UNTERWALDEN: Kultur in Luzern und Zürich soll unterstützt werden

Ob- und Nidwaldner mögen Konzerte im KKL oder der Opernhalle. Darum sollen sie auch etwas dranzahlen, finden deren Regierungen.

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Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Das Kultur- und Kongresszentrum Luzern. (Bild Boris Bürgisser/Neue LZ)

Die Ob- und Nidwaldner Parlamente entscheiden diese Woche, ob die beiden Halbkantone künftig einen regelmässigen Beitrag an sechs ausgewählte Kulturinstitutionen in Luzern und Zürich leisten werden. Es geht um den Beitritt zur Vereinbarung über die interkantonale Zusammenarbeit im Bereich überregionaler Kultureinrichtungen, kurz Kulturlastenausgleich.

Ob- und Nidwalden sollen sich im Rahmen des neuen Finanzausgleichs an den Zentrumslasten Luzerns und Zürichs beteiligen. Profitieren würden die drei Luzerner Institutionen Luzerner Theater, Luzerner Sinfonieorchester und Kultur- und Kongresszentrum KKL sowie die drei Zürcher Einrichtungen Opernhaus, Schauspielhaus und Tonhalle.

2840 Nidwaldner besuchten das Luzerner Theater
In Nidwalden berät der Landrat morgen Mittwoch über einen Rahmenkredit von 3 Millionen Franken für die Zeit von 2009 bis 2012. Die Regierung ist überzeugt, dass die Kulturhäuser «unbestritten einen bedeutenden Beitrag zum kulturellen Leben, zur Bildung sowie allgemein zur Lebens- und Standortqualität im Kanton» beitragen würden.

Zudem würden immer mehr Nidwaldner diese Institutionen nutzen. 1400 Nidwaldner haben im Schnitt in den vergangenen Jahren eine Aufführung des Luzerner Sinfonieorchesters besucht, 2840 eine des Luzerner Theaters.

Obwaldner nutzen das Angebot weniger – und bezahlen weniger
Der Obwaldner Kantonsrat nimmt sich am Freitag des Themas an. Die Regierung spricht sich für den Beitritt aus, die vorberatende Kommission unterstützt den Antrag mit einer Enthaltung. Die Argumente sind die gleichen wie jene der Nidwaldner.

Der Obwaldner Beitrag an die sechs Kulturhäuser beläuft sich auf etwa 450'000 Franken pro Jahr. Dies ist deutlich weniger als der Nidwaldner Anteil, was einen einfachen Grund hat: Es gehen weniger Obwaldner in die besagten Kulturinstitutionen – die Beiträge werden jedoch nach den Besucherzahlen erhoben. 650 Obwaldner besuchten zum Beispiel im Schnitt der vergangenen Jahre das Luzerner Sinfonieorchester, 2200 das Luzerner Theater.

Zug ist das Zünglein an der Waage
Der Vereinbarung über den Kulturlastenausgleich gehören nebst Zürich und Luzern auch Schwyz und Zug an. Erstere drei sind dem Konkordat beigetreten. In Zug jedoch ist dagegen das Referendum ergriffen worden. Am 30. November entscheiden dort die Stimmbürger über einen jährlichen Beitrag von 2,2 Millionen Franken.
Der Ausgang dieser Abstimmung ist von existenzieller Bedeutung für den Kulturlastenausgleich. Denn nur wenn Zug auch zustimmt, tritt die Vereinbarung überhaupt erst in Kraft.

Luca Wolf

Den ausführlichen Artikel lesen Sie am Dienstag in der Neuen Nidwaldner Zeitung.