Urfasnächtler wird Zunftmeister

Ernst I. Gabriel ist für die nächsten zwei Jahre Ennetbürger Zunftmeister. Die Suche war gar nicht so einfach.

Drucken
Teilen
Ernst I. und Ehefrau Käthi Gabriel nach der Inthronisation in Ennetbürgen. (Bild: Richard Greuter/Neue NZ)

Ernst I. und Ehefrau Käthi Gabriel nach der Inthronisation in Ennetbürgen. (Bild: Richard Greuter/Neue NZ)

Bereits 1960 habe er - damals als neunjähriger Knirps - an der Ennetbürger Fasnacht teilgenommen: erst als Angler, später als Sprayer Naegeli. Aus seinen Solonummern wurden bald einmal technische Basteleien, mit denen er die Ennetbürger Fasnacht bereicherte. Diese Episoden erzählte Ernst Gabriel am letzten Samstag in der festlich dekorierten Mehrzweckhalle vor etwa 250 Fasnächtlern, dies nachdem er zum 31. Zunftmeister Ernst I. inthronisiert worden war. Bernhard Schmid, der die Inthronisation vornahm, würdigte Gabriels Verdienste in der Fasnachtszunft Ennetbürgen. Die Suche nach einem neuen Zunftmeister verlief nicht ganz einfach. Zumindest an der letzten Generalversammlung konnte Vizepräsident Roland Meienberg noch keinen Nachfolger von Franz I. vorstellen.

Wunsch-Zunftmeisterpaar

Zusammen mit seiner Frau Käthi wird Ernst I. in den nächsten zwei Jahren über die Ennetbürger Fasnacht herrschen. Ernst Gabriel, der in Ennetbürgen eine Töffhandlung betreibt und vor zwei Jahren als Ehrenmitglied der Fasnachtszunft ernannt wurde, ist zweifellos ein Urfasnächtler. Ein ehemaliger Zunftmeister bezeichnete den dreifachen Familienvater als Urgestein und nannte Ernst I. und Käthi als das Wunsch-Zunftmeisterpaar. Bereits die Eltern des 59-Jährigen galten als leidenschaftliche Fasnächtler. Und so brachte er es bald einmal auf den Punkt: «Ich komme wirklich aus einer Fasnächtler-Familie.» Zuerst musste aber der bisherige Zunftmeister Franz I. Gabriel aus dem Amt entlassen werden.

Bernhard Schmid lobte den abtretenden Zunftmeister als grossartigen Herrscher und übergab ihm den Ennetbürger «Zunftgeuggel». Kurz nach der Inthronisation von Ernst I. wurde seine Proklamation verlesen. Damit die Ennetbürger vor allem in den Wintermonaten etwas mehr Sonnenschein geniessen können, will Ernst I. das Buochserhorn um etwa 200 Meter abtragen lassen. Den Winterdienst will er auf den Strassen einstellen und durch eine Gondelbahn ersetzen. Und über Mittag soll im Dorf nur noch Zweiradverkehr erlaubt sein ...

Richard Greuter