geschichten

Derweil lief natürlich das Stans-lacht-Hauptprogramm weiter: Am Samstag gastierte das Aargauer Komik-Urgestein Peach Weber im Kollegisaal. «Hou, dä» ist die übliche Reaktion, wenn die Rede auf Peach Weber kommt, weil der ja so banal in seinen Witzen sei. Das ist er tatsächlich. Da ist keine Raffinesse in seinen Scherzen und keine hinterhältige Hintergründigkeit. Da sind nur Gags und Witze und lustige Geschichten und schräge Gedichte, auch in seinem neuen Programm «iPeach», übrigens seinem fünfzehnten. Aber genau das macht den Kern von Peach Weber aus: Er kümmert sich nicht um politische Korrektheit, Gürtellinie-Grenzen sind ihm egal, er sagt «Wiiber» statt Frauen, er macht böse Scherze über Altersheimbewohner und dicke Leute, und er reisst noch bösere Witze über sich selber, er macht sogar schlechte Witze über seine schlechten Witze. Und das alles in seiner trägen Art – aber in einem Höllentempo: Obwohl Weber sein Publikum durch einen Lachmarathon schickte, konnte in der Pause und nach dem Auftritt kaum jemand einen Weber-Witz wiederholen.

Was im Klartext heisst: Was Weber auf der Bühne bietet, ist brillante Komiker-Arbeit in der grösstmöglichen Lacher-Dichte. Zumal er nichts anderes tut, als dazusitzen und zu reden und hin und wieder auf seiner Gitarre zu klimpern. Und was, nebenbei, besonders wohl tat: In Zeiten von eskalierender politischer Korrektheit hat Peach Webers Humor etwas Befreiendes. Vielleicht war der Kollegisaal auch deshalb ausverkauft.

Glückliche Besucher, glückliche Veranstalter

Nach Peach Weber ging’s zurück in die Schmiedgasse, wo die Chilbi weiter heiter im Gange war. Der Solomusiker Cello Inferno spielte vor der «Melachere» amüsanten Rumpelcountry, vor dem Waltersbärgli spielten Los Problemlos, und aus der Mohrenkopf-Kanone flogen die letzten Mohrenköpfe.

Fazit: glückliche Besucher und glückliche Veranstalter. «Das Hauptprogramm lief so gut wie noch nie», sagt Pirmin Loetscher, der Co-Festivalleiter von Stans Lacht. «Mit insgesamt rund 2500 Besuchern waren unsere Veranstaltungen fast durchgehend ausverkauft.» Albi Christen, künstlerischer Leiter und dieses Jahr für das Rahmenprogramm in der Schmiedgasse zuständig, ist ebenfalls mehr als zufrieden: «Mit rund 4000 Besuchern an beiden Tagen sind unsere Erwartungen klar übertroffen», sagt er.

Wie geht’s weiter? «Die Kombination Schmiedgass-Chilbi und Stans Lacht war ein Volltreffer. Sowohl die Schmiedgässler als auch wir sind sehr zufrieden. Aber jetzt schlafen wir erst mal drüber und schauen, wie’s weitergehen soll. Interesse besteht jedenfalls auf beiden Seiten.» Feststeht: Die beiden Veranstaltungen tun sich gegenseitig gut.