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Beppi Baggenstos zieht in Dallenwil alle Register

Die Landtheater-Truppe von Dallenwil sorgt mit dem Stück «D’Sackuir» von Tobias Herger für einen amüsanten Abend. Regisseur Beppi Baggenstos lässt einmal mehr seine ureigene Komik mitspielen.
Romano Cuonz
Überaus urchig und mit zwei Teenager-Rollen kommt das Landtheater Dallenwil daher. (Bild: Romano Cuonz (20. Oktober 2018))

Überaus urchig und mit zwei Teenager-Rollen kommt das Landtheater Dallenwil daher. (Bild: Romano Cuonz (20. Oktober 2018))

«He dui, wettsch meys Theater?», schrieb Tobias Herger – ein mehr als waschechter Nidwaldner und volksverbundener Jodler – vor einem Jahr in einer E-Mail an den in Dallenwil inszenierenden Regisseur Beppi Baggenstos. Und der beantwortete die fast schon kecke Anfrage mit einem klaren «Ja». Dies, nachdem er die urchig schöne Bauerngeschichte «in einem Schnuiz» durchgelesen hatte. Allein solch ein Entstehungsgeschichtchen sagt vieles. Wenn nun Beppi Baggenstos noch hinzufügt, dass ihm die guten Frauenrollen, die Herzlichkeit der Geschichte und nicht zuletzt auch ihre Bodenständigkeit gefallen habe, ist alles klar.

Ja, man dürfte getrost darauf wetten, dass in Dallenwil auch die heurige Theatersaison von grossem Publikumserfolg gekrönt sein wird. Dies, zumal die Bodenständigkeit mit wirklich guter Musik und Gesang (Janine Herger, Bernhard Herger und Larjssa Bohner) wie auch dem für Baggenstos so typischen Schalk in unzähligen Varianten garniert wird.

Viel schöner als die Wirklichkeit

Die Geschichte, die Tobias Herger dem treuen Dallenwiler Publikum erzählt, spielt in einer geradezu unheimlich trauten, unheilig heilen Welt. Mirjam, die in einer Berghütte unverhofft Mutter eines unehelichen Buben geworden ist, erzählt gleich zu Beginn, worum es das ganze Stück lang geht. Wenn sie nämlich sagt: «Ich ha mich due fir’s Läbä entschide, i der Hoffnig, d Bärgwält, wo miär ä Buäb gschänkt hed, bringi mey gross Liäbi wieder einisch zrugg.» Natürlich wird sich diese Hoffnung erfüllen. Und wie! Mirjam (von Sabine Christen sympathisch dargestellt) braucht nur der Dinge zu harren, die da um sie herum kommen sollen. Dabei kann sie auf zwei pfiffig gewitzte Teenager zählen: Auf ihren ganz wacker pubertierenden Sohn Michi (Janis Vontobel spielt die Rolle augenfällig wirklichkeitsgetreu) und Angie, dessen Freundin aus der Stadt. Letztere wird von Jill Liem ebenfalls sehr «gmögig» gemimt.

Die Teenies verbünden sich mit Klärli, einer Ferienwohnungsbesitzerin auf dem «Sunnähof» (Angie Scheuber). Gemeinsam wollen die drei das Geheimnis um eine wertvolle «Sackuhr» lüften. Sie ist nämlich das einzige Andenken, das Mirjam von ihrer grossen ersten Liebe, dem untergetauchten und absolut nichts ahnenden Kindsvater, noch aufbewahrt hat. Doch bis es soweit ist, geht es auf dem zeitweise bös überschatteten «Sunnähof» hoch zu und her. Jedenfalls bis Vater Charly (Salomo Christen) als erfolgreicher Geschäftsmann auftaucht und, so ganz nebenbei, gleich auch noch zum wunderbaren Retter in der Not wird. Eine urchig schöne Geschichte. Viel schöner jedenfalls, als jede Wirklichkeit es sein könnte.

Viel Applaus für Musik und Gags

Trotz allem artet das Stück nicht zu einer «Herzschmerz- oder gar Hiänderhuitinszenierung» aus. Dafür sind auf der von Eggi Gabriel vielseitig bunt eingerichteten Bühne etwa einige weitere, recht witzig gezeichnete Akteure besorgt: Reto Gabriel als «heimli- fäiss», knorriger Bauer. Eggi Gabriel als nach neuster Mode ausstaffierter, unglaublich machohafter Bodenbauer. Angelika Durrer, eine Schäferin auf Männerjagd und Jonas Odermatt als ziemlich betrunken verliebter «Bärgler».

Nicht minder viel Applaus bekommen die von Florian Meier und Beppi Baggenstos arrangierten Lieder. Wirklich schön sind sie – und meist auch passend. Am lautesten aber mag das Publikum über die allenthalben eingebauten Gags «Marke Beppi Baggenstos» lachen. Da wird der «Kaffi» unverhofft aus einem Zapfsäulenschlauch serviert, dort dient ein Tatzelwurm als Staubsaugerschlauch. Oder der Code für einen Geldschrank in der Stallwand wird durchs Umdrehen von Milchkannendeckeln eingegeben. Mann und Frau amüsieren sich köstlich. Sogar schallend gelacht wird. Auch dann, wenn die beiden Teenager – etwas gar nahe an der Gürtellinie und toll gereimt – «Romeo und Julia» spielen. Ein bodenständiges Theaterstück wird in Dallenwil zum amüsanten Bauernschwank.

Theater Dallenwil 2018: «D Sack- uir» von Tobias Herger und Beppi Baggenstos. Noch finden in der MZA Dallenwil acht weitere Aufführungen und eine Extraaufführung statt. Informationen finden Sie hier

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