Unterricht abgesagt – dafür Einsätze in der Praxis

70 Studierende in Ob- und Nidwalden stehen wegen des Coronavirus für zusätzliche Praxiseinsätze zur Verfügung.

Marion Wannemacher
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«Unser Slogan heisst: ‹Wir bilden Menschen für Menschen›», sagt Tobias Lengen, der stellvertretende Direktor des Bildungszentrums Xund mit Standorten in Alpnach und Luzern. «Das Gebot der Stunde ist, dass wir als Menschen Menschen helfen», sagt Lengen, der auch Geschäftsführer des Berufsbildungsverbandes Xund ist. Das Alpnacher Bildungszentrum sistiert sein Praxistraining derzeit und stellt aufgrund des zu befürchtenden Fachkräftemangels wegen des Coronavirus Studierende, Lernende sowie Mitarbeiter für ihre Arbeit in der Praxis zur Verfügung. Unter den rund 770 Studierenden aus der Zentralschweiz sind 70, die in Ob- und Nidwalden ihre Ausbildung absolvieren. Auf der Stufe Höhere Fachschule findet voraussichtlich bis Ende Juni kein Unterricht mehr statt. Dabei handelt es sich um Pflege und Biomedizinische Analytik sowie um die Nachdiplomstudien in Anästhesie-, Intensiv- und Notfallpflege. Die Leitung des Bildungszentrums ist nach eigenen Angaben daran, allen Studierenden einen ordnungsgemässen Abschluss ihrer Ausbildung zu ermöglichen und ihnen die Einsätze an die Ausbildung anzurechnen. Ausserdem ist das Ausbildungszentrum in Bezug auf die Ausbildung von Fachpersonen Gesundheit und Assistenzpersonen Gesundheit und Soziales in Kontakt mit den Behörden für den Fall, dass noch mehr Kräfte gebraucht würden.

Tobias Lengen, Stv. Direktor Bildungszentrum Xund.

Tobias Lengen, Stv. Direktor Bildungszentrum Xund.

Bild: PD

Pflegeberufe gewinnen an Wertschätzung

Wie Tobias Lengen betonte, stehe das Zentrum ausserdem in Kontakt mit dem Führungsstab des Kantons Luzern wegen Materialressourcen aus dem Praxistraining und ungenutzter Schulinfrastruktur an den Stand­orten Alpnach und Luzern. Das Alters- und Pflegezentrum Viva Luzern wird beim Aufbau einer Infizierten-Bettenstation mit Schulungsmaterial unterstützt. Dem Zentral­labor des Luks stellt Xund bereits seit Anfang dieser Woche Laborinfrastruktur zur Verfügung. Ob sich das Coronavirus bereits auf das Interesse an Pflegeberufen auswirkt, kann Lengen im Moment noch nicht sagen. «Zumindest haben die Aufrufe von Spitälern an Frei­willige einen enormen Zuspruch ausgelöst», hält er fest. «Ich glaube schon, dass die Wichtigkeit des gesundheitlichen Fachpersonals sichtbarer wird und sich dies positiv auf die Attraktivität und die Wertschätzung auswirkt.»

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